Laghunyāsa
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॥ श्री रुद्र लघु न्यास ॥
॥ śrī rudra laghu nyāsa ॥
Die Kurzimplementierung Śrī Rudras
Śrī: Pracht, Schönheit, Glanz, Majestät, erhaben, ehrwürdig, herrlich (m. 1/1). Rudra: Rudra, der Heulende, Sturmgott; der Zerstörer-Aspekt Śivas (sam.). Laghu: klein, leicht, kurz, gering (sam.). Nyāsa: Niederlegung, Ablegung, rituelle Berührungsgeste (mantrische Übertragung von Gottheiten auf Körperteile durch Handgesten und Rezitation) (m. 1/1).
2
ॐ अथात्मानं शिवात्मानं श्रीरुद्ररूपं ध्यायेत् ॥
Oṃ athātmānaṃ śivātmānaṃ śrīrudrarūpaṃ dhyāyet ॥
Nun meditieren wir über die Form Rudras, welche das Selbst und die Essenz der Güte ist.
Atha: darauf, nun, jetzt, jetzt folgt, dann, alsdann (avy.). Ātmānam: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 2/1). Śiva: Śiva, der Gütige (Name Gottes) (sam.). Ātmānam: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 2/1). Rudra: Rudra, der Heulende, Sturmgott; der Zerstörer-Aspekt Śivas (sam.). Rūpam: Gestalt, Form (m. 2/1). Dhyāyet: meditieren, betrachten, nachsinnen (vidhiliṅ III/1).
3
शुद्धस्फटिकसंकाशं त्रिनेत्रं पञ्चवक्त्रकम् । गङ्गाधरम् दशभुजं सर्वाभरणभूषितम् ॥
śuddhasphaṭikasaṃkāśaṃ trinetraṃ pañcavaktrakam । gaṅgādharam daśabhujaṃ sarvābharaṇabhūṣitam ॥
[Wir meditieren über Ihn], welcher rein wie ein Bergkristall ist, den Dreiäugigen, welcher fünf Gesichter hat, der die Gaṅga trägt, den Zehnarmigen, welcher mit allen Schmuckstücken geschmückt ist.
Śuddha: rein, klar, makellos (sam.). Sphaṭika: Bergkristall (sam.). Saṃkāśam: Aussehen; gleichend, ähnlich (m. 2/1). Trinetram: dreiäugig (m. 2/1). Pañca: fünf (sam.). Vaktrakam: Gesicht, Mund (m. 2/1). Gaṅgādharam: Gaṅgā-Träger (Beiname Śivas) (m. 2/1). Sarva: ganz, vollstaändig, all, jeder, alles (sam.). Ābharaṇa: Schmuck, Schmucksachen, Ornament (sam.). Bhūṣitam: geschmückt (participle).
4
नीलग्रीवम् शशाङ्काङ्कं नागयज्ञोपवीतिनम् । व्याघ्रचर्मोत्तरीयं च वरेण्यमभयप्रदम् ॥
nīlagrīvam śaśāṅkāṅkaṃ nāgayajñopavītinam । vyāghracarmottarīyaṃ ca vareṇyamabhayapradam ॥
[Wir meditieren über den] Blaunackigen mit dem Zeichen des Mondes, welcher eine Schlange als die heilige Schnur trägt. Er hat ein Tigerfell als Umhang. Dieser Verehrungswürdige gewährt die Furchtlosigkeit.
Nīla: blau (sam.). Grīvam: Hals, Nacken (m. 2/1). Śaśāṅka: Mond (der mit dem Hasenzeichen) (sam.). Aṅkam: Zeichen, Mal (m. 2/1). Nāga: Schlange, Berg, Baum, Zahl sieben (sam.). Yajñopavītinam: die heilige Opferschnur tragend (m. 2/1). Vyāghra: Tiger (sam.). Carma: Haut, Fell (sam.). Uttarīyam: Obergewand, Überwurf (m. 2/1). Ca: und (avy.). Vareṇyam: verehrungswürdig, vorzüglich (m. 2/1). Abhaya: furchtlos, sicher; Furchtlosigkeit (sam.). Pradam: gebend, verleihend (m. 2/1).
5
कमण्डल्वक्षसूत्राणां धारिणं शूलपाणिनम् । ज्वलन्तं पिङ्गलजटाशिखामुद्योतधारिणम् ॥
kamaṇḍalvakṣasūtrāṇāṃ dhāriṇaṃ śūlapāṇinam । jvalantaṃ piṅgalajaṭāśikhāmudyotadhāriṇam ॥
[Wir meditieren über Den], welcher den Bettelpot und die Perlenschnur trägt und den Dreizack in der Hand hält. Er lodert, trägt den Schopf rotbrauner Flechten und lichten Glanz.
Kamaṇḍalu: Wasserkrug der Einsiedler (sam.). Akṣa: Auge, Perlen (sam.). Sūtrāṇāṃ: Faden, Schnur, Garn, Messschnur, Gürtel, Faser, Linie, Riss, das Durchlaufende, Lehrregel (n. 6/3). Dhāriṇaṃ: tragend, haltend (m. 2/1). Śūla: Spiess, Wurfspiess, stechender Schmerz (sam.). Pāṇinam: in der Hand haltend (m. 2/1). Jvalantaṃ: glühend, flammend (participle). Piṅgala: rötlich-braun (sam.). Jaṭā: Flechten tragend, Wurzelstock, fasrige Wurzel, Haartracht der Asketen (sam.). Śikhām: Haarschopf, Flamme (f. 2/1). Udyota: Aufleuchten, Glanz (sam.). Dhāriṇam: tragend, haltend (m. 2/1).
6
वृषस्कन्धसमारूढम् उमादेहार्धधारिणम् । अमृतेनाप्लुतम् शान्तं दिव्यभोगसमन्वितम् ॥
vṛṣaskandhasamārūḍham umādehārdhadhāriṇam । amṛtenāplutam śāntaṃ divyabhogasamanvitam ॥
[Wir meditieren über Den], welcher auf die Schultern eines Stieres gestiegen ist. Er trägt den Körper Umas, der heiligen Mutter als eine Hälfte. Er wird vom Nektar der Unsterblichkeit übergossen und ist friedvoll. Er schwelgt in göttlichen Genüssen.
Vṛṣa: Stier (sam.). Skandha: Schulter, Rücken (sam.). Samārūḍham: bestiegen, aufgestiegen (participle). Umā: Pārvatī, Gemahlin Rudras; Glanz, Ruhm (sam.). Deha: Körper, Masse, Person (sam.). Ardha: Hälfte, halb (sam.). Dhāriṇam: tragend, haltend (m. 2/1). Amṛtena: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 3/1). Aplutam: übergossen, durchströmt (participle). Śāntaṃ: beruhigt, friedvoll, still, gelassen (participle). Divya: himmlisch, göttlich, wunderbar, herrlich (sam.). Bhoga: Genuss (sam.). Samanvitam: verbunden mit, voll von (participle).
7
दिग्देवतासमायुक्तम् सुरासुरनमस्कृतम् । नित्यं च शाश्वतम् शुद्धं ध्रुवमक्षरमव्ययम् ॥
digdevatāsamāyuktam surāsuranamaskṛtam । nityaṃ ca śāśvatam śuddhaṃ dhruvamakṣaramavyayam ॥
Er wird von den Richtungsgottheiten begleitet und von den Engeln und Dämonen salutiert. Er ist immerwährend, beständig, rein, fest, unvergänglich und unveränderlich.
Dik: Richtung, Himmelsrichtung (sam.). Devatā: Gottheit, Göttlichkeit, göttliche Würde (sam.). Samāyuktam: verbunden, vereint (participle). Sura: die dreiunddreissig Götter (sam.). Asura: mächtiger Herr, Asura (sam.). Namaskṛtam: verehrt, gegrüsst (participle). Nityam: ewig, beständig (m. 2/1). Ca: und (avy.). Śāśvatam: ewig, beständig (m. 2/1). Śuddham: rein, heilig, fehlerlos, unschuldig (m. 2/1). Akṣaram: unvergänglich; Silbe, Laut (m. 2/1). Avyayam: unveränderlich, unvergänglich (m. 2/1).
8
सर्वव्यापिनमीशानं रुद्रम् वै विश्वरूपिणम् । एवं ध्यात्वा द्विजस्सम्यक् ततो यजनमारभेत् ॥
sarvavyāpinamīśānaṃ rudram vai viśvarūpiṇam । evaṃ dhyātvā dvijassamyak tato yajanamārabhet ॥
Nachdem der Zweifachgeborene den alles umfassenden Īśāna, Rudra, wahrlich, die universale Gestalt, in heiliger Meditation erfasst hat, beginnt er das rituelle Opfer.
Sarva: ganz, vollstaändig, all, jeder, alles (sam.). Vyāpinam: alldurchdringend (m. 2/1). Īśānam: Herr, Gebieter; Īśāna (Beiname Śivas) (m. 2/1). Rudram: Rudra, der Heulende, Sturmgott; der Zerstörer-Aspekt Śivas (m. 2/1). Vai: wahrlich, ja (das vorgehende Wort hervorhebend) (avy.). Viśva: all, jeder, ganz (sam.). Rūpiṇam: eine Gestalt habend, verkörpert (m. 2/1). Evam: so, genau, wirklich, auf diese Weise (avy.). Dhyātvā: meditieren (Absolutiv dhyātvā) (ktvā). Dvijaḥ: Zweimalgeborener, Brahmane (m. 1/1). Samyak: zusammengehörig, vereinigt, vollkommen, zusammen (avy.). Tataḥ: darauf, dann, von da (avy.). Yajanam: Opfern, Verehrung (n. 2/1). Ārabhet: beginnen, unternehmen (vidhiliṅ III/1).
9
अथात्मनि देवताः स्थापयेत् ।
athātmani devatāḥ sthāpayet ।
Nun möge er die Gottheiten verankern.
Atha: darauf, nun, jetzt, jetzt folgt, dann, alsdann (avy.). Ātmani: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 7/1). Devatāḥ: Gottheit, Göttlichkeit, göttliche Würde (f. 2/3). Sthāpayet: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (ṇic vidhiliṅ III/1).
10
प्रजनने ब्रह्मा तिष्ठतु ।
prajanane brahmā tiṣṭhatu ।
Möge Brahmā im Zeugungsorgan gegenwärtig sein.
Prajanane: Zeugung, Zeugungsglied (n. 7/1). Brahmā: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
11
पादयोर्विष्णुस्तिष्ठतु ।
pādayorviṣṇustiṣṭhatu ।
Möge Viṣṇu in beiden Füssen gegenwärtig sein.
Pādayoḥ: Fuss (m. 7/2). Viṣṇu: Viṣṇu, der Alldurchdringende (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
12
हस्तयोर्हरस्तिष्ठतु ।
hastayorharastiṣṭhatu ।
Möge Hara in beiden Händen gegenwärtig sein.
Hastayoḥ: Hand (m. 7/2). Hara: Hara, der Wegnehmer (Beiname Śivas) (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
13
बाह्वोरिन्द्रस्तिष्ठतु ।
bāhvorindrastiṣṭhatu ।
Möge Indra in beiden Armen gegenwärtig sein.
Bāhvoḥ: Arm (m. 7/2). Indra: Indra, vedischer Donner- und Heldengott, König der Devas (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
14
जठरे अग्निस्तिष्ठतु ।
jaṭhare agnistiṣṭhatu ।
Möge Agni im Magen gegenwärtig sein.
Jaṭhare: Bauch, Magen (n. 7/1). Agni: Feuer; Agni, der Feuergott (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
15
हृदये शिवस्तिष्ठतु ।
hṛdaye śivastiṣṭhatu ।
Möge Śiva im Herzen gegenwärtig sein.
Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Śiva: Śiva, der Gütige (Name Gottes) (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
16
कण्ठे वसवस्तिष्ठन्तु ।
kaṇṭhe vasavastiṣṭhantu ।
Mögen die Vasus in der Kehle gegenwärtig sein.
Kaṇṭhe: Hals, Kehle (m. 7/1). Vasavaḥ: Gut, Reichtum; Vasu (Götterklasse) (m. 1/3). Tiṣṭhantu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/3).
17
वक्त्रे सरस्वती तिष्ठतु ।
vaktre sarasvatī tiṣṭhatu ।
Möge Sarasvatī im Mund gegenwärtig sein.
Vaktre: Mund, Gesicht (n. 7/1). Sarasvatī: reich an Wasserbehältern, Geschmack, Gefallen finden an, Rede, Beredsamkeit, Lehre, Name einer Göttin (f. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
18
नासिकयोर्वायुस्तिष्ठतु ।
nāsikayorvāyustiṣṭhatu ।
Mögen die Vāyus in beiden Nasenflügeln gegenwärtig sein.
Nāsikayoḥ: Nasenloch, Nase (f. 7/2). Vāyuḥ: Wind; Vāyu, der Windgott (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
19
नयनयोश्चन्द्रादित्यौ तिष्ठेताम् ।
nayanayoścandrādityau tiṣṭhetām ।
Mögen der Mond und die Sonne in beiden Augen gegenwärtig sein.
Nayanayoḥ: Auge (n. 7/2). Candrādityau: Mond und Sonne (Dvandva) (m. 1/2). Tiṣṭhetām: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (vidhiliṅ III/2).
20
कर्णयोरश्विनौ तिष्ठेताम् ।
karṇayoraśvinau tiṣṭhetām ।
Mögen die beiden Aśvins in beiden Ohren gegenwärtig sein.
Karṇayoḥ: Ohr (m. 7/2). Aśvinau: die Aśvins, die beiden Reitergötter (m. 1/2). Tiṣṭhetām: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (vidhiliṅ III/2).
21
ललाटे रुद्रास्तिष्ठन्तु ।
lalāṭe rudrāstiṣṭhantu ।
Mögen die Rudras in der Stirne gegenwärtig sein.
Lalāṭe: Stirn (n. 7/1). Rudrāḥ: Rudra, der Heulende, Sturmgott; der Zerstörer-Aspekt Śivas (m. 1/3). Tiṣṭhantu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/3).
22
मूर्ध्यादित्यास्तिष्ठन्तु ।
mūrdhyādityāstiṣṭhantu ।
Mögen die Ādityas auf dem Scheitel gegenwärtig sein.
Mūrdhni: Haupt, Kopf, Scheitel (n. 7/1). Āditya: Āditya, Sohn der Aditi; die Sonnengötter (m. 1/3). Tiṣṭhantu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/3).
23
शिरसि महादेवस्तिष्ठतु ।
śirasi mahādevastiṣṭhatu ।
Möge Mahādeva im Kopfe gegenwärtig sein.
Śirasi: Kopf, Haupt (n. 7/1). Mahādeva: Mahādeva, der grosse Gott (Beiname Śivas) (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
24
शिखायां वामदेवस्तिष्ठतु ।
śikhāyāṃ vāmadevastiṣṭhatu ।
Möge Vāmadeva in der Haarlocke gegenwärtig sein.
Śikhāyām: Haarschopf, Flamme (f. 7/1). Vāma: wert, lieb, gefällig, gut, schön (sam.). Deva: Gott, Gottheit, Deva (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
25
पृष्ठे पिनाकी तिष्ठतु ।
pṛṣṭhe pinākī tiṣṭhatu ।
Möge der Bogenträger auf dem Rücken gegenwärtig sein.
Pṛṣṭhe: Rücken, Rückseite (n. 7/1). Pinākī: Pinākin, der Träger des Pināka-Bogens (Śiva) (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
26
पुरतः शूली तिष्ठतु ।
purataḥ śūlī tiṣṭhatu ।
Möge Śūlī an der Vorderseite gegenwärtig sein.
Purataḥ: vorne, voran (avy.). Śūlī: Śūlin, der Dreizackträger (Śiva) (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
27
पार्श्वयोः शिवाशङ्करौ तिष्ठेताम् ।
pārśvayoḥ śivāśaṅkarau tiṣṭhetām ।
Mögen die beiden Śivā und Śaṅkara in den beiden Flanken gegenwärtig sein.
Pārśvayoḥ: Seite, Flanke (n. 7/2). Śivā: Śivā, Pārvatī (f. 1/1). Śaṅkara: Śaṅkara, der Heilwirkende (Beiname Śivas) (m. 1/1). Tiṣṭhetām: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (vidhiliṅ III/2).
28
सर्वतो वायुस्तिष्ठतु ।
sarvato vāyustiṣṭhatu ।
Mögen die Vāyus nach allen Seiten hin gegenwärtig sein.
Sarvato: von allen Seiten, überall (avy.). Vāyuḥ: Wind; Vāyu, der Windgott (m. 1/1). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1).
29
ततो बहिः सर्वतोऽग्निर्ज्वालामाला परिवृतस्तिष्ठन्तु ।
tato bahiḥ sarvato'gnirjvālāmālā parivṛtastiṣṭhantu ।
Dann mögen sie von aussen von allen Seiten von der Flammengirlande des Feuers umgeben gegenwärtig sein.
Tato: darauf, dann, von da (avy.). Bahiḥ: aussen, draussen (avy.). Sarvataḥ: von allen Seiten, überall (avy.). Agniḥ: Feuer; Agni, der Feuergott (m. 1/1). Jvālā: Licht, Fackel, Flamme, Beleuchtung (f. 1/1). Mālā: Kranz, Kette, Reihe (f. 1/1). Parivṛta: umgeben, umhüllt (participle). Tiṣṭhantu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/3).
30
सर्वेष्वङ्गेषु सर्वा देवता यथास्थानं तिष्ठन्तु ।
sarveṣvaṅgeṣu sarvā devatā yathāsthānaṃ tiṣṭhantu ।
Möge in den Körperteilen alle Gottheiten auf ihrem Platze verweilen.
Sarveṣu: ganz, vollstaändig, all, jeder, alles (n. 7/3). Sarvā: all, ganz, jeder (f. 1/3). Devatā: Gottheit, Göttlichkeit, göttliche Würde (f. 1/1). Yathā: so dass, auf dass, wie (avy.). Sthānam: Ort, Stelle, Stand (yathāsthānam: an seinem Ort) (avy.). Tiṣṭhantu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/3).
31
मां रक्षन्तु ।
māṃ rakṣantu ।
Mögen Sie mich beschützen.
Mām: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (2/1). Rakṣantu: schützen (loṭ III/3).
32
यजमानम् सहकुटुम्बं सर्वेभक्तमहाजनानं च रक्षन्तु ।
yajamānam sahakuṭumbaṃ sarvebhaktamahājanānaṃ ca rakṣantu ।
Mögen sie den Siegreichen zusammen mit seiner Familie, alle Gottesverehrer und die grossen Seelen beschützen.
Yajamānam: Opferherr, Opferveranstalter (m. 2/1). Saha: zusammen, mit uns, gemeinsam, siegrich, gewaltig, stark (avy.). Kuṭumbam: Familie, Hausstand (n. 2/1). Sarve: all, ganz, jeder (m. 1/3). Bhakta: Verehrer, Anhänger, treu, ergeben (sam.). Mahajanānam: grosse Menschen, ehrwürdige Leute (m. 6/3). Ca: und (avy.). Rakṣantu: schützen (loṭ III/3).
33
अ॒ग्निर्मे॑ वा॒चि श्रि॒तः । वाग्धृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
a̱gnirme̍ vā̱ci śri̱taḥ । vāgdhṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Agni weilt in meiner Rede, die Rede in meinem Herzen, das Herz in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Agniḥ: Feuer; Agni, der Feuergott (m. 1/1). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Vāci: Rede, Wort, Stimme (f. 7/1). Śritaḥ: sich anlehnen, weilen, Zuflucht nehmen (Partizip śrita) (participle). Vāk: Rede, Wort, Stimme (f. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
34
वा॒युर्मे᳚ प्रा॒णे श्रि॒तः । प्रा॒णो हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
vā̱yurme̎ prā̱ṇe śri̱taḥ । prā̱ṇo hṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Vāyu weilt in meinem Odem, der Odem in meinem Herzen, das Herz in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Vāyuḥ: Wind; Vāyu, der Windgott (m. 1/1). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Prāṇe: Lebenshauch, Lebensatem (m. 7/1). Śritaḥ: sich anlehnen, weilen, Zuflucht nehmen (Partizip śrita) (participle). Prāṇaḥ: Lebenshauch, Lebensatem (m. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
35
सूर्यो॑ मे॒ चक्षुषि श्रि॒तः । चक्षु॒र्हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
sūryo̍ me̱ cakṣuṣi śri̱taḥ । cakṣu̱rhṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Sūrya weil in meinem Auge, das Auge in meinem Herzen, das Herz in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Sūryaḥ: Sonne; Sūrya, der Sonnengott (m. 1/1). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Cakṣuṣi: Auge (n. 7/1). Śritaḥ: sich anlehnen, weilen, Zuflucht nehmen (Partizip śrita) (participle). Cakṣuḥ: Auge (n. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
36
च॒न्द्रमा॑ मे॒ मन॑सि श्रि॒तः । मनो॒ हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
ca̱ndramā̍ me̱ mana̍si śri̱taḥ । mano̱ hṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Chandramā weilt in meinem Geist, der Geist in meinem Herzen, das Herz in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Candramā: Mond (m. 1/1). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Manasi: Geist, Sinn, Denken (n. 7/1). Śritaḥ: sich anlehnen, weilen, Zuflucht nehmen (Partizip śrita) (participle). Manaḥ: Geist, Sinn, Denken (n. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
37
दिशो॑ मे॒ श्रोत्रे᳚ श्रि॒ताः । श्रोत्रं॒ हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
diśo̍ me̱ śrotre̎ śri̱tāḥ । śrotra̱ṃ hṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Die Himmelsrichtungen weilen in meinem Ohr, das Ohr in meinem Herz, das Herz in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Diśaḥ: Richtung, Himmelsrichtung (f. 1/3). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Śrotre: Ohr, Gehör (n. 7/1). Śritāḥ: √śri (ruhen, sich lehnen, stützen) die sich niederliessen, weilten, Zuflucht genommen haben (m. 1/3). Śrotram: Ohr, Gehör (n. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
38
आपो॑ मे॒ रेत॑सि श्रि॒ताः । रेतो॒ हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
āpo̍ me̱ reta̍si śri̱tāḥ । reto̱ hṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Das Wasser weilt in meinem Samen, der Samen in meinem Herzen, das Herz in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Āpaḥ: Wasser (die Wasser) (f. 1/3). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Retaṣi: Same, Samen, Strom (n. 7/1). Śritāḥ: √śri (ruhen, sich lehnen, stützen) die sich niederliessen, weilten, Zuflucht genommen haben (m. 1/3). Retaḥ: Same, Samen, Strom (n. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
39
पृ॒थि॒वी मे॒ शरी॑रे श्रि॒ता । शरी॑रं॒ हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
pṛ̱thi̱vī me̱ śarī̍re śri̱tā । śarī̍ra̱ṃ hṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Die Erde weilt in meinem Körper, der Körper in meinem Herzen, das Herz in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in mir.
Pṛthivī: Erde (f. 1/1). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Śarīre: Körper (n. 7/1). Śritāḥ: √śri (ruhen, sich lehnen, stützen) die sich niederliessen, weilten, Zuflucht genommen haben (m. 1/3). Śarīram: Körper (n. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
40
ओ॒ष॒धि॒व॒न॒स्प॒तयो॑ मे॒ लोम॑सु श्रि॒ताः । लोमा॑नि॒ हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
o̱ṣa̱dhi̱va̱na̱spa̱tayo̍ me̱ loma̍su śri̱tāḥ । lomā̍ni̱ hṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Die Herrscher der Pflanzenwälder weilen in meinen Haaren, die Haare in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Oṣadhi: Kraut, Heilpflanze (f. 1/3). Vanaspatayaḥ: Baum, Waldesfürst (m. 1/3). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Lomaṣu: Haar, Körperhaar (n. 7/3). Śritāḥ: √śri (ruhen, sich lehnen, stützen) die sich niederliessen, weilten, Zuflucht genommen haben (m. 1/3). Lomāni: Haar, Körperhaar (n. 1/3). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
41
इन्द्रो॑ मे॒ बले᳚ श्रि॒तः । बलं॒ हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
indro̍ me̱ bale̎ śri̱taḥ । bala̱ṃ hṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Indra weilt in meiner Kraft, die Kraft in meinem Herzen, das Herz in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Indraḥ: Indra, vedischer Donner- und Heldengott, König der Devas (m. 1/1). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Bale: Kraft, Stärke (n. 7/1). Śritaḥ: sich anlehnen, weilen, Zuflucht nehmen (Partizip śrita) (participle). Balam: Kraft, Stärke (n. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
42
प॒र्जन्यो॑ मे मू॒र्ध्नि श्रि॒तः । मू॒र्धा हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
pa̱rjanyo̍ me mū̱rdhni śri̱taḥ । mū̱rdhā hṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Parjanya weilt in meinem Scheitel, der Scheitel in meinem Herzen, das Herzen in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Parjanyaḥ: Parjanya, der Regengott (m. 1/1). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Mūrdhni: Haupt, Kopf, Scheitel (n. 7/1). Śritaḥ: sich anlehnen, weilen, Zuflucht nehmen (Partizip śrita) (participle). Mūrdhā: Haupt, Kopf, Scheitel (m. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
43
ईशा॑नो मे म॒न्यौ श्रि॒तः । म॒न्युर्हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
īśā̍no me ma̱nyau śri̱taḥ । ma̱nyurhṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Īśāna weilt in meinem Zorn, der Zorn in meinem Herzen, das Herz in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Īśānaḥ: Herr, Gebieter; Īśāna (Beiname Śivas) (m. 1/1). Me: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Manyau: Zorn, Grimm, Eifer, Sinn (m. 7/1). Śritaḥ: sich anlehnen, weilen, Zuflucht nehmen (Partizip śrita) (participle). Manyuḥ: Zorn, Grimm, Eifer, Sinn (m. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
44
आ॒त्मा म॑ आ॒त्मनि॑ श्रि॒तः । आ॒त्मा हृद॑ये । हृद॑यं॒ मयि॑ । अ॒हम॒मृते᳚ । अ॒मृतं॒ ब्रह्म॑णि ।
ā̱tmā ma̍ ā̱tmani̍ śri̱taḥ । ā̱tmā hṛda̍ye । hṛda̍ya̱ṃ mayi̍ । a̱hama̱mṛte̎ । a̱mṛta̱ṃ brahma̍ṇi ।
Die Seele weilt in der Seele, die Seele im Herzen, das Herz in mir, ich im Unsterblichen, das Unsterbliche in Brahman.
Ātmā: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 1/1). Ma: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (6/1). Ātmani: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 7/1). Śritaḥ: sich anlehnen, weilen, Zuflucht nehmen (Partizip śrita) (participle). Ātmā: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 1/1). Hṛdaye: Herz (n. 7/1). Hṛdayam: Herz (n. 1/1). Mayi: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (7/1). Amṛte: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 7/1). Amṛtam: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 1/1). Brahmaṇi: Brahmā, der Schöpfer; Brahman, das Absolute (n. 7/1).
45
पुन॑र्म आ॒त्मा पुन॒रायु॒रागात्᳚ । पुनः॑ प्रा॒णः पुन॒राकू॑त॒मागात्᳚ । वै॒श्वा॒न॒रो र॒श्मिभि॑र्वावृधा॒नः । अ॒न्तस्ति॑ष्ठत्व॒मृत॑स्य गो॒पाः ॥
puna̍rma ā̱tmā puna̱rāyu̱rāgā̎t । puna̍ḥ prā̱ṇaḥ puna̱rākū̍ta̱māgā̎t । vai̱śvā̱na̱ro ra̱śmibhi̍rvāvṛdhā̱naḥ । a̱ntasti̍ṣṭhatva̱mṛta̍sya go̱pāḥ ॥
Erneut möge das Selbst zu mir, erneut möge Langlebigkeit kommen. Erneut möge der Lebenshauch, erneut möge Entschlossenheit kommen. Vaiśvānara, der mit Strahlen anwächst, stehend im Inneren, der Hüter der Unsterblichkeit.
Punarma: wieder, zurück (punar + me) (avy.). Ātmā: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 1/1). Punar: wieder, zurück (punar + me) (avy.). Āyur: Leben, Lebenskraft, Lebensdauer (n. 1/1). Āgāt: herbeikommen (luṅ III/1). Punaḥ: wieder, zurück (punar + me) (avy.). Prāṇaḥ: Lebenshauch, Lebensatem (m. 1/1). Punar: wieder, zurück (punar + me) (avy.). Ākūtam: Absicht, Wille (n. 1/1). Āgāt: herbeikommen (luṅ III/1). Vaiśvānaraḥ: Vaiśvānara, das allen Menschen gehörende Feuer (m. 1/1). Vāvṛdhānaḥ: wachsend, erstarkend (participle). Antar: innen, innerhalb, zwischen durch, hinein (avy.). Tiṣṭhatu: stehen, verweilen, sich befinden; (Kausativ) aufstellen (loṭ III/1). Amṛtasya: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 6/1). Gopāḥ: Hüter, Wächter (m. 1/1).
46
अस्य श्री रुद्राध्याय प्रश्न महामन्त्रस्य अघोर ऋषिः अनुष्टुप् छन्दः सङ्कर्षणमूर्तिस्वरूपो योऽसावादित्यः परमपुरुषः स एष रुद्रो देवता ।
asya śrī rudrādhyāya praśna mahāmantrasya aghora ṛṣiḥ anuṣṭup chandaḥ saṅkarṣaṇamūrtisvarūpo yo'sāvādityaḥ paramapuruṣaḥ sa eṣa rudro devatā ।
Für dieses ehrwürdige Rudra-Kapitel, diesem Abschnitt des grossen Mantras ist Aghora der Seher, Anuṣṭup ist das Versmass, seine wahre Gestalt ist Saṅkarṣana. Er ist zusammen mit Āditya. Er ist die höchste Wesenheit als Rudra, der Gottheit.
Asya: dieser, diese, dieses (Demonstrativpronomen) (m. 6/1). Śrī: Pracht, Schönheit, Glanz, Majestät, erhaben, ehrwürdig, herrlich (m. 1/1). Rudra: Rudra, der Heulende, Sturmgott; der Zerstörer-Aspekt Śivas (sam.). Adhyāya: Studium, Abschnitt, Lektion, Kapitel (sam.). Praśna: Frage, Befragung, Erkundigung, Aufgabe, Bezeichnung von kleineren Abschnitten in einigen Werken, Geflecht, Korb (sam.). Mahā: gross, mächtig (sam.). Mantrasya: Mantra, Spruch (m. 6/1). Aghora: nicht-furchterregend, friedvoll (m. 1/1). Ṛṣiḥ: Seher, Ṛṣi (m. 1/1). Anuṣṭup: Anuṣṭubh (Versmass) (f. 1/1). Chandaḥ: Metrum, Versmass (n. 1/1). Saṅkarṣaṇa: Zusammenrückung, Nähe; Name einer vedischen Gottheit (sam.). Mūrti: fester Körper, Form, Erscheinungsform, erstes astrologisches Haus (sam.). Svarūpaḥ: Eigenwesen, wahre Gestalt (m. 1/1). Yaḥ: welcher, welche, welches (Relativpronomen) (m. 1/1). Sā: der, die, das; er, sie, es (Demonstrativpronomen) (f. 1/1). Ādityaḥ: Āditya, Sohn der Aditi; die Sonnengötter (m. 1/1). Parama: höchster, äusserster (sam.). Puruṣaḥ: Mensch, Mann, Person; der Puruṣa (m. 1/1). Sa: der, die, das; er, sie, es (Demonstrativpronomen) (m. 1/1). Eṣa: dieser, diese, dieses (m. 1/1). Rudraḥ: Rudra, der Heulende, Sturmgott; der Zerstörer-Aspekt Śivas (m. 1/1). Devatā: Gottheit, Göttlichkeit, göttliche Würde (f. 1/1).
47
नमः शिवायेति बीजम् । शिवतरायेति शक्तिः । नमः सोमायेति कीलकम् । श्री साम्बपरमेश्वरप्रीत्यर्ते जपे विनियोगः ॥
namaḥ śivāyeti bījam । śivatarāyeti śaktiḥ । namaḥ somāyeti kīlakam । śrī sāmbaparameśvaraprītyarte jape viniyogaḥ ॥
Namaḥ Śivāya sei das erhabene Bīja, Śivatarāya sei die machtvolle Śakti, Mahādevāya sei das schützende Kīlaka. Zum Zwecke der Vollendung, durch die Gnade des heiligen Śrī Sāmbasadāśiva, wird dieses Japa vollzogen.
Namaḥ: Verehrung, Verneigung, Huldigung (n. 1/1). Śivāya: gütig, heilbringend, gnädig (m. 4/1). Iti: so sei es, auf diese Weise (avy.). Bījam: Same, Keim; Bīja-Silbe (n. 1/1). Śivatarāya: gütiger, heilbringender (Komparativ) (m. 4/1). Iti: so sei es, auf diese Weise (avy.). Śaktiḥ: Kraft, Fähigkeit, Śakti (f. 1/1). Mahādevāya: Mahādeva, der grosse Gott (Beiname Śivas) (m. 4/1). Iti: so sei es, auf diese Weise (avy.). Kīlakam: Pflock, Keil; Kīlaka (Schlüsselsilbe eines Mantras) (n. 1/1). Śrī: Pracht, Schönheit, Glanz, Majestät, erhaben, ehrwürdig, herrlich (m. 1/1). Sāmba: Sāmba, Śiva mit Ambā (sam.). Sadā: allzeits, stets, immerwährend, immer (avy.). Śiva: Śiva, der Gütige (Name Gottes) (m. 1/1). Prasāda: Gnade, Gunst, Klarheit, Reinheit, Gnadengeschenk (sam.). Siddhi: das ans Ziel Gelangen, Zustandekommen, Gelingen, Vollendung, Erfolg, Vollkommenheit, Zaubermacht (sam.). Arthe: Zweck, Ziel, Sache, Bedeutung (m. 7/1). Jape: Rezitation, Gebet (m. 7/1). Viniyogaḥ: Anwendung, Zweck (m. 1/1).
48
अग्निहोत्रात्मने अङ्गुष्ठाभ्यां नमः ।
agnihotrātmane aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ ।
Om! Verehrung dem, dessen Wesen das Agnihotra ist, mit den beiden Daumen.
Oṃ: Der Urklang des Universums. Die erste Schwingung der Schöpfung (avy.). Agnihotra: Feueropfer, Brandopfer, geheiligtes Feuer (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Aṅguṣṭhābhyām: Daumen (m. 3/2). Namaḥ: Verehrung, Verneigung, Huldigung (n. 1/1).
49
दर्शपूर्णमासात्मने तर्जनीभ्यां नमः ।
darśapūrṇamāsātmane tarjanībhyāṃ namaḥ ।
Verehrung dem, dessen Wesen das Neu- und Vollmondopfer ist, mit beiden Zeigefingern.
Darśa: Darśa, Neumondopfer (sam.). Pūrṇa: voll, vollständig (sam.). Māsa: Monat (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Tarjanībhyām: Zeigefinger (f. 3/2). Namaḥ: Verehrung, Verneigung, Huldigung (n. 1/1).
50
चातुर्मास्यात्मने मध्यमाभ्यां नमः ।
cāturmāsyātmane madhyamābhyāṃ namaḥ ।
Verehrung dem, dessen Wesen das Tertialsopfer ist, mit den beiden Mittelfingern.
Cāturmāsya: Cāturmāsya-Opfer (Viermonatsopfer) (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Madhyamābhyām: Mittelfinger (f. 3/2). Namaḥ: Verehrung, Verneigung, Huldigung (n. 1/1).
51
निरूढपशुबन्धात्मने अनामिकाभ्यां नमः ।
nirūḍhapaśubandhātmane anāmikābhyāṃ namaḥ ।
Verehrung dem, dessen Wesen das Tieropfer ist, mit den beiden Ringfingern.
Nirūḍhapaśubandha: Nirūḍhapaśubandha, das Tieropfer (sam.). Bandha: Band, Fessel, Verbindung (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Anāmikābhyām: Ringfinger (f. 3/2). Namaḥ: Verehrung, Verneigung, Huldigung (n. 1/1).
52
ज्योतिष्टोमात्मने कनिष्ठिकाभ्यां नमः ।
jyotiṣṭomātmane kaniṣṭhikābhyāṃ namaḥ ।
Verehrung dem, dessen Wesen das Jyotiṣṭhoma Opfer ist.
Jyotiṣṭoma: Lobpreis des Lichtes, eine Somafeier, welche als die Grundform dieser Gattung von liturgischen Handlungen angesehen wird (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Kaniṣṭhikābhyām: kleiner Finger (f. 3/2). Namaḥ: Verehrung, Verneigung, Huldigung (n. 1/1).
53
सर्वक्रत्वात्मने करतलकरपृष्ठाभ्यां नमः ॥
sarvakratvātmane karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ namaḥ ॥
Verehrung dem, dessen Wessen alle Opfer sind, mit beiden Handflächen und Handrücken.
Sarva: ganz, vollstaändig, all, jeder, alles (sam.). Kratu: Opfer, Opferhandlung; Einsicht, Kraft (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Kata: Handfläche, Fläche (Lesart: karatala) (sam.). Karapṛṣṭhābhyām: Handrücken (n. 3/2). Namaḥ: Verehrung, Verneigung, Huldigung (n. 1/1).
54
अग्निहोत्रात्मने हृदयाय नमः ।
agnihotrātmane hṛdayāya namaḥ ।
Verehrung dem, dessen Wesen das Agnihotra ist, mit dem Herzen.
Agnihotra: Feueropfer, Brandopfer, geheiligtes Feuer (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Hṛdayāya: Herz (n. 4/1). Namaḥ: Verehrung, Verneigung, Huldigung (n. 1/1).
55
दर्शपूर्णमासात्मने शिरसे स्वाहा ।
darśapūrṇamāsātmane śirase svāhā ।
Svāhā dem, dessen Wesen Neu- und Vollmondopfer ist, mit dem Haupte.
Darśa: Darśa, Neumondopfer (sam.). Pūrṇa: voll, vollständig (sam.). Māsa: Monat (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Śirase: Kopf, Haupt (n. 4/1). Svāhā: ein ritueller Ausruf. Möge es so sein (avy.).
56
चातुर्मास्यात्मने शिखायै वषट् ।
cāturmāsyātmane śikhāyai vaṣaṭ ।
Vaṣaṭ dem, dessen Wesen das Tertialsopfer ist, mit dem Haarschweif.
Cāturmāsya: Cāturmāsya-Opfer (Viermonatsopfer) (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Śikhāyai: Haarschopf, Flamme (f. 4/1). Vaṣaṭ: ein Opferausruf (avy.).
57
निरूढपशुबन्धात्मने कवचाय हुम् ।
nirūḍhapaśubandhātmane kavacāya hum ।
Hum dem, dessen Wesen das Tieropfer ist, mit dem Schutzamulet.
Nirūḍhapaśubandha: Nirūḍhapaśubandha, das Tieropfer (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Kavacāya: Panzer, Schutzhülle (n. 4/1). Hum: Bījamantra, welches zum Schutz und als Abwehrkraft dient (avy.).
58
ज्योतिष्टोमात्मने नेत्रत्रयाय वौषट् ।
jyotiṣṭomātmane netratrayāya vauṣaṭ ।
Vauṣaṭ dem, dessen Wesen das Jyotiṣṭhoma Opfer ist, mit den drei Augen.
Jyotiṣṭoma: Lobpreis des Lichtes, eine Somafeier, welche als die Grundform dieser Gattung von liturgischen Handlungen angesehen wird (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Netratrayāya: die drei Augen (n. 4/1). Vauṣaṭ: ein Opferausruf (avy.).
59
सर्वक्रत्वात्मने अस्त्राय फट् ।
sarvakratvātmane astrāya phaṭ ।
Phaṭ dem, dessen Wesen alle Opfer sind, mit dem Geschoss.
Sarva: ganz, vollstaändig, all, jeder, alles (sam.). Kratu: Opfer, Opferhandlung; Einsicht, Kraft (sam.). Ātmane: Selbst, Seele, Wesen, Hauch (m. 4/1). Astrāya: Waffe, Geschoss (n. 4/1). Phaṭ: eine mystische Silbe: krach, patsch (avy.).
60
भूर्भुवस्सुवरोमिति दिग्बन्धः ॥
bhūrbhuvassuvaromiti digbandhaḥ ॥
Om! Erde! Luftraum! Himmel! Om! So sei es. Alle Himmelsrichtungen sind miteinander verbunden.
Bhūr: Erde (avy.). Bhuvas: Luftraum (avy.). Suvar: Himmel, Sonnenlicht (Vyāhṛti) (avy.). Iti: so sei es, auf diese Weise (avy.). Dik: Richtung, Himmelsrichtung (sam.). Bandhaḥ: Band, Fessel, Verbindung (m. 1/1).
61
॥ ध्यानम् ॥
॥ dhyānam ॥
Kontemplation
62
आपातालनभः स्थलान्तभुवनब्रह्माण्डमाविस्फुरत् ज्योतिः स्फाटिकलिङ्गमौलिविलसत्पूर्णेन्दुवान्तामृतैः ॥
āpātālanabhaḥ sthalāntabhuvanabrahmāṇḍamāvisphurat jyotiḥ sphāṭikaliṅgamaulivilasatpūrṇenduvāntāmṛtaiḥ ॥
Von der Unterwelt bis zum Himmel, bis zur Grenze der Erde und der Welten, das ganze Weltenei durchmessend, dieses Licht, es leuchtet auf. Wie ein Bergkristall erststrahlt dieses Liṅga auf der Stirn. Im Innern ist es voll der lichten Tropfen des Mondes, der Unsterblichkeit.
Āpātāla: Unterwelt (sam.). Nabhaḥ: Himmel, Luftraum (sam.). Sthala: Erde, Boden, Abschnitt, Kapitel, Erdaufschüttung, Anhöhe, Erdboden, Fussboden, Platz, Ort, Stelle (sam.). Anta: Ende, Grenze (sam.). Bhuvana: Welt, Wesen (sam.). Brahmāṇḍa: Brahmas Ei, das Weltall, die Welt (sam.). Mā: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (2/1). Visphurat: aufleuchtend, zuckend (participle). Jyotiḥ: Licht, Glanz (n. 1/1). Sphāṭika: kristallen (sam.). Liṅga: Kennzeichen, Abzeichen, Merkmal, Geschlechtszeichen, Phallus (n. 1/1). Mauli: Haupt, Scheitel, Diadem (sam.). Vilasat: strahlend, glänzend, glitzernd (participle). Pūrṇa: voll, vollständig (sam.). Indu: Mond, lichter Tropfen, Funken, Somatropfen (sam.). Ānta: Ende, Grenze (m. 1/1). Amṛtaiḥ: Unsterblichkeit, Nektar; unsterblich (n. 3/3).
63
अस्तोकाप्लुतमेकमीशमनिशं रुद्रानुवाकाञ्जपन् ध्यायेदीप्सितसिद्धये ध्रुवपदं विप्रोऽभिषिञ्चेच्छिवम् ॥
astokāplutamekamīśamaniśaṃ rudrānuvākāñjapan dhyāyedīpsitasiddhaye dhruvapadaṃ vipro'bhiṣiñcecchivam ॥
Er ist der nicht unbedeutende, alles durchströmende eine Herr. Durch stetes rezitieren der Rudra Anuvākas, möge man über Ihn kontemplieren, um den Wunsch zur Vollendung zu bringen. Mit beharrlichem Schritt weiht der Dichter den Gütigen Śiva.
Astoka: nicht gering, unbedeutend (sam.). Āplutam: übergossen, durchströmt (participle). Ekam: eins, ein (numeral). Īśam: Herr, Gebieter (m. 2/1). Aniśam: immer, stets, ununterbrochen (avy.). Rudra: Rudra, der Heulende, Sturmgott; der Zerstörer-Aspekt Śivas (sam.). Anuvākām: Anuvāka, Abschnitt, Rezitationseinheit (f. 2/1). Japam: Rezitation, Gebet (m. 2/1). Dhyāyet: meditieren, betrachten, nachsinnen (vidhiliṅ III/1). Īpsita: begehrt, erwünscht, lieb, der Geliebte, Wunsch (sam.). Siddhaye: das ans Ziel Gelangen, Zustandekommen, Gelingen, Vollendung, Erfolg, Vollkommenheit, Zaubermacht (f. 4/1). Dhruva: fest, beständig; Name eines Soma-Bechers (sam.). Padam: Stelle, Ort, Fuss, Stufe (n. 2/1). Vipraḥ: Brahmane, Priester (m. 1/1). Abhiṣiñcet: salben, weihen, besprengen (vidhiliṅ III/1). Śivam: Śiva, der Gütige (Name Gottes) (m. 2/1).
64
ब्रह्माण्डव्याप्तदेहा भसितहिमरुचा भासमाना भुजङ्गैः कण्ठे कालाः कपर्दाकलित शशिकलाश्चण्डकोदण्ड हस्ताः ॥
brahmāṇḍavyāptadehā bhasitahimarucā bhāsamānā bhujaṅgaiḥ kaṇṭhe kālāḥ kapardākalita śaśikalāścaṇḍakodaṇḍa hastāḥ ॥
Das Weltenei mit seinem von Asche bedeckten Körper durchdringend, strahlend wie Schnee. Um den Hals Schlangen, die Dunkeln, geschmückt mit dem Halbmond im verfilztem Haar, den schrecklichen Bogen in der Hand.
Brahmāṇḍa: Brahmas Ei, das Weltall, die Welt (sam.). Vyāpta: √vyāp (ausfüllen, durchdringen, verbreiten) durchdrungen, erfüllt von (sam.). Dehāḥ: Körper, Masse, Person (m. 1/3). Bhasita: √bhas (verbrennen) verbrannt, mit Asche bedeckt (sam.). Hima: Schnee, Frost (sam.). Rucā: Glanz, Licht (f. 3/1). Bhāsamānā: strahlend, leuchtend (participle). Bhujaṅgaiḥ: Schlange (m. 3/3). Kaṇṭhe: Hals, Kehle (m. 7/1). Kālāḥ: schwarz (m. 1/3). Kaparda: Haarknoten, verfilztes Haar (sam.). Ākalita: geschmückt, geziert mit (sam.). Śaśikalā: Mondsichel (f. 1/1). Caṇḍa: furchtbar, schrecklich (sam.). Kodaṇḍa: Bogen (sam.). Hastāḥ: Hand (m. 1/3).
65
त्र्यक्षा रुद्राक्षभूषः प्राणदभयहर शाम्भवा मूर्तिभेदा रुद्राः श्रीरुद्रसुउक्तप्रकटितविभवा नः प्रयच्छन्तु सौख्यम् ॥
tryakṣā rudrākṣabhūṣaḥ prāṇadabhayahara śāmbhavā mūrtibhedā rudrāḥ śrīrudrasuuktaprakaṭitavibhavā naḥ prayacchantu saukhyam ॥
Die Dreiaugigen mit Rudrākṣa-Rosenkränzen Geschmückten, sie sind die Verleiher der Lebenskraft. Sie sind die Zerstörer der Angst. Sie sind dem Śambhu gehörig. Sie sind von vielerlei Gestalt. Es sind die Rudras, deren Pracht im heiligen Rudrasūkta offenbar wird. Mögen sie uns Wohlergehen schenken.
Tri: drei (sam.). Akṣā: Auge, Perlen (m. 1/3). Rudra: Rudra, der Heulende, Sturmgott; der Zerstörer-Aspekt Śivas (sam.). Akṣa: Auge, Perlen (sam.). Mālāḥ: Kranz, Kette, Reihe (f. 1/3). Prāṇada: das Leben schenkend, rettend, das Einatmen gebend (sam.). Bhaya: Schrecken, Gefahr, Not, Angst vor (sam.). Hara: Hara, der Wegnehmer (Beiname Śivas) (m. 1/1). Śāmbhavā: zu Śambhu gehörig (m. 1/3). Mūrti: fester Körper, Form, Erscheinungsform, erstes astrologisches Haus (sam.). Bhedā: Unterschied, Art, Spaltung (m. 1/3). Rudrāḥ: Rudra, der Heulende, Sturmgott; der Zerstörer-Aspekt Śivas (m. 1/3). Śrī: Pracht, Schönheit, Glanz, Majestät, erhaben, ehrwürdig, herrlich (f. 1/1). Rudra: Rudra, der Heulende, Sturmgott; der Zerstörer-Aspekt Śivas (sam.). Sūkta: Sūkta, Hymne; wohl gesprochen (sam.). Prakaṭita: offenbart werden (sam.). Vibhavāḥ: Reichtum, Macht, Herrlichkeit (m. 1/3). Naḥ: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (4/3). Prayacchantu: geben, gewähren (loṭ III/3). Saukhyam: Glück, Behagen (n. 2/1).
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शुद्धस्फटिकसंकाशं शुद्धविद्याप्रदायकम् । शुद्धम्पूर्णं चिदानन्दं सदाशिव महम्भजे ॥
śuddhasphaṭikasaṃkāśaṃ śuddhavidyāpradāyakam । śuddhampūrṇaṃ cidānandaṃ sadāśiva mahambhaje ॥
Rein wie ein Bergkristall, die reine Lehre schenkend, Reinheit in Fülle, Glückseligkeitsbewusstsein. Den immerwährend Gütigen, Sadāśiva, verehre ich.
Śuddha: rein, klar, makellos (sam.). Sphaṭika: Bergkristall (sam.). Saṃkāśam: Aussehen; gleichend, ähnlich (n. 2/1). Śuddha: rein, klar, makellos (sam.). Vidyā: das Wissen, die Wissenschaft, Lehre (f. 1/1). Pradāyakam: gebend, spendend (m. 2/1). Śuddham: rein, heilig, fehlerlos, unschuldig (n. 2/1). Pūrṇam: voll, vollständig (m. 2/1). Cid: Bewusstsein (sam.). Ānandam: Wonne, Glückseligkeit (m. 2/1). Sadā: allzeits, stets, immerwährend, immer (avy.). Śivam: Śiva, der Gütige (Name Gottes) (m. 2/1). Aham: ich, wir (Pronomen der 1. Person) (1/1). Bhaje: verehren, anbeten, teilhaben (laṭ I/1).