Uttara-Bhādrapadā

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उत्तरभाद्रपदा 26. Nakṣatra · 3°20′ bis 16°40′ Mīna (siderisch) · Herrscher Śani

Uttara-Bhādrapadā ist die hintere Hälfte des Paares, dessen vordere Hälfte im vorhergehenden Abschnitt steht. Die vedischen Texte nennen es schlicht úttare, „die hinteren" — der Nakṣatra-Name selbst wird nicht wiederholt, er ist aus dem vorangehenden Satz zu ergänzen. Die Gottheit ist Ahi Budhnya, „die Schlange der Tiefe", ein Regen- und Wolkenwesen. Und hier steht der klarste Textdefekt der ganzen Reihe: das Sūrya-Siddhānta gibt für die Yogatārā dieses Abschnitts die Länge des einen und die Breite des anderen Sterns. Das ist nicht auflösbar, und es wird unten auch nicht aufgelöst, sondern gezeigt.

Himmelsabschnitt und Pādas

Uttara-Bhādrapadā reicht von 333°20′ bis 346°40′ siderischer Länge und liegt vollständig im Rāśi Mīna (Fische) — anders als sein vorderes Gegenstück, das über eine Zeichengrenze reicht. Alle vier Pādas tragen denselben Rāśi und damit auch dasselbe, was am Rāśi hängt.

PādavonbisNavāṃśaPuruṣārthaSilbe
13°20′ Mīna6°40′ MīnaSiṃhaDharmaदू
26°40′ Mīna10°00′ MīnaKanyāArthatha
310°00′ Mīna13°20′ MīnaTulāKāmajha
413°20′ Mīna16°40′ MīnaVṛścikaMokṣaña

Die Gradgrenzen und die Navāṃśa-Zuordnung sind reine Arithmetik und gegen die eigene Berechnungsbibliothek geprüft. Mīna ist ein zweikörperliches Zeichen; seine Navāṃśa-Reihe beginnt deshalb beim fünften von ihm aus, also bei Karka, und ist bei Uttara-Bhādrapadā schon bei Siṃha angelangt. Die Silben stammen aus der Lehrüberlieferung; ein klassischer Vers, der sie festlegt, liess sich hier nicht nachweisen. Auffällig ist, dass drei der vier Silben aspirierte Einzelkonsonanten sind (tha, jha, ña) — Laute, mit denen kaum ein Rufname beginnt; diese Reihe ist die klanglich sperrigste der ganzen Tabelle.

Dass alle vier Pādas in Mīna liegen, sagt der Vers, der die Pādas auf die Zeichen verteilt:

Ārambha-Kursverse, Rāśi-Abschnitt (Mīna)

पूर्वाभाद्रपदापादम् एकम् उत्तराभाद्रपदा रेवत्यन्तं मीनः

pūrvābhādrapadāpādam ekam uttarābhādrapadā revatyantaṃ mīnaḥ

Ein Pāda von Pūrvābhādrapadā, [die vier von] Uttarābhādrapadā und [alles weitere] bis zum Ende von Revatī [bilden] Mīna [die Fische].

Pūrvābhādrapadāpādam: ein Pāda von Pūrvābhādrapadā; wörtl. pūrvābhādrapadā (25. Nakṣatra) + pāda (Viertel) (n. 1/1). Ekam: ein, eines (n. 1/1). Uttarābhādrapadā: Uttarābhādrapadā, 26. Nakṣatra (f. 1/1). Revatyantaṃ: mit Revatī (27. Nakṣatra) endend, bis zum Ende von Revatī; wörtl. revatī + anta (Ende) (n. 1/1). Mīnaḥ: Mīna, die Fische (12. Rāśi) (m. 1/1).

Quelle ungeklärt (Ārambha-Kursmaterial, Pt. Sanjay Rath)

Die Devatā

Über den Abschnitt herrscht Ahi Budhnya, wörtlich „die Schlange des Grundes" oder „die Schlange der Tiefe". Die Zuordnung steht übereinstimmend in Taittirīya-Saṃhitā, Taittirīya-Brāhmaṇa und bei Varāhamihira (ahirbudhnyaḥ, Bṛhat Saṃhitā 97.5); ein Widerspruch zwischen den Zeugen besteht nicht.

Was mit dieser Schlange gemeint ist, sagt Bhaṭṭabhāskara Miśra in seinem Kommentar so deutlich, wie man es sich wünschen kann: ahir meghaḥ tātsthyād ucyate | budhne meghe bhavo budhniyaḥ — „‚Ahi’ heisst die Wolke, weil er darin wohnt; budhnya ist, wer in der Tiefe, in der Wolke ist." Und weiter: „Mit den beiden Wörtern ist ein Rudra als Herr der Wolken bezeichnet." Ahi Budhnya ist also kein Erdwesen, sondern ein Gewitterwesen: die Schlange im Wolkengrund, aus der der Regen kommt. Alles, was der Kommentar dieser Gottheit an Wirkung zuschreibt, hängt am Regen — und daran, dass die Welt vom Regen getragen wird.

Der Nakṣatreṣṭi-Vers des Brāhmaṇa fügt hinzu, dass Ahi Budhnya „sich ausbreitend" komme und „der Beste der Götter und der Menschen" sei, und dass ihn die somatrinkenden Brāhmaṇas schützten, indem sie ihm mit Verneigung nahen (der Wortlaut steht unten bei den Versen). Es ist eine ungewöhnliche Richtung: nicht der Gott schützt die Menschen, sondern die Menschen schützen den Gott.

Die moderne Nakṣatra-Literatur setzt Ahi Budhnya gern mit der Kuṇḍalinī-Schlange oder mit Śiva gleich. Für beides findet sich in den hier eingesehenen Quellen kein Beleg; Bhaṭṭabhāskaras „ein Rudra als Herr der Wolken" ist das Nächstliegende, was ein klassischer Zeuge dazu sagt, und auch das ist Kommentar, nicht Mūla.

Die Śakti

Jedem Nakṣatra wird eine Śakti zugeschrieben, eine Wirkkraft, in einer eigentümlich dreigliedrigen Form: ein Begriff für die Kraft selbst, dazu etwas „oberhalb" und etwas „unterhalb", und aus dem Zusammentreffen der drei ein Ergebnis. Die Wurzel liegt im Taittirīya-Brāhmaṇa, das zu jedem Nakṣatra ein Paar parastāt („oberhalb") und avastāt („unterhalb") nennt — für Uttara-Bhādrapadā abhiṣiñcantaḥ, „die Besprengenden", und abhiṣuṇvantaḥ, „die Auspressenden". Das mittlere Glied und das Ergebnis fehlen dort. Sie stehen erst im Kommentar, und zwar nicht bei Sāyaṇa, wie häufig angenommen wird, sondern bei Bhaṭṭabhāskara Miśra:

Bhaṭṭabhāskara Miśra, Bhāṣyadīpikā zu Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1

वृष्ट्या जगद् धारयतस् त्रयं भवति परस्ताद् अभिषिञ्चन्तः महीम् अभिवर्षन्तो मेघाः मध्ये कालात्मिका वर्षोद्यमनशक्तयः अवस्ताद् अभिषुण्वन्तः सस्यसमृद्धान् अस्मान् कुर्वाणा यतमानाः एतत्त्रयोपपत्तौ लोकत्रयं स्थितिं भजते

vṛṣṭyā jagad dhārayatas trayaṃ bhavati parastād abhiṣiñcantaḥ mahīm abhivarṣanto meghāḥ madhye kālātmikā varṣodyamanaśaktayaḥ avastād abhiṣuṇvantaḥ sasyasamṛddhān asmān kurvāṇā yatamānāḥ etattrayopapattau lokatrayaṃ sthitiṃ bhajate

Von ihm, der durch Regen die Welt trägt, gibt es ein Dreifaches: oberhalb die Besprengenden — die Wolken, die die Erde beregnen; in der Mitte die zeitgestaltigen Kräfte des Sich-Aufraffens zum Regen; unterhalb die Auspressenden — die sich mühen, uns zum Kornreichtum zu bringen. Wenn diese drei zustande kommen, erlangen die drei Welten Bestand.

Vṛṣṭyā: durch Regen (f. 3/1). Jagad: die Welt, was sich regt (n. 2/1). Dhārayatas: des Tragenden, des Erhaltenden (Part. Präs., m. 6/1). Trayaṃ: eine Dreiheit (n. 1/1). Bhavati: es gibt, entsteht (laṭ III/1). Parastād: oberhalb, darüber (avy.). Abhiṣiñcantaḥ: die Besprengenden, die Begiessenden (m. 1/3). Mahīm: die Erde (f. 2/1). Abhivarṣanto: die beregnenden (m. 1/3). Meghāḥ: die Wolken (m. 1/3). Madhye: in der Mitte (n. 7/1). Kālātmikā: zeitgestaltig, deren Wesen die Zeit ist; wörtl. kāla (Zeit) + ātmikā (wesenhaft) (f. 1/3). Varṣodyamanaśaktayaḥ: die Kräfte des Sich-Aufraffens zum Regen; wörtl. varṣa (Regen) + udyamana (Sich-Aufraffen, Anspannung) + śakti (Kraft) (f. 1/3). Avastād: unterhalb, darunter (avy.). Abhiṣuṇvantaḥ: die Auspressenden, die (den Soma) Kelternden (m. 1/3). Sasyasamṛddhān: zum Kornreichtum gelangt; wörtl. sasya (Saatkorn) + samṛddha (reich geworden) (m. 2/3). Asmān: uns (pron. 2/3). Kurvāṇā: machend, die uns … machen (m. 1/3). Yatamānāḥ: sich mühend, sich anstrengend (m. 1/3). Etattrayopapattau: beim Zusammentreffen dieser drei; wörtl. etad (dies) + traya (Dreiheit) + upapatti (Zustandekommen) (f. 7/1). Lokatrayaṃ: die drei Welten; wörtl. loka (Welt) + traya (Dreiheit) (n. 1/1). Sthitiṃ: Bestand, Dauer (f. 2/1). Bhajate: erlangt, hat teil an (laṭ III/1).

Taittirīya-Brāhmaṇa mit Bhaṭṭabhāskara-Bhāṣya, Aṣṭaka 1, hrsg. A. Mahādeva Śāstrī, Mysore 1908, S. 252 f., Kommentarabschnitt 24. Die Ausgabe druckt an der Stelle sasyasamṛddhān asmān die Lesart sasyasamṛddhāyāsmān und schlägt die hier gesetzte Verbesserung selbst vor. Grammatische Exkurse des Kommentars sind ausgelassen.

Drei Dinge sind an dieser Formel festzuhalten.

Erstens der Plural. Das mittlere Glied heisst hier nicht śakti, sondern śaktayaḥ — „die Kräfte", Mehrzahl. Dasselbe gilt für Pūrva-Bhādrapadā. Von allen 27 Formeln stehen nur diese beiden im Plural; Viśākhā hat als einzige weitere einen Dual. Die moderne Literatur ebnet das durchweg zu einer Einzahl ein. Dass ausgerechnet das Nakṣatrapaar, dessen Sterne eine Figur bilden, den Plural trägt, dürfte kein Zufall der Handschrift sein.

Zweitens das Wort kālātmikā, „zeitgestaltig". Es steht bei allen 27 Formeln und fehlt in der gesamten modernen Wiedergabe. Gemeint ist nicht eine Kraft schlechthin, sondern die Kraft des Zeitlaufs an dieser Himmelsstelle — bei einem Regenwesen also die Kraft, die zur rechten Zeit einsetzt.

Drittens der Bogen des ganzen Bildes. Oben besprengen die Wolken die Erde, unten pressen die Menschen aus, was daraus wächst; dazwischen liegt die Kraft, mit der der Regen sich aufrafft. Kommen die drei zusammen, so „erlangen die drei Welten Bestand". Es ist dieselbe Denkfigur wie bei Pūrva-Bhādrapadā, wo die drei Glieder „die ganze Welt tragen" — die beiden Formeln sind aufeinander gebaut.

Der Steckbrief

Die folgenden Zuschreibungen stammen aus verschiedenen Schichten der Überlieferung. Die Spalte rechts sagt bei jeder, worauf sie sich stützt. Wo eine Angabe in den hier greifbaren Quellen keinen Beleg hat, steht das ausdrücklich da, statt sie stillschweigend mitzuführen.

Himmelsabschnitt3°20′ bis 16°40′ Mīna, siderisch Rechnung; Vers zur Pāda-Verteilung
Fixsterneγ Pegasi und α Andromedae; welcher die yogatārā ist, lässt der Text offen — siehe unten Sūrya-Siddhānta 8.2/8.6; Burgess 1860
Sternzahlacht (vasu) Bṛhat Saṃhitā 97.1–2
HerrscherŚani Viṃśottarī-Reihe
DevatāAhi Budhnya, die Schlange der Tiefe — nach Bhaṭṭabhāskara ein Rudra als Herr der Wolken Taittirīya-Saṃhitā 4.4.10; Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1 und 3.1.2; Bṛhat Saṃhitā 97.5
Śaktivarṣodyamana-śaktayaḥ (Plural), „die zeitgestaltigen Kräfte des Sich-Aufraffens zum Regen" — oberhalb die besprengenden Wolken, unterhalb die Auspressenden; Ergebnis: die drei Welten erlangen Bestand Bhaṭṭabhāskara zu Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1
SymbolKopfteil eines Totenbetts — die Zuordnung vorne/hinten ist im eigenen Material widersprüchlich, siehe unten Lehrüberlieferung
Namensbedeutungältere Form úttare (proṣṭhapadā́ḥ), „die hinteren [Proṣṭhapadās]"; uttara „hinter, später" ist im Text belegt, die Deutung von proṣṭhapadā nicht Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1; siehe unten
Wesensartdhruva / sthira (fest, stehend) Bṛhat Saṃhitā 97.6; Muhūrta-Cintāmaṇi 2.2
Gaṇamanuṣya (menschlich) Muhūrta-Cintāmaṇi 6.29; Nārada-Saṃhitā 29.127
Yoni (Tier)Kuh (go), geteilt mit Uttara-Phalgunī Muhūrta-Cintāmaṇi 6.26
Yoni-Geschlechtin der klassischen Lehre nicht vergeben siehe unten
Nāḍīmadhya (die mittlere) Muhūrta-Cintāmaṇi 6.34
Varṇabrāhmaṇa im Heiratsvergleich (Rāśi Mīna) — rājan, Kṣatriya, in der Gesellschaftszuordnung zwei verschiedene Systeme, siehe unten
GuṇaSattva/Sattva/Tamas im Nakṣatra-Guṇa-Schema — Tamas im Navatārā-Schema zwei verschiedene Systeme, siehe unten
LokaSvarga eigenes Kursmaterial
TattvaĀkāśa (Raum) eigenes Kursmaterial
Mukhaūrdhvamukha (aufwärts blickend) Muhūrta-Cintāmaṇi 2.9
Silbenदू · थ tha · झ jha · ञ ña Lehrüberlieferung
KörperteilSchienbeine — im Nakṣatrapuruṣa-Schema, das ab Kṛttikā zählt eigenes Kursmaterial
Puruṣārthaje Pāda Dharma · Artha · Kāma · Mokṣa Lehrüberlieferung
TätigkeitenWeihe, Besänftigungsritus, Baumpflanzung, Stadtgründung, Pflichtwerke, Aussaat, Hausbau, alle dauerhaften Anfänge Bṛhat Saṃhitā 97.6; Muhūrta-Cintāmaṇi 2.2
MenschengruppenBrahmanen, Opferer, Freigebige, Asketen, sehr Mächtige, Āśrama-Bewohner, Ketzer, Menschenherrscher; Kerngetreide Bṛhat Saṃhitā 15.24
Geburtsdeutungvon sanfter Art, freigebig, vermögend, gelehrt Jātaka-Pārijāta 9.90

Wo die Quellen auseinandergehen

Vorne und hinten — im eigenen Material vertauscht. Das Symbol der beiden Bhādrapadās ist ein Totenbett (oder, in anderer Fassung, ein Bett); Pūrva bekommt das eine Ende, Uttara das andere. Welches Ende welchem gehört, sagt das eigene Kursmaterial an drei Stellen — und widerspricht sich dabei. Der Fliesstext und die Nakṣatramaṇḍala-Tabelle setzen übereinstimmend Uttara = Kopfteil, Pūrva = Fussteil. Die zusammenfassende Symboltabelle am Kapitelende dreht es um und schreibt Uttara „Vorderteil des Totenbettes". Dieselbe Umkehrung steht dort auch beim Paar Pūrva-/Uttara-Phalgunī. Zwei von drei eigenen Stellen stimmen überein, die dritte widerspricht beiden — das sieht nach einem Übertragungsfehler beim Erstellen der Schlusstabelle aus, nicht nach einer Lehrmeinungsdifferenz. Hier wird die Mehrheitslesart geführt und der Fehler benannt, nicht übernommen. Ein klassischer Vers, der das Symbol überhaupt nennt, liess sich nicht finden.

Dazu kommt, im selben Kapitel des eigenen Kursmaterials, ein zweiter Übertragungsfehler: die Tabellenüberschrift zum Navatārā von Uttara-Bhādrapadā trägt den Titel „Das Navatārā für Revatī", während die eingebundene Datei die richtige ist. Ein Fehler in der Bildunterschrift, nicht im Inhalt.

Varṇa. Zwei Systeme laufen unter demselben Wort. Im Heiratsvergleich, dem Melāpaka, wird der Varṇa nach dem Rāśi vergeben, nicht nach dem Nakṣatra:

Muhūrta-Cintāmaṇi 6.22

द्विजा झषालिकर्कटास् ततो नृपा विशो ऽङ्घ्रिजाः

dvijā jhaṣālikarkaṭās tato nṛpā viśo 'ṅghrijāḥ

Brahmanen [sind] Mīna, Vṛścika und Karka; darauf die Fürsten [Kṣatriyas], die Vaiśyas, die Śūdras.

Dvijā: Brahmanen; wörtl. „zweimal Geborene" (m. 1/3). Jhaṣālikarkaṭās: Mīna, Vṛścika und Karka; wörtl. jhaṣa (Fisch = Mīna) + āli (Skorpion = Vṛścika) + karkaṭa (Krebs = Karka) (m. 1/3). Tato: darauf, danach (avy.). Nṛpā: Fürsten, Kṣatriyas; wörtl. nṛ (Mensch) + pa (schützend) (m. 1/3). Viśo: Vaiśyas, die Leute des dritten Standes (f. 1/3). 'ṅghrijāḥ: Śūdras; wörtl. aṅghri (Fuss) + ja (geboren) (m. 1/3).

Der Kommentar löst auf: mīnavṛścikakarkarāśayo dvijā brāhmaṇāḥ — „Mīna, Vṛścika und Karka sind die Zweimalgeborenen, die Brahmanen."

Uttara-Bhādrapadā liegt ganz in Mīna und gehört im Melāpaka also zu den Brahmanen. Die modernen Tabellen geben dagegen meist kṣatriya. Diese Angabe stammt aus Bṛhat Saṃhitā 15.28, wo die drei Uttarā samt Puṣya den rājan, den Königen, zugewiesen werden — eine gesellschaftsprognostische Zuordnung mit sieben Klassen, kein Kūṭa der Heiratsprüfung. Beide Angaben sind für sich richtig; wer mit dem Aṣṭakūṭa rechnet, muss brāhmaṇa ansetzen. Dass hier ausnahmsweise beide Systeme ein hohes Varṇa ergeben, macht den Unterschied nur unauffälliger, nicht kleiner.

Guṇa. Auch hier liegen zwei Systeme übereinander. Das eine ordnet den Nakṣatras Guṇas nach ihrer Stellung im Dreierschritt der Lokas zu und ergibt für Uttara-Bhādrapadā die Folge Sattva/Sattva/Tamas, dazu den Loka Svarga; das andere zählt im Navatārā-Schema und ergibt Tamas nach dem Tārā-Herrscher Śani. Beide stehen im selben eigenen Kursmaterial, an verschiedenen Stellen. Sie widersprechen einander nicht wirklich — sie beantworten verschiedene Fragen —, werden aber regelmässig vermengt.

Yoni-Geschlecht. Die modernen Tabellen geben für Uttara-Bhādrapadā „Kuh, weiblich". Das Tier ist belegt, das Geschlecht nicht. Die klassische Lehre kennt vierzehn Tiere für achtundzwanzig Nakṣatras — jedes Tier also zweimal — und rechnet ausschliesslich mit Freundschaft und Feindschaft der Arten; der Kommentar zum Muhūrta-Cintāmaṇi zitiert dazu das Daivajñamanohara: aṣṭāviṃśatitārāṇāṃ yonayas tu caturdaśa. Uttara-Bhādrapadā teilt die Kuh mit Uttara-Phalgunī, und der Vers stellt beide im selben Versviertel dem Tiger (Citrā, Viśākhā) als Feind gegenüber. Eine Aufteilung des Paares in ein männliches und ein weibliches Tier ist eine spätere Ausdifferenzierung, für die sich kein Vers finden liess.

Wesensart und Tätigkeiten

Die Wahllehre teilt die Nakṣatras nach ihrer Wesensart ein, weil davon abhängt, welche Unternehmung unter ihnen gelingt. Uttara-Bhādrapadā gehört zur Klasse der festen — Varāhamihira nennt sie dhruva, die Muhūrta-Literatur auch sthira. Die Klasse hat nur vier Mitglieder: die drei Uttarā und Rohiṇī.

Bṛhat Saṃhitā 97.6 (bei Kern 1865: 98.6)

त्रीण्य् उत्तराणि तेभ्यो रोहिण्यश् च ध्रुवाणि तैः कुर्यात् अभिषेकशान्तितरुनगरधर्मबीजध्रुवारम्भान्

trīṇy uttarāṇi tebhyo rohiṇyaś ca dhruvāṇi taiḥ kuryāt abhiṣekaśāntitarunagaradharmabījadhruvārambhān

Die drei Uttarā und ausser ihnen Rohiṇī sind die festen [dhruva]; mit ihnen vollziehe man Weihe, Besänftigungsritus, Baumpflanzung, Stadtgründung, Pflichtwerke, Aussaat und alle dauerhaften Anfänge.

Trīṇy: drei (n. 1/3). Uttarāṇi: die Uttarā (Uttaraphalgunī, Uttarāṣāḍhā, Uttarabhādrapadā); wörtl. „die späteren, die oberen" (n. 1/3). Tebhyo: ausser ihnen, von ihnen abgesehen (5/3). Rohiṇyaś: Rohiṇī, das 4. Nakṣatra (hier im Plural gesetzt) (f. 1/3). Ca: und (avy.). Dhruvāṇi: fest, feststehend - Name der Nakṣatra-Klasse (n. 1/3). Taiḥ: mit ihnen (3/3). Kuryāt: man vollziehe, man tue (vidhiliṅ I/1). Abhiṣekaśāntitarunagaradharmabījadhruvārambhān: Weihe, Besänftigungsritus, Baumpflanzung, Stadtgründung, Pflichtwerk, Aussaat und dauerhafte Anfänge; wörtl. abhiṣeka (Weihe) + śānti (Besänftigung) + taru (Baum) + nagara (Stadt) + dharma (Pflichtwerk) + bīja (Saatgut) + dhruvārambha (dauerhafter Anfang) (m. 2/3).

Zählung nach Tripāṭhī; Kerns Ausgabe von 1865 führt dieses Kapitel als 98. Kapitel 15 ist dagegen in allen geprüften Ausgaben Kapitel 15 — die Faustregel „Kern immer +1" trifft nicht zu.

Der Muhūrta-Cintāmaṇi verdichtet dieselbe Liste und fügt den Wochentag hinzu:

Muhūrta-Cintāmaṇi 2.2

उत्तरात्रयरोहिण्यो भास्करश् च ध्रुवं स्थिरम् तत्र स्थिरं बीजगेहशान्त्यारामादि सिद्धये

uttarātrayarohiṇyo bhāskaraś ca dhruvaṃ sthiram tatra sthiraṃ bījagehaśāntyārāmādi siddhaye

Die drei Uttarā und Rohiṇī, und der Sonnentag [Sonntag], sind dhruva, „fest", und sthira, „stehend". Darin gelingt Feststehendes: Saatgut, Haus, Śānti-Ritus, Gartenanlage und dergleichen.

Uttarātrayarohiṇyo: die drei Uttarā und Rohiṇī; wörtl. uttarā + traya (Dreiheit) + rohiṇī (f. 1/3). Bhāskaraś: Bhāskara (Sūrya), der Sonntag; wörtl. bhās (Licht) + kara (machend) (m. 1/1). Ca: und (avy.). Dhruvaṃ: fest - Name der Nakṣatra-Klasse (n. 1/1). Sthiram: stehend, beständig - zweiter Name derselben Klasse (n. 1/1). Tatra: darin, dort (avy.). Sthiraṃ: Feststehendes, Bleibendes (n. 1/1). Bījagehaśāntyārāmādi: Saatgut, Haus, Śānti-Ritus, Gartenanlage und dergleichen; wörtl. bīja (Saatgut) + geha (Haus) + śānti (Besänftigungsritus) + ārāma (Hain, Garten) + ādi (und so fort) (n. 1/1). Siddhaye: zum Gelingen, zum Erfolg (f. 4/1).

Kollationiert aus drei Ausgaben; die Lesartendifferenz im dritten Pāda (tatra sthiraṃ gegen tatsthiraṃ) ist inhaltlich folgenlos. Der Kommentar Pīyūṣadhārā erläutert: bīja sei Gerste und dergleichen, ārāma der Hain am Stadtrand.

Der Kommentar hält ausserdem fest, dass die dhruva-Klasse die Tätigkeiten der mṛdu-Klasse miterbt — also auch Gesang, Kleider, Schmuck und Glückszeremonien. Das ist nicht Zusatz, sondern die ausdrückliche Auflösung des ādi, „und dergleichen", im Vers.

Ein anderes Kapitel der Bṛhat Saṃhitā ordnet den Nakṣatras Menschen- und Berufsgruppen zu — es geht dort um Vorzeichendeutung im grossen Massstab, nicht um Geburtsdeutung:

Bṛhat Saṃhitā 15.24

आहिर्बुध्न्ये विप्राः क्रतुदानतपोयुता महाविभवाः आश्रमिणः पाखण्डा नरेश्वराः सारधान्यं च

āhirbudhnye viprāḥ kratudānatapoyutā mahāvibhavāḥ āśramiṇaḥ pākhaṇḍā nareśvarāḥ sāradhānyaṃ ca

Beim Ahirbudhnya-Gestirn: Brahmanen, mit Opfer, Gabe und Askese Versehene, sehr Mächtige; Āśrama-Bewohner, Ketzer, Menschenherrscher — und Kerngetreide.

Āhirbudhnye: beim Ahirbudhnya-Gestirn, im Nakṣatra Uttarabhādrapadā (n. 7/1). Viprāḥ: Brahmanen, Erregte, Inspirierte (m. 1/3). Kratudānatapoyutā: mit Opfer, Gabe und Askese versehen; wörtl. kratu (Opfer, Einsicht) + dāna (Gabe) + tapas (Askese) + yuta (versehen) (m. 1/3). Mahāvibhavāḥ: sehr Mächtige, sehr Begüterte; wörtl. mahā (gross) + vibhava (Macht, Vermögen) (m. 1/3). Āśramiṇaḥ: Āśrama-Bewohner, Angehörige eines Lebensstandes (m. 1/3). Pākhaṇḍā: Ketzer, Anhänger heterodoxer Lehren (m. 1/3). Nareśvarāḥ: Menschenherrscher, Könige; wörtl. nara (Mensch) + īśvara (Herr) (m. 1/3). Sāradhānyaṃ: Kerngetreide, das gehaltvolle Korn; wörtl. sāra (Kern, Gehalt) + dhānya (Getreide) (n. 1/1). Ca: und (avy.).

Ausgabe H. Kern, Kalkutta 1865, kollationiert mit Tripāṭhī. Kern liest pāṣaṇḍā statt pākhaṇḍā und schreibt āhirbudhnyu. Das Kapitel zählt von Kṛttikā an; Uttara-Bhādrapadā steht deshalb als vierundzwanzigstes.

Dieser Vers verdient eine Bemerkung. Brahmanen und Ketzer stehen in derselben Aufzählung, durch nichts getrennt — viprāḥ im ersten, pākhaṇḍāḥ im zweiten Halbvers. Das ist kein Überlieferungsfehler; die beiden Ausgaben stimmen darin überein und unterscheiden sich nur in der Schreibung. Es zeigt, wie Kapitel 15 zu lesen ist: es ordnet Gestirnen Betroffenengruppen zu, nicht Charaktereigenschaften. Wer aus diesem Vers eine Aussage über Menschen macht, die unter Uttara-Bhādrapadā geboren sind, hat das Kapitel missverstanden.

Der Jātaka-Pārijāta, der tatsächlich Geburtsdeutung betreibt, sagt für diesen Abschnitt nur Gutes — als einzigem der drei Nakṣatras seines Verses:

Jātaka-Pārijāta 9.90b (in der Kashi-Zählung 9.91b)

चाहिर्बुध्न्यजमानवो मृदुगुणस् त्यागी धनी पण्डितः

cāhirbudhnyajamānavo mṛduguṇas tyāgī dhanī paṇḍitaḥ

Und der unter Ahirbudhnya geborene Mensch [wird] von sanfter Art, freigebig, vermögend und gelehrt.

Ca: und (avy.). Ahirbudhnyajamānavo: der unter Ahirbudhnya Geborene, der Mensch dieses Gestirns; wörtl. ahirbudhnya (Gottheit der Uttarabhādrapadā) + ja (geboren) + mānava (Mensch) (m. 1/1). Mṛduguṇas: von sanfter Art; wörtl. mṛdu (sanft, weich) + guṇa (Eigenschaft) (m. 1/1). Tyāgī: freigebig, opferbereit (m. 1/1). Dhanī: vermögend, begütert (m. 1/1). Paṇḍitaḥ: gelehrt, kundig (m. 1/1).

Ausgabe V. Subrahmanya Sastri 1932, Bd. I, S. 629, kollationiert mit der Kashi Sanskrit Series; die beiden Ausgaben zählen um eins verschieden. Der Konsonantenstapel ध्न्य ist im Scan breit verlaufen; die Lesung ist metrisch erzwungen — die naheliegende Alternative cāhirbudhnyabhajamānavo käme auf 20 Silben und verletzte das Schema. Die Übersetzung ist eigen.

Die Parallelstelle im Bṛhajjātaka (16.14ab, gleichlautend Bṛhat Saṃhitā 100.14ab) sagt dasselbe mit anderen Worten: redegewandt, glücklich, kinderreich, Feindebesieger, pflichttreu. Bei diesem Nakṣatra sind sich die beiden Überlieferungen also einig — was bei weitem nicht überall so ist.

Die Sterne des Asterismus

Der Textdefekt des Sūrya-Siddhānta, gezeichnet. Die gepunktete Senkrechte ist die Länge der Sollposition, die gepunktete Waagrechte ihre Breite; die eine läuft an γ Pegasi vorbei, die andere an α Andromedae. Massstab in Länge und Breite gleich; die Ekliptik liegt 9 Grad unter dem Bildrand. Siderische Länge zum Stichjahr 2025,0 mit dem Ayanāṃśa nach Lahiri; ekliptikale Breite J2000,0. Der Textdefekt des Sūrya-Siddhānta, gezeichnet. Die gepunktete Senkrechte ist die Länge der Sollposition, die gepunktete Waagrechte ihre Breite; die eine läuft an γ Pegasi vorbei, die andere an α Andromedae. Massstab in Länge und Breite gleich; die Ekliptik liegt 9 Grad unter dem Bildrand. Siderische Länge zum Stichjahr 2025,0 mit dem Ayanāṃśa nach Lahiri; ekliptikale Breite J2000,0.

Der Textdefekt des Sūrya-Siddhānta, gezeichnet. Die gepunktete Senkrechte ist die Länge der Sollposition, die gepunktete Waagrechte ihre Breite; die eine läuft an γ Pegasi vorbei, die andere an α Andromedae. Massstab in Länge und Breite gleich; die Ekliptik liegt 9 Grad unter dem Bildrand. Siderische Länge zum Stichjahr 2025,0 mit dem Ayanāṃśa nach Lahiri; ekliptikale Breite J2000,0.

Koordinaten aus SIMBAD (Abruf 15. September 2026); Sollposition aus Sūrya-Siddhānta 8.2 und 8.6 nach Burgess 1860; eigene Rechnung.

Über die beiden Sterne besteht Einigkeit: γ Pegasi (Algenib) und α Andromedae (Alpheratz), die beiden östlichen Ecken des grossen Pegasus-Vierecks. Welcher von beiden die yogatārā ist, der Verbindungsstern, nach dem der Abschnitt vermessen wird, lässt sich dagegen nicht entscheiden — und zwar nicht aus Mangel an Angaben, sondern weil die Angaben einander widersprechen.

Das Sūrya-Siddhānta gibt für die yogatārā dieses Abschnitts dhruvaka 337°00′ und vikṣepa 26°00′ nördlich. In echte ekliptikale Koordinaten umgerechnet und auf das Jahr 560 gestellt — den Bezugsrahmen des Textes — ergibt das 347°19′ Länge und +24°00′ Breite. Stellt man die beiden Sterne daneben, sieht man sofort, was los ist:

Länge (560 n. Chr.)Breite
Sollposition nach Sūrya-Siddhānta347° 19′+24° 00′
γ Pegasi349° 08′+12° 36′
α Andromedae354° 17′+25° 41′

Die Länge passt zu γ Pegasi, die Breite zu α Andromedae. In der Länge liegt γ Pegasi 1°49′ von der Sollposition entfernt, α Andromedae dagegen fast sieben Grad; in der Breite liegt α Andromedae 1°41′ entfernt, γ Pegasi aber elfeinhalb Grad. Kein einziger Stern erfüllt beide Bedingungen, und es gibt an dieser Himmelsstelle auch keinen dritten, der es täte.

Burgess nennt das beim Namen: „hier hat offenbar eine verwirrte Vermischung der beiden stattgefunden, als die Positionsbestimmung des Verbindungssterns aufgestellt wurde." Seine Erklärung entspricht der, die er für Pūrva-Bhādrapadā gibt: ursprünglich sei γ Pegasi als südliches Glied bestimmt gewesen; beim Versuch, den Rang der yogatārā auf den nördlichen Stern zu übertragen, habe man die polare Breite von α Andromedae übernommen, ohne die Länge mitzuändern. Das erklärt den Befund plausibel. Beweisen lässt es sich nicht — was nachweisbar ist, ist allein der Widerspruch.

Al-Bīrūnī, der um 1030 die indischen Nakṣatra-Listen mit den arabischen Mondstationen vergleicht, konnte beide Bhādrapadās nicht identifizieren und führt sie als „unbekannt". Die moderne Standardtabelle nennt beide Sterne und lässt die yogatārā offen. So wird es auch hier gehalten: beide gehören genannt, der Widerspruch ist nicht auflösbar.

Eine Beobachtung kommt allerdings hinzu, und sie ist ein eigenständiges Argument — siehe unten: von den beiden Sternen liegt heute nur γ Pegasi noch im Abschnitt, der seinen Namen trägt. Wer der Breite folgt, verliert den Stern an das nächste Nakṣatra; wer der Länge folgt, behält ihn.

Die Bṛhat Saṃhitā gibt für diesen Abschnitt übrigens acht Sterne an (vasu, das Zahlwort für die acht Vasus) — mehr als für jeden anderen der drei letzten Abschnitte ausser Revatī. Welche acht das sein sollen, sagt keine der eingesehenen Quellen; auflisten lassen sie sich nicht.

Die Sterne im Katalog

γ Pegα And
EigennameAlgenibAlpheratz
HR3915
HD886358
HIP1067677
Helligkeit V2,842,06
SpektraltypB2 IVB8 IV–V HgMn
Rektaszension00ʰ 13ᵐ 14,2ˢ00ʰ 08ᵐ 23,3ˢ
Deklination+15° 11′ 01″+29° 05′ 26″
Ekl. Länge J20009° 09′14° 19′
Ekl. Breite J2000+12° 36′+25° 41′

Rektaszension und Deklination gelten für Äquinoktium und Epoche J2000,0. Beide Sterne sind heisse blaue Sterne. γ Pegasi ist veränderlich — ein pulsierender Stern vom Typ β Cephei mit einer Periode von wenigen Stunden; die Helligkeitsschwankung ist mit blossem Auge allerdings nicht zu bemerken. α Andromedae ist der hellste Stern des Vierecks und zugleich der einzige, der nicht zum Pegasus gehört: er trägt seit der Festlegung der modernen Sternbildgrenzen die Bezeichnung α Andromedae, war aber früher zugleich als δ Pegasi geführt. Für die indische Überlieferung spielt das keine Rolle — dort gehört er zur Figur, die er mitbildet.

Wo die Sterne heute stehen

Um zu prüfen, ob die Sterne im Abschnitt Uttara-Bhādrapadā liegen, müssen ihre Positionen von J2000,0 auf ein Stichjahr fortgeschrieben und dann um den Ayanāṃśa vermindert werden. Für 2025,0 ergibt sich:

Ayanāṃśa (2025,0)γ Peg (Algenib)α And (Alpheratz)
Lahiri / Citrāpakṣa15° 18′ Mīna20° 27′ Mīna
True Citrā15° 19′ Mīna20° 28′ Mīna
Krishnamurti15° 24′ Mīna20° 33′ Mīna
Raman16° 45′ Mīna21° 54′ Mīna
Fagan / Bradley14° 25′ Mīna19° 34′ Mīna

Uttara-Bhādrapadā reicht von 3°20′ bis 16°40′ Mīna. Das Ergebnis:

γ Pegasi liegt bei vier von fünf Ayanāṃśas im eigenen Abschnitt. Nur mit dem Ayanāṃśa nach Raman, der rund 1°26′ kleiner ist als der nach Lahiri, fällt er nach Revatī hinüber — und auch das nur um fünf Bogenminuten.

α Andromedae liegt bei allen fünf bereits in Revatī. Der Stern steht nach Lahiri auf 20°27′ Mīna, also 3°47′ jenseits der Grenze; das ist keine Grenzfrage, sondern ein deutlicher Abstand.

Das ist, wie oben gesagt, ein Argument für γ Pegasi — nicht ein zwingendes, aber ein unabhängiges: der Stern, der den klassischen Abschnitt tatsächlich besetzt, ist der, dessen Länge die Sollposition trifft.

Bei γ Pegasi ist es allerdings ebenfalls knapp geworden: nach Lahiri steht er auf 15°18′ Mīna und damit nur noch 1°22′ vor dem Ende seines Abschnitts. Die siderische Länge wächst um rund 50 Bogensekunden im Jahr; um das Jahr 2124 wird auch er nach Revatī übergetreten sein. Wer diese Tabelle in hundert Jahren liest, wird beide Sterne dort finden, wo heute nur einer steht.

Ein Wort zur Genauigkeit dieser Zahlen: der Ayanāṃśa ist keine Naturkonstante, sondern eine Festlegung. Zwischen Raman und Fagan/Bradley liegen über zwei Grad, und das verschiebt einen Stern um mehr als einen halben Pāda. Alle Werte hier gelten für 2025,0.

Sichtbarkeit

Von mitteleuropäischer Breite (rund 47° Nord) kulminiert Algenib 58,3 Grad hoch, Alpheratz 72,2 Grad — beide sehr günstig, weit über der horizontnahen Dunstschicht. Zirkumpolar ist keiner von beiden. Um Mitternacht kulminiert die Gruppe um den 2. Oktober, die Sonne steht um den 30. März bei ihr; rund vier Wochen davor und danach ist sie unsichtbar. Beste Sichtbarkeit ist im Herbst.

Beide Sterne sind mit blossem Auge mühelos zu finden, auch aus der Stadt. Alpheratz ist mit 2,1 Grössenklassen der hellste der vier Ecksterne und zugleich der Ausgangspunkt der Andromeda-Kette — wer von ihm aus nach Nordosten weitergeht, kommt zur Andromeda-Galaxie.

Namen und Namensvarianten

Der älteste Name ist nicht bhādrapadā, sondern proṣṭhapadā — und für diesen Abschnitt steht im Brāhmaṇa nicht einmal das, sondern nur úttare, „die hinteren". Der Nakṣatra-Name wird dort aus dem vorangehenden Satz ergänzt; dasselbe Verfahren wendet der Text bei Uttara-Phalgunī und Uttarāṣāḍhā an. Die Taittirīya-Saṃhitā unterscheidet gar nicht: dort steht proṣṭhapadā́ zweimal hintereinander, und nur die Gottheit sagt, welches der beiden gemeint ist.

Was proṣṭhapadā bedeutet, sagt keine der hier eingesehenen Quellen. Das zweite Glied gehört erkennbar zu pad, „Fuss"; über das erste ist hier nichts Belegtes zu sagen, und es wird deshalb auch nichts behauptet. Die jüngere Form bhādrapadā ist die, die sich in der klassischen Astrologie durchgesetzt hat; sie hängt mit dem Monatsnamen Bhādrapada zusammen.

Varāhamihira benutzt für beide Bhādrapadās überhaupt keinen Nakṣatra-Namen, sondern nur den Namen der Gottheit: āhirbudhnya (15.24) und ahirbudhnya (97.5). Der Jātaka-Pārijāta tut dasselbe (ahirbudhnyaja, „der unter Ahirbudhnya Geborene"). Wer in einem klassischen Text nach diesem Nakṣatra sucht, muss auch unter der Gottheit nachsehen.

Ein Nakṣatra, das ursprünglich keines war

Die Textlage legt nahe, dass die beiden Bhādrapadās ursprünglich eine einzige Einheit waren, die erst später geteilt wurde. Der stärkste Hinweis steht ausgerechnet im Vers zu dieser hinteren Hälfte:

catvā́ra ékam abhí kárma devā́ḥ | proṣṭhapadā́sa íti yā́n vádanti — „Vier Götter walten über einem Werk, die man ‚die Proṣṭhapadās' nennt."

Vier Sterne, ein Werk. Die Zählung umfasst dort beide Hälften zusammen, und sie stimmt genau mit den vier Ecken des Pegasus-Vierecks überein — zwei davon in Pūrva-Bhādrapadā, zwei in Uttara-Bhādrapadā. Dazu kommt, dass nur bei diesen beiden Nakṣatras das mittlere Glied der Śakti-Formel bei Bhaṭṭabhāskara im Plural steht, und dass die Sternfigur quer über der Abschnittsgrenze liegt.

Die Teilung in zwei Abschnitte ist nicht deshalb falsch — sie ist die Form, in der die Überlieferung sie führt, und sie ist konsequent durchgehalten. Aber sie ist erkennbar jünger als die Figur, die sie teilt. Und der Textdefekt bei der Yogatārā ist am ehesten als Folge dieser Teilung zu verstehen: wer eine Figur in zwei Abschnitte zerlegt, muss jedem einen Verbindungsstern zuweisen, und genau an dieser Stelle ist etwas schiefgegangen.

Die Verse

Die älteste Stelle, die dieses Nakṣatra nennt, steht in der Taittirīya-Saṃhitā. Sie gehört zur Aufzählung der Nakṣatra-Feueraltarziegel, jeweils Nakṣatra und zugehörige Gottheit:

Taittirīya-Saṃhitā 4.4.10.3

प्रोष्ठपदा नक्षत्रम् अहिर् बुध्नियो देवता

proṣṭhapadā́ nákṣatram áhir budhníyo devátā

Proṣṭhapadā ist das Nakṣatra, die Schlange der Tiefe die Gottheit.

Proṣṭhapadā: Proṣṭhapadā, vedische Namensform der Bhādrapadā; wörtl. proṣṭha (Schemel, Bank) + padā (Fuss) (f. 1/1). Nakṣatram: Nakṣatra, Gestirn, Mondhaus (n. 1/1). Ahir: die Schlange (m. 1/1). Budhniyo: der im Grunde, in der Tiefe Wohnende; zu budhna (Grund, Boden, Wolkentiefe) (m. 1/1). Devatā: Gottheit (f. 1/1).

Wortlaut nach TITUS (akzentuierte Umschrift); Devanāgarī-Ausgabe bei sanskritdocuments.org. Die Liste beginnt bei Kṛttikā; Proṣṭhapadā erscheint dort zweimal und ist nur durch die Gottheit unterscheidbar. Die Zerlegung des durchlaufenden Saṃhitā-Textes in Einzeleinträge ist eine Segmentierung, keine Gliederung der Ausgabe.

Das Taittirīya-Brāhmaṇa führt dieselbe Reihe, stellt aber die Gottheit in den Genitiv voran, unterscheidet die hintere von der vorderen Hälfte und fügt jedem Nakṣatra ein Begriffspaar bei — eines „oberhalb", eines „unterhalb":

Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1.5

अहेर् बुध्नियस्य उत्तरे अभिषिञ्चन्तः परस्ताद् अभिषुण्वन्तो ऽवस्तात्

áher budhníyasya úttare abhiṣiñcántaḥ parástād abhiṣuṇvánto 'vástāt

Der Schlange der Tiefe [sind] die hinteren [Proṣṭhapadās]. Die Besprengenden oberhalb, die Auspressenden unterhalb.

Aher: der Schlange (m. 6/1). Budhniyasya: des im Grunde Wohnenden; zu budhna (Grund, Wolkentiefe) (m. 6/1). Uttare: die hinteren (f. 1/2). Abhiṣiñcantaḥ: die Besprengenden, die Begiessenden; wörtl. abhi (hin zu) + sic (giessen) (m. 1/3). Parastāt: oberhalb, darüber, jenseits (avy.). Abhiṣuṇvanto: die Auspressenden, die (den Soma) Keltern; wörtl. abhi (hin zu) + su (pressen) (m. 1/3). Avastāt: unterhalb, darunter, diesseits (avy.).

Umschrift nach TITUS, Devanāgarī nach sanskritdocuments.org. Der Nakṣatra-Name ist hier nicht wiederholt, sondern aus dem vorangehenden Satz zu ergänzen. Wortglossar hier erstellt.

Dieses Begriffspaar ist die Grundlage der Śakti-Angabe, die weiter oben steht: parastāt und avastāt sind das „oberhalb" und „unterhalb" der Formel. Was das Brāhmaṇa hier nüchtern nebeneinanderstellt — die Besprengenden und die Auspressenden —, deutet Bhaṭṭabhāskara als regnende Wolken und um die Ernte bemühte Menschen und trägt das mittlere Glied, die Śakti selbst, erst ein.

Die stärkste Primärstelle ist ein anderer Text: das Nakṣatra-Sūkta des Taittirīya-Brāhmaṇa, ein Zyklus von Opferversen, der jedem Nakṣatra eine eigene Strophe gibt:

Taittirīya-Brāhmaṇa 3.1.2, Mantra 11 (Nakṣatreṣṭi)

अहिर् बुध्नियः प्रथमान एति श्रेष्ठो देवानाम् उत मानुषाणाम् तं ब्राह्मणास् सोमपास् सोम्यासः प्रोष्ठपदासो अभिरक्षन्ति सर्वे चत्वार एकम् अभि कर्म देवाः प्रोष्ठपदास इति यान् वदन्ति ते बुध्नियं परिषद्यं स्तुवन्तः अहिं रक्षन्ति नमस उपसद्य

áhir budhníyaḥ práthamāna eti śréṣṭho devā́nām utá mā́nuṣāṇām táṃ brāhmaṇā́ḥ somapā́ḥ somyā́saḥ proṣṭhapadā́so abhírakṣanti sárve catvā́ra ékam abhí kárma devā́ḥ proṣṭhapadā́sa íti yā́n vádanti té budhníyaṃ pariṣádyaṃ stuvántaḥ áhiṃ rakṣanti námasā upasádya

Die Schlange der Tiefe kommt, sich ausbreitend, der Beste der Götter und der Menschen. Ihn schützen die somatrinkenden, somawürdigen Brāhmaṇas, die Proṣṭhapadās alle. Vier Götter walten über einem Werk, die man „die Proṣṭhapadās" nennt. Sie preisen den Tiefenbewohner, den in der Versammlung Sitzenden, und schützen die Schlange, indem sie ihr mit Verneigung nahen.

Ahir: die Schlange (m. 1/1). Budhniyaḥ: der im Grunde Wohnende (m. 1/1). Prathamāna: sich ausbreitend, sich ausdehnend (m. 1/1). Eti: kommt, geht (laṭ III/1). Śreṣṭho: der beste, der vorzüglichste (m. 1/1). Devānām: der Götter (m. 6/3). Uta: und, auch (avy.). Mānuṣāṇām: der Menschen (m. 6/3). Taṃ: ihn (2/1). Brāhmaṇās: die Brāhmaṇas (m. 1/3). Somapās: die Somatrinker; wörtl. soma (Somatrank) + pa (trinkend) (m. 1/3). Somyāsaḥ: die somawürdigen, dem Soma zugehörigen (m. 1/3). Proṣṭhapadāso: die Proṣṭhapadās (m. 1/3). Abhirakṣanti: sie beschützen; wörtl. abhi (hin zu) + rakṣ (schützen) (laṭ III/3). Sarve: alle (m. 1/3). Catvāra: vier (m. 1/3). Ekam: ein, eines (n. 2/1). Abhi: über, hin zu (avy.). Karma: Werk, Handlung (n. 2/1). Devāḥ: die Götter (m. 1/3). Proṣṭhapadāsa: „die Proṣṭhapadās" (m. 1/3). Iti: so, mit diesen Worten (avy.). Yān: welche (m. 2/3). Vadanti: sie nennen, sie sprechen (laṭ III/3). Te: sie (1/3). Budhniyaṃ: den Tiefenbewohner (m. 2/1). Pariṣadyaṃ: den in der Versammlung Sitzenden, den Verehrungswürdigen (m. 2/1). Stuvantaḥ: preisend (m. 1/3). Ahiṃ: die Schlange (m. 2/1). Rakṣanti: sie schützen (laṭ III/3). Namasa: mit Verneigung, mit Verehrung (n. 3/1). Upasadya: nachdem sie sich genaht haben; wörtl. upa (heran) + sad (sitzen, sich setzen) (gerund).

Umschrift nach TITUS, Devanāgarī nach sanskritdocuments.org, Wortlaut geprüft an der Mysore-Ausgabe (Bd. III). Die Stelle ist auch als Nakṣatra-Sūkta liturgisch in Gebrauch; dieselbe Mantrareihe steht in Taittirīya-Saṃhitā 3.5.1. Wortglossar hier erstellt.

Aus der neueren Lehrüberlieferung stammt schliesslich der Merkvers, mit dem die letzten fünf Namen der Reihe gelernt werden:

Ārambha-Kursverse, Nakṣatra-Abschnitt 4

धनिष्ठा शतताराख्यं पूर्वाभाद्रपदा ततः उत्तराभाद्रपाच् चैव रेवत्य् एतानि भानि च

dhaniṣṭhā śatatārākhyaṃ pūrvābhādrapadā tataḥ uttarābhādrapāc caiva revaty etāni bhāni ca

Dhaniṣṭhā, das [Nakṣatra] namens Śatatārā, darauf Pūrvābhādrapadā; und Uttarābhādrapadā und Revatī: das sind die Nakṣatras.

Dhaniṣṭhā: Dhaniṣṭhā, 23. Nakṣatra (f. 1/1). Śatatārākhyaṃ: das (Nakṣatra) namens Śatatārā (Śatabhiṣaj), 24. Nakṣatra (n. 1/1). Pūrvābhādrapadā: Pūrvābhādrapadā, 25. Nakṣatra (f. 1/1). Tataḥ: darauf (avy.). Uttarābhādrapāc: Uttarābhādrapadā, 26. Nakṣatra (f. 1/1). Ca: und (avy.). Eva: eben (avy.). Revaty: Revatī, 27. Nakṣatra (f. 1/1). Etāni: diese (n. 1/3). Bhāni: die Nakṣatras, Sternbilder (n. 1/3). Ca: und (avy.).

Quelle ungeklärt (Ārambha-Kursmaterial, Pt. Sanjay Rath)

Grammatikangaben im Glossar sind unter Grammatik-Abkürzungen erklärt.

Zur Quellenlage dieses Portraits

Die Angaben oben ruhen auf ungleichem Grund, und das soll sichtbar bleiben.

Sicher ist alles Rechnerische: die Gradgrenzen, die vier Pādas, ihre Navāṃśa-Zeichen, die vollständige Lage im Rāśi Mīna. Das folgt aus der Einteilung selbst und ist gegen die eigene Berechnungsbibliothek geprüft. Sicher ist auch die Zuordnung des Herrschers Śani, die sich aus der Viṃśottarī-Reihe ergibt.

Am Originalvers belegt sind: die Devatā Ahi Budhnya und die vedische Namensform (Taittirīya-Saṃhitā 4.4.10, Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1 und 3.1.2, bestätigt durch Bṛhat Saṃhitā 97.5), das Paar abhiṣiñcantaḥ / abhiṣuṇvantaḥ (Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1), die Śakti samt ihren drei Gliedern (Bhaṭṭabhāskara zum Brāhmaṇa), die Sternzahl acht (Bṛhat Saṃhitā 97.1–2), die Wesensart dhruva/sthira und die zugehörigen Tätigkeiten (Bṛhat Saṃhitā 97.6, Muhūrta-Cintāmaṇi 2.2), die Menschengruppen (Bṛhat Saṃhitā 15.24), Gaṇa, Yoni, Nāḍī und Mukha (Muhūrta-Cintāmaṇi 6.29, 6.26, 6.34, 2.9, bestätigt durch Nārada-Saṃhitā) sowie die Geburtsdeutung (Jātaka-Pārijāta 9.90, bestätigt durch Bṛhajjātaka 16.14).

Belegt, aber im Text selbst widersprüchlich ist die Sternidentifikation, und zwar in der schärfsten Form der ganzen Reihe: das Sūrya-Siddhānta gibt eine Sollposition, deren Länge zu γ Pegasi und deren Breite zu α Andromedae gehört. Der Widerspruch ist nicht auflösbar; er wird hier gezeigt, nicht entschieden. Dass heute nur γ Pegasi im Abschnitt liegt, ist ein unabhängiges Argument für diesen Stern, kein Beweis.

Nicht belegt und deshalb markiert oder ganz weggelassen: das Geschlecht der Yoni, für das die klassische Lehre gar keinen Platz hat; die Namenssilben; das Symbol des Totenbetts, für das sich kein klassischer Vers finden liess; die Himmelsrichtung, die hier gar nicht erst geführt wird, weil sie nur in moderner Fachliteratur steht; die Bedeutung des Namens proṣṭhapadā; und welche acht Sterne die Bṛhat Saṃhitā meint.

Berichtigt wurden zwei Angaben, die durch die Literatur laufen: der Varṇa (im Heiratsvergleich brāhmaṇa nach dem Rāśi Mīna, nicht kṣatriya) und die Herkunft der Śakti-Formel (Bhaṭṭabhāskara, nicht Sāyaṇa). Dazu kommen zwei Fehler im eigenen Kursmaterial: die Symboltabelle am Kapitelende vertauscht vorne und hinten gegenüber dem eigenen Fliesstext, und eine Tabellenüberschrift trägt fälschlich den Titel „Das Navatārā für Revatī". Beides ist benannt, nichts davon übernommen.

Nicht verwendet wurde die Gleichsetzung des Ahi Budhnya mit der Kuṇḍalinī oder mit Śiva, die in der modernen Nakṣatra-Literatur geläufig ist. In den hier eingesehenen Quellen steht sie nicht; Bhaṭṭabhāskaras „ein Rudra als Herr der Wolken" ist das Nächstliegende, was ein klassischer Zeuge sagt, und auch das ist Kommentar, nicht Mūla.

Was noch offen ist: Burgess’ Rekonstruktion, der Rang der yogatārā sei nachträglich von den südlichen auf die nördlichen Sterne verschoben worden, erklärt den Textdefekt gut, ist aber nicht belegt. Der Wortlaut der Cākalya-Saṃhitā und des Khaṇḍa-Kaṭaka, die abweichende Sternzahlen führen, war nicht zu beschaffen. Und die Deutung von proṣṭhapadā bleibt ungeklärt; falls sich ein Beleg findet, kommt er nach.