Tarpaṇa für Devas, Ṛṣis und Pitṛs
Studien-PDF herunterladenQuelle: Deutsche Bearbeitung nach P. V. R. Narasimha Rao, „Tarpana for Devas, Rishis and Pitris – Simplest Procedure“ (vedicastrologer.org/tarpana, EasyHoma.org). Die Mantras folgen seiner Vorlage, die Anweisungen sind frei in eigenen Worten wiedergegeben.
Anrufung
1
ॐ श्रीमहागणपतये नमः ॥
oṃ śrīmahāgaṇapataye namaḥ ॥
Oṃ. Verehrung dem erhabenen grossen Gaṇapati.
Oṃ: die heilige Silbe Oṃ, Praṇava (avy.). Śrīmahāgaṇapataye: dem erhabenen grossen Gaṇapati, Herrn der Scharen (m. 4/1). Namaḥ: Verehrung, Verneigung (mit Dativ) (avy.).
Narasimha Rao, Tarpana – Simplest Procedure
2
ॐ श्रीगुरुभ्यो नमः ॥
oṃ śrīgurubhyo namaḥ ॥
Oṃ. Verehrung den erhabenen Lehrern.
Oṃ: die heilige Silbe Oṃ, Praṇava (avy.). Śrīgurubhyaḥ: den erhabenen Lehrern (m. 4/3). Namaḥ: Verehrung, Verneigung (mit Dativ) (avy.).
Narasimha Rao, Tarpana – Simplest Procedure
3
ॐ ऋषिभ्यो नमः ॥
oṃ ṛṣibhyo namaḥ ॥
Oṃ. Verehrung den Sehern.
Oṃ: die heilige Silbe Oṃ, Praṇava (avy.). Ṛṣibhyaḥ: den Sehern, Ṛṣis (m. 4/3). Namaḥ: Verehrung, Verneigung (mit Dativ) (avy.).
Narasimha Rao, Tarpana – Simplest Procedure
Zuvor setzt man sich ruhig hin, mit gekreuzten Beinen oder auf einen Stuhl, und nimmt sich vor, die Götter, die Seher, die göttlichen Wesen und die Ahnen zu erfreuen. Dann gibt man mit dem Löffel etwas Wasser in die rechte Handfläche und spült sie damit aus.
Die drei Anrufungen stehen in der Vorlage als Kopfzeile über der Anleitung: an Gaṇapati, der Hindernisse aus dem Weg räumt, an die Lehrer und an die Seher. Man kann sie vor dem Ausspülen der Hand leise sprechen.
Für die Devas
4
ॐ देवास्तृप्यन्ताम् ॥
oṃ devās tṛpyantām ॥
Oṃ. Mögen die Götter gesättigt sein.
Oṃ: die heilige Silbe Oṃ, Praṇava (avy.). Devāḥ: Götter, Devas (m. 1/3). Tṛpyantām: gesättigt, zufrieden werden (√tṛp, 4. Klasse); davon tarpaṇa, „das Sättigen“ (loṭ III/3).
Narasimha Rao, Tarpana – Simplest Procedure
Die rechte Hand liegt offen, die Handfläche nach oben. Man giesst mit dem Löffel Wasser hinein, denkt an die vielen Gottheiten, die man erfreuen will, und spricht das Mantra. Dabei neigt man die Hand nach vorn, sodass das Wasser über die Spitzen der vier Finger abläuft.
Die Fingerspitzen heissen in der Überlieferung Daiva-Tīrtha, die „Furt der Götter“.
Für die sieben Seher
5
ॐ सप्तर्षयस्तृप्यन्ताम् ॥
oṃ saptarṣayas tṛpyantām ॥
Oṃ. Mögen die sieben Seher gesättigt sein.
Oṃ: die heilige Silbe Oṃ, Praṇava (avy.). Saptarṣayaḥ: die sieben Seher (Saptarṣis), die die Welt zusammenhalten (m. 1/3). Tṛpyantām: gesättigt, zufrieden werden (√tṛp, 4. Klasse); davon tarpaṇa, „das Sättigen“ (loṭ III/3).
Narasimha Rao, Tarpana – Simplest Procedure
Wieder Wasser in die Handfläche. Man denkt an die sieben Seher, die Saptarṣis, von denen es heisst, sie hielten das Weltall zusammen, spricht das Mantra und lässt das Wasser wie zuvor über die vier Fingerspitzen ablaufen.
Für die Seher und göttlichen Menschen
6
ॐ ऋषयो दिव्यमनुष्यास्तृप्यन्ताम् ॥ १ ॥ ॐ ऋषयो दिव्यमनुष्यास्तृप्यन्ताम् ॥ २ ॥
oṃ ṛṣayo divyamanuṣyās tṛpyantām ॥ 1 ॥ oṃ ṛṣayo divyamanuṣyās tṛpyantām ॥ 2 ॥
Oṃ. Mögen die Seher, die göttlichen Menschen, gesättigt sein. (zweimal)
Oṃ: die heilige Silbe Oṃ, Praṇava (avy.). Ṛṣayaḥ: Seher, Ṛṣis (m. 1/3). Divyamanuṣyāḥ: göttliche Menschen, vom Göttlichen erfüllte Menschen (divya-manuṣya) (m. 1/3). Tṛpyantām: gesättigt, zufrieden werden (√tṛp, 4. Klasse); davon tarpaṇa, „das Sättigen“ (loṭ III/3).
Narasimha Rao, Tarpana – Simplest Procedure
Wasser in die Handfläche. Man denkt an die übrigen Seher und an die göttlich inspirierten Menschen, spricht das Mantra und lässt das Wasser diesmal über den Handballen unter dem kleinen Finger ablaufen, also zur Seite hin. Das Ganze geschieht zweimal: zweimal Wasser, zweimal das Mantra, zweimal ablaufen lassen.
Die Stelle am Ansatz des kleinen Fingers heisst Kāya- oder Prājāpatya-Tīrtha. Narasimha Rao deutet sie als Merkurberg: Sitz des klaren Denkens und des Willens, in der Welt etwas zu vollbringen.
Für die Ahnen
7
ॐ पितरस्तृप्यन्तां तेभ्यः स्वधा नमः ॥ १ ॥ तेभ्यः स्वधा नमः ॥ २ ॥ तेभ्यः स्वधा नमः ॥ ३ ॥
oṃ pitaras tṛpyantāṃ tebhyaḥ svadhā namaḥ ॥ 1 ॥ tebhyaḥ svadhā namaḥ ॥ 2 ॥ tebhyaḥ svadhā namaḥ ॥ 3 ॥
Oṃ. Mögen die Ahnen gesättigt sein; ihnen Svadhā, ihnen Verehrung. (Der zweite Teil wird zweimal wiederholt.)
Oṃ: die heilige Silbe Oṃ, Praṇava (avy.). Pitaraḥ: Väter, Ahnen, Pitṛs (m. 1/3). Tṛpyantām: gesättigt, zufrieden werden (√tṛp, 4. Klasse); davon tarpaṇa, „das Sättigen“ (loṭ III/3). Tebhyaḥ: ihnen, für sie (m. 4/3). Svadhā: Opferruf bei Gaben an die Ahnen, wie svāhā bei Gaben an die Götter (avy.). Namaḥ: Verehrung, Verneigung (mit Dativ) (avy.).
Narasimha Rao, Tarpana – Simplest Procedure
Wasser in die Handfläche. Man denkt an die Ahnen und an alle Verstorbenen, denen man etwas schuldet, und spricht das ganze Mantra. Das Wasser läuft jetzt zwischen Daumen und Zeigefinger ab, über den Ballen unter dem Zeigefinger. Dreimal: beim zweiten und dritten Mal genügt der Schluss, tebhyaḥ svadhā namaḥ.
Diese Stelle ist das Pitṛ-Tīrtha, die „Furt der Ahnen“.
Zum Schluss spült man die Hand noch einmal mit etwas Wasser aus, bleibt einen Augenblick still und dankbar für das, was man von Göttern, Sehern, göttlichen Wesen und Ahnen empfangen hat, und stellt sich vor, dass sie erfreut sind. Das Wasser kann man danach am Fuss eines Baumes oder einer Pflanze ausgiessen.
Was Tarpaṇa ist. Tarpaṇa heisst „Sättigen“ (von tṛp, „satt werden“): eine Wassergabe an die Götter, die Seher und die Ahnen, denen man von Geburt an etwas schuldet. Man lässt Wasser aus der rechten Hand an einer bestimmten Stelle ablaufen und spricht dazu ein kurzes Mantra. Nach aussen werden so Wesen gesättigt, deren Wünsche noch nachwirken; nach innen löst man sich von Prägungen, die man von Eltern und Ahnen mitbekommen hat. Diese einfachste Form braucht nur ein Gefäss mit Wasser und einen Löffel und dauert ein bis zwei Minuten.
Wann. An jedem Tag, am besten täglich, sonst wöchentlich oder wenigstens monatlich. Besonders günstig sind Amāvāsyā (Neumond), Tage einer Finsternis, Tage mit dem Yoga Vyatīpāta, Saṅkrānti (der Eintritt der Sonne in ein neues Zeichen) und der Pitṛpakṣa, die dunkle Monatshälfte des Bhādrapada. Wer Sesam ins Wasser gibt, wie bei den längeren Formen für die Ahnen, lässt ihn weg an einem Sonntag mit Saptamī, an einem Freitag mit einer Nandā-Tithi (1., 6., 11.), an einem Sonntag mit dem Mond in Bharaṇī, Kṛttikā oder Maghā und am eigenen Geburtstag. Nicht in einem Schlafraum üben; jeder andere Raum, Balkon oder Garten ist geeignet. Tarpaṇa kann jeder machen, auch wer einen lebenden Vater hat, und Frauen ebenso wie Männer.
Quelle. Diese Seite ist eine deutsche Bearbeitung der Anleitung Tarpana for Devas, Rishis and Pitris – Simplest Procedure von P. V. R. Narasimha Rao (Original-PDF, Erläuterung und FAQ, weitere Fassungen auf EasyHoma.org). Mantras und Ablauf folgen ihm; die Anweisungen sind frei in eigenen Worten wiedergegeben, Übersetzung und Wortglossar hinzugefügt. Die Rechte am Original liegen beim Verfasser. Er zeigt den Ablauf selbst im Video Simplest Possible Tarpana Ritual. Die Umschrift verbindet die Wörter nach den Sandhi-Regeln (devās tṛpyantām), wo die Vorlage sie unverbunden schreibt.