Jyeṣṭhā

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ज्येष्ठा 18. Nakṣatra · 16°40′ bis 30°00′ Vṛścika (siderisch) · Herrscher Budha

Jyeṣṭhā heisst „die Älteste", „die Vorderste", „die Grösste" — ein Superlativ zu jyeṣṭha. Der Name ist jünger als das Nakṣatra: in den beiden vedischen Listen heisst dieser Abschnitt nicht Jyeṣṭhā, sondern Rohiṇī, „die Rötliche" — derselbe Name, den dort auch schon das vierte Nakṣatra trägt. Beide Male ist damit ein roter Stern gemeint: dort Aldebaran, hier Antares. Über den Abschnitt herrscht Indra.

Himmelsabschnitt und Pādas

Jyeṣṭhā reicht von 16°40′ bis 30°00′ Vṛścika und liegt damit vollständig im Rāśi Vṛścika (Skorpion); es beschliesst dieses Zeichen. Die vier Pādas zu je 3°20′ tragen die Navāṃśa-Zeichen Dhanus, Makara, Kumbha und Mīna — Vṛścika ist ein festes Zeichen, seine Navāṃśa-Reihe beginnt deshalb beim neunten Zeichen von ihm aus, also bei Karka, und der sechste Navāṃśa, mit dem Jyeṣṭhā einsetzt, ist Dhanus.

PādavonbisNavāṃśaPuruṣārthaSilbe
116°40′20°00′DhanusDharmaनो no
220°00′23°20′MakaraArthaया
323°20′26°40′KumbhaKāmaयी
426°40′30°00′MīnaMokṣaयू

Die Gradgrenzen und die Navāṃśa-Zuordnung sind reine Arithmetik und gegen die eigene Berechnungsbibliothek geprüft. Die Silben stammen aus der Lehrüberlieferung; ein klassischer Vers, der sie festlegt, liess sich auch hier nicht nachweisen.

Dass Jyeṣṭhā ganz in Vṛścika liegt und dieses Zeichen abschliesst, sagt der Vers, der die Pādas auf die Zeichen verteilt:

Ārambha-Kursverse, Rāśi-Abschnitt (Vṛścika)

विशाखापादम् एकम् अनुराधा ज्येष्ठान्तं वृश्चिकः

viśākhāpādam ekam anurādhā jyeṣṭhāntaṃ vṛścikaḥ

Ein Pāda von Viśākhā, [die vier von] Anurādhā und bis zum Ende von Jyeṣṭhā [bilden] Vṛścika [den Skorpion].

Viśākhāpādam: ein Pāda von Viśākhā; wörtl. viśākhā (16. Nakṣatra) + pāda (Viertel) (n. 1/1). Ekam: ein, eines (n. 1/1). Anurādhā: Anurādhā, 17. Nakṣatra (f. 1/1). Jyeṣṭhāntaṃ: mit Jyeṣṭhā (18. Nakṣatra) endend, bis zum Ende von Jyeṣṭhā; wörtl. jyeṣṭhā + anta (Ende) (n. 1/1). Vṛścikaḥ: Vṛścika, der Skorpion (8. Rāśi) (m. 1/1).

Quelle ungeklärt (Ārambha-Kursmaterial, Pt. Sanjay Rath)

Das Ende von Jyeṣṭhā ist zugleich das Ende eines Wasserzeichens und der Beginn eines Feuerzeichens. Die Muhūrta-Lehre nennt solche Nahtstellen gaṇḍānta und hält sie für heikel. In den hier eingesehenen klassischen Texten findet sich dazu allerdings nur die Phaladīpikā-Stelle 13.8, und die nennt Mūla und Āśleṣā, nicht Jyeṣṭhā. Die geläufige Rede vom „Jyeṣṭhā-Gaṇḍānta" bleibt in diesem Quellenbestand also unbelegt.

Die Devatā

Über den Abschnitt herrscht Indra, der Königsgott des Ṛgveda: der Erschlager des Vṛtra, der Burgenbrecher, der die Wasser freigibt. Die Zuordnung ist so gut gesichert wie irgendeine im ganzen System — sie steht in der Taittirīya-Saṃhitā, im Taittirīya-Brāhmaṇa an zwei verschiedenen Stellen und bei Varāhamihira, und keine der eingesehenen Quellen weicht ab.

Der Nakṣatreṣṭi-Vers des Brāhmaṇa nennt den Grund der Zuordnung ausdrücklich: Jyeṣṭhā ist das Gestirn, unter dem Indra den Vṛtra überwand. Der Wortlaut steht unten bei den Versen. Bemerkenswert ist dabei eine Kette von Beiwörtern, die Indra dort bekommt: purandara, vṛṣabha, dhṛṣṇu, aṣāḍha, sahamāna, mīḍhvas. Das vierte davon, aṣāḍha — „der Unbezwungene" —, ist genau das Wort, das zwei Abschnitte weiter die beiden Aṣāḍhā-Nakṣatras benennt.

Die Bṛhat Saṃhitā ordnet dem Abschnitt entsprechend die Herrschenden und die Kriegführenden zu. Auch der Name jyeṣṭhā, „die Älteste, Oberste", passt in dieses Feld, ohne dass sich ein Vers finden liesse, der die Verbindung von Name und Gottheit ausspricht.

Die Śakti

Jedem Nakṣatra wird eine Śakti zugeschrieben, eine Wirkkraft, und zwar in einer dreigliedrigen Form: ein Begriff für die Kraft selbst, dazu etwas „oberhalb" und etwas „unterhalb", und aus dem Zusammentreffen der drei ein Ergebnis. Die beiden äusseren Glieder stehen wörtlich im Taittirīya-Brāhmaṇa; das mittlere Glied und das Ergebnis stehen erst im Kommentar — und zwar nicht bei Sāyaṇa, wie fast durchweg behauptet wird, sondern bei Bhaṭṭabhāskara Miśra, dessen Bhāṣyadīpikā älter ist als Sāyaṇas Bhāṣya.

Bhaṭṭabhāskara Miśra, Bhāṣyadīpikā zu Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1

इन्द्रस्य रोहिणी ज्येष्ठा इन्द्रः शूरः तस्य संग्रामे रोहणम् तत्रेन्द्रस्य शक्नुवतः शौर्यं रोहयतः परस्तात् शृणत् हिंसनात्मबलं मध्ये कालात्मारोहणशक्तिः अवस्तात् प्रतिशृणत् परसेना आगच्छन्ती प्रतिमुखं हिंसद् बलम् एतत्त्रयोपपत्तौ शौर्यम् अस्य रूढं भवति

indrasya rohiṇī jyeṣṭhā indraḥ śūraḥ tasya saṃgrāme rohaṇam tatrendrasya śaknuvataḥ śauryaṃ rohayataḥ parastāt śṛṇat hiṃsanātmabalaṃ madhye kālātmārohaṇaśaktiḥ avastāt pratiśṛṇat parasenā āgacchantī pratimukhaṃ hiṃsad balam etattrayopapattau śauryam asya rūḍhaṃ bhavati

„Indras ist Rohiṇī", das heisst Jyeṣṭhā. Indra ist der Held; sein Emporsteigen geschieht in der Schlacht. Dabei gibt es von Indra, der es vermag und das Heldentum emporwachsen lässt, dreierlei: oberhalb das Zerbrechende — die eigene, aus Verletzen bestehende Kraft; in der Mitte die zeitgestaltige Kraft des Emporsteigens; unterhalb das Gegen-Zerbrechende — das heranrückende feindliche Heer, die entgegen verletzende Kraft. Wenn diese drei zustande kommen, ist sein Heldentum gewachsen.

Indrasya: des Indra (m. 6/1). Rohiṇī: Rohiṇī — das Lemma aus dem Brāhmaṇa (f. 1/1). Jyeṣṭhā: Jyeṣṭhā — die Auflösung des Kommentators (f. 1/1). Indraḥ: Indra (m. 1/1). Śūraḥ: der Held, der Tapfere (m. 1/1). Tasya: von ihm, sein (6/1). Saṃgrāme: in der Schlacht (m. 7/1). Rohaṇam: das Emporsteigen, Aufwachsen (n. 1/1). Tatrendrasya: dabei von Indra; wörtl. tatra (dort, dabei) + indrasya (des Indra) (m. 6/1). Śaknuvataḥ: des Vermögenden, der es vermag (Partizip Präsens) (m. 6/1). Śauryaṃ: das Heldentum, die Tapferkeit (n. 2/1). Rohayataḥ: dessen, der emporwachsen lässt (Partizip Präsens, Kausativ) (m. 6/1). Parastāt: oberhalb, darüber (avy.). Śṛṇat: das Zerbrechende, Zermalmende (n. 1/1). Hiṃsanātmabalaṃ: die Kraft, deren Wesen das Verletzen ist; wörtl. hiṃsana (Verletzen) + ātman (Wesen) + bala (Kraft) (n. 1/1). Madhye: in der Mitte (n. 7/1). Kālātmārohaṇaśaktiḥ: die zeitgestaltige Kraft des Emporsteigens; wörtl. kāla (Zeit) + ātman (Wesen) + ārohaṇa (Emporsteigen) + śakti (Kraft) (f. 1/1). Avastāt: unterhalb, darunter (avy.). Pratiśṛṇat: das Gegen-Zerbrechende (n. 1/1). Parasenā: das feindliche Heer; wörtl. para (fremd, feindlich) + senā (Heer) (f. 1/1). Āgacchantī: heranrückend (Partizip Präsens, feminin) (f. 1/1). Pratimukhaṃ: entgegen, ins Gesicht hinein (avy.). Hiṃsad: verletzend (Partizip Präsens) (n. 1/1). Balam: Kraft (n. 1/1). Etattrayopapattau: beim Zusammentreffen dieser drei; wörtl. etad (dies) + traya (Dreiheit) + upapatti (Zustandekommen) (f. 7/1). Śauryam: das Heldentum (n. 1/1). Asya: von ihm, sein (6/1). Rūḍhaṃ: emporgewachsen, gross geworden (n. 1/1). Bhavati: wird, ist (laṭ III/1).

Taittirīya-Brāhmaṇa mit Bhaṭṭabhāskara-Bhāṣya, Aṣṭaka 1, hrsg. A. Mahādeva Śāstrī, Mysore 1908, S. 250, Kommentarabschnitt 16; am Seitenbild gelesen. Die Ausgabe setzt an zwei Stellen Ergänzungen in eckige Klammern (hiṃsanā[dā]tmabalaṃ, hiṃsan[sat]); hier steht der Haupttext.

Die Formel lautet also: ārohaṇa-śakti, „die Kraft des Emporsteigens" — oberhalb die eigene, zerbrechende Kraft, unterhalb das entgegen zerbrechende Feindheer, und aus dem Zusammentreffen wächst das Heldentum. Bhaṭṭabhāskara baut dabei ein Wortspiel: der vedische Name des Abschnitts ist rohiṇī, und roh/ruh heisst „steigen, wachsen". Die Śakti wird aus dem alten Namen gewonnen, nicht aus dem heutigen.

Zwei Einzelheiten, die in der modernen Wiedergabe regelmässig verschwinden: Bhaṭṭabhāskara schreibt kālātmā, „zeitgestaltig" — die Kraft ist die des Zeitlaufs an dieser Himmelsstelle, nicht eine Kraft schlechthin. Und die Zuschreibung an Sāyaṇa ist falsch; Sāyaṇa kommentiert dieselbe Stelle ohne mittleres Glied.

Der Steckbrief

Die folgenden Zuschreibungen stammen aus verschiedenen Schichten der Überlieferung. Die Spalte rechts sagt bei jeder, worauf sie sich stützt. Wo eine Angabe in den hier greifbaren Quellen keinen Beleg hat, steht das ausdrücklich da.

Himmelsabschnitt16°40′ bis 30°00′ Vṛścika, siderisch Rechnung; Vers zur Pāda-Verteilung
Fixsterneσ, α und τ Scorpii; Yogatārā ist die mittlere, also α Scorpii (Antares) Sūrya-Siddhānta 8.18; Whitney in Burgess 1860
Sternzahldrei Bṛhat Saṃhitā 97.1 (agni = 3)
HerrscherBudha (Merkur) Viṃśottarī-Reihe
DevatāIndra Taittirīya-Saṃhitā 4.4.10; Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1 und 3.1.2; Bṛhat Saṃhitā 97.5
Śaktiārohaṇa-śakti, „die Kraft des Emporsteigens" — oberhalb das Zerbrechende (die eigene Kraft), unterhalb das Gegen-Zerbrechende (das Feindheer); Ergebnis: das Heldentum wächst Bhaṭṭabhāskara zu Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1
SymbolSchirm, Ohrgehänge, Ring Lehrüberlieferung
Namensbedeutungjyeṣṭhā „die Älteste, Vorderste"; ältere vedische Form rohiṇī „die Rötliche" Taittirīya-Saṃhitā 4.4.10; Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1
Wesensarttīkṣṇa (scharf), in der Muhūrta-Literatur auch dāruṇa (schrecklich) Bṛhat Saṃhitā 97.7; Muhūrta-Cintāmaṇi 2.8
Gaṇarākṣasa Muhūrta-Cintāmaṇi 6.29; Nārada-Saṃhitā 27.142 ff.
Yoni (Tier)Antilope (kuraṅga), geteilt mit Anurādhā; Feindtier ist der Hund (Ārdrā, Mūla) Muhūrta-Cintāmaṇi 6.26
Yoni-Geschlechtin den klassischen Quellen nicht vergeben siehe unten
Nāḍīādi (die erste) Muhūrta-Cintāmaṇi 6.34
Varṇabrāhmaṇa im Heiratsvergleich (nach dem Rāśi Vṛścika) — sevājana, das Dienervolk, in der Gesellschaftszuordnung Muhūrta-Cintāmaṇi 6.22 gegen Bṛhat Saṃhitā 15.30, siehe unten
GuṇaTamas/Sattva/Sattva im dreistufigen Nakṣatra-Guṇa-Schema — Sattva im Navatārā-Schema zwei verschiedene Systeme des eigenen Kursmaterials, siehe unten
LokaBhuva eigenes Kursmaterial
TattvaVāyu (Luft) eigenes Kursmaterial
Mukhatiryaṅmukha (seitwärts blickend) Muhūrta-Cintāmaṇi 2.9
Silbenनो no · या · यी · यू Lehrüberlieferung
Körperteillinke Rumpfseite im Nakṣatrapuruṣa-Schema, das ab Kṛttikā zählt eigenes Kursmaterial; anderes Ergebnis bei anderem Zählbeginn
Puruṣārthaje Pāda Dharma, Artha, Kāma, Mokṣa Lehrüberlieferung
TätigkeitenAnschlag, Zauberspruch, Beschwörung, Fesselung, Tötung, Entzweiung Bṛhat Saṃhitā 97.7; Muhūrta-Cintāmaṇi 2.8
Menschengruppenüberaus Tapfere, Vornehme, Vermögende, Berühmte, Räuber fremden Guts, Siegbegierige, Könige, Heerführer Bṛhat Saṃhitā 15.16

Wo die Quellen auseinandergehen

Der Name. Das Auffälligste steht gleich am Anfang: die beiden vedischen Listen kennen den Namen jyeṣṭhā nicht. Sie nennen den Abschnitt rohiṇī — und haben denselben Namen schon für das vierte Nakṣatra vergeben. In der Taittirīya-Saṃhitā sind die beiden nur an der Gottheit zu unterscheiden (Prajāpati beim ersten, Indra beim zweiten); Keith vermerkt in seiner Übersetzung, der Kommentar löse das zweite Rohiṇī ausdrücklich als Jyeṣṭhā auf. Das Nakṣatra-Sūkta des Taittirīya-Brāhmaṇa (3.1.2) gebraucht dagegen schon jyeṣṭhā. Wer „Rohiṇī" ohne Zusatz aus dem Brāhmaṇa zitiert, läuft in diese Falle.

Varṇa. Die modernen Tabellen geben für Jyeṣṭhā regelmässig śūdra oder „Diener" — und berufen sich dabei, meist ohne es zu sagen, auf die Bṛhat Saṃhitā. Dort steht in 15.30 tatsächlich, das Indra-Gestirn gehöre zusammen mit Mṛgaśiras, Citrā und Dhaniṣṭhā zur Herrschaft über das sevājana, das Dienervolk. Das ist aber eine gesellschaftsprognostische Zuordnung mit sieben Klassen (darunter ugrajāti und caṇḍāla), kein Kūṭa der Heiratsprüfung. Der Varṇa des Melāpaka wird nach dem Rāśi vergeben:

Muhūrta-Cintāmaṇi 6.22

द्विजा झषालिकर्कटास् ततो नृपा विशो ऽङ्घ्रिजाः

dvijā jhaṣālikarkaṭās tato nṛpā viśo 'ṅghrijāḥ

Brahmanen [sind] Mīna, Vṛścika und Karka; darauf die Fürsten [Kṣatriyas], die Vaiśyas, die Śūdras.

Dvijā: Brahmanen; wörtl. „zweimal Geborene" (m. 1/3). Jhaṣālikarkaṭās: Mīna, Vṛścika und Karka; wörtl. jhaṣa (Fisch = Mīna) + āli (Skorpion = Vṛścika) + karkaṭa (Krebs = Karka) (m. 1/3). Tato: darauf, danach (avy.). Nṛpā: Fürsten, Kṣatriyas; wörtl. nṛ (Mensch) + pa (schützend) (m. 1/3). Viśo: Vaiśyas, die Leute des dritten Standes (f. 1/3). 'ṅghrijāḥ: Śūdras; wörtl. aṅghri (Fuss) + ja (geboren) (m. 1/3).

Ausgabe mit Pīyūṣadhārā-Kommentar; der Kommentar löst auf: mīnavṛścikakarkarāśayo dvijā brāhmaṇāḥ — „Mīna, Vṛścika und Karka sind die Zweimalgeborenen, die Brahmanen."

Jyeṣṭhā liegt ganz in Vṛścika, gehört im Melāpaka also zu den Brahmanen — dem höchsten der vier Werte, während die modernen Tabellen den niedrigsten angeben. Beide Angaben sind für sich richtig; sie beantworten verschiedene Fragen. Wer mit dem Aṣṭakūṭa rechnet, muss brāhmaṇa ansetzen.

Yoni-Geschlecht. Die modernen Tabellen geben für Jyeṣṭhā „Antilope, männlich". Das Tier ist belegt, das Geschlecht nicht. Die klassische Lehre kennt vierzehn Tiere für achtundzwanzig Nakṣatras und rechnet ausschliesslich mit Freundschaft und Feindschaft der Arten; eine Durchsuchung des Muhūrta-Cintāmaṇi und der Nārada-Saṃhitā nach puṃyoni, strīyoni und verwandten Ausdrücken ergab in Mūla wie Kommentar null Treffer. Die Aufteilung des Paares Jyeṣṭhā/Anurādhā in eine männliche und eine weibliche Antilope ist eine spätere Ausdifferenzierung ohne Vers.

Guṇa. Zwei Systeme liegen übereinander, beide im selben eigenen Kursmaterial. Das eine ordnet den Nakṣatras Guṇas nach ihrer Stellung im Dreierschritt der Lokas zu und ergibt für Jyeṣṭhā die Reihe Tamas/Sattva/Sattva; das andere zählt im Navatārā-Schema und ergibt Sattva (über den Tārā-Herrscher Budha). Sie widersprechen einander nicht wirklich — sie beantworten verschiedene Fragen —, werden aber regelmässig vermengt.

Körperteil. Das Schema des Nakṣatrapuruṣa zählt ab Kṛttikā und setzt dort den Kopf an; Jyeṣṭhā bekommt danach die linke Rumpfseite. Wer stattdessen ab Aśvinī zählt, bekommt zwangsläufig ein anderes Glied. Welches Schema gemeint ist, muss immer mitgesagt werden.

Eine Zählfalle bei den Tätigkeiten. Bṛhat Saṃhitā 97.12 nennt für die Schur (kṣaura) unter anderem das śakra-Gestirn. Śakra ist Indra, und Indra ist die Gottheit der Jyeṣṭhā — aber auch die halbe Gottheit der Viśākhā (indrāgnī). Der Vers entscheidet es nicht. Die Zuordnung steht deshalb hier nicht im Steckbrief.

Wesensart und Tätigkeiten

Die Wahllehre teilt die Nakṣatras nach ihrer Wesensart ein, weil davon abhängt, welche Unternehmung unter ihnen gelingt. Jyeṣṭhā gehört zur Klasse der scharfen:

Bṛhat Saṃhitā 97.7 (in Kerns Zählung 98.7)

मूलशिवशक्रभुजगाधिपानि तीक्ष्णानि तेषु सिद्ध्यन्ति अभिघातमन्त्रवेतालबन्धवधभेदसंबन्धाः

mūlaśivaśakrabhujagādhipāni tīkṣṇāni teṣu siddhyanti abhighātamantravetālabandhavadhabhedasaṃbandhāḥ

Mūla, das Śiva-Gestirn [Ārdrā], das Śakra-Gestirn [Jyeṣṭhā] und das des Schlangenherrn [Āśleṣā] sind die scharfen [tīkṣṇa]; in ihnen gelingen Anschlag, Zauberspruch, Vetāla-Beschwörung, Fesselung, Tötung, Entzweiung — und was damit zusammenhängt.

Mūlaśivaśakrabhujagādhipāni: Mūla, das Śiva-Gestirn (Ārdrā), das Śakra-Gestirn (Jyeṣṭhā) und das des Schlangenherrn (Āśleṣā); wörtl. mūla (19. Nakṣatra) + śiva (Rudra) + śakra (Indra) + bhujagādhipa (Schlangenherr) (n. 1/3). Tīkṣṇāni: die scharfen - Name der Nakṣatra-Klasse (n. 1/3). Teṣu: in ihnen (n. 7/3). Siddhyanti: gelingen (laṭ III/3). Abhighātamantravetālabandhavadhabhedasaṃbandhāḥ: Anschlag, Zauberspruch, Vetāla-Beschwörung, Fesselung, Tötung, Entzweiung und was damit zusammenhängt; wörtl. abhighāta (Schlag, Anschlag) + mantra (Zauberspruch) + vetāla (Leichendämon) + bandha (Fesselung) + vadha (Tötung) + bheda (Entzweiung) + saṃbandha (Zusammenhang) (m. 1/3).

Ausgabe H. Kern, Kalkutta 1865, S. 476 f.; Kapitelzählung dort 98, in den neueren Ausgaben (Tripāṭhī) 97. Varāhamihira sagt tīkṣṇa; der jüngere Klassenname dāruṇa steht erst in der Muhūrta-Literatur.

Der Muhūrta-Cintāmaṇi führt dieselbe Vierergruppe und legt den zweiten Klassennamen darüber:

Muhūrta-Cintāmaṇi 2.8

मूलेन्द्रार्द्राहिभं सौरिस् तीक्ष्णं दारुणसंज्ञकम् तत्राभिचारघातोग्रभेदाः पशुदमादिकम्

mūlendrārdrāhibhaṃ sauris tīkṣṇaṃ dāruṇasaṃjñakam tatrābhicāraghātograbhedāḥ paśudamādikam

Mūla, das Indra-Nakṣatra [Jyeṣṭhā], Ārdrā und das Schlangen-Nakṣatra [Āśleṣā] sowie der Saturntag heissen tīkṣṇa, „scharf", und dāruṇa, „schrecklich". Darin: Schadenzauber, Totschlag, Grausames, Entzweiung, Tierbändigung und dergleichen.

Mūlendrārdrāhibhaṃ: Mūla, das Indra-Nakṣatra (Jyeṣṭhā), Ārdrā und das Schlangen-Nakṣatra (Āśleṣā); wörtl. mūla + indra + ārdrā + ahi (Schlange) + bha (Gestirn) (n. 1/1). Sauris: Sauri (Śani), der Samstag (m. 1/1). Tīkṣṇaṃ: scharf - Name der Nakṣatra-Klasse (n. 1/1). Dāruṇasaṃjñakam: mit dem Namen dāruṇa („schrecklich"); wörtl. dāruṇa (schrecklich) + saṃjñaka (so benannt) (n. 1/1). Tatra: darin, unter ihnen (avy.). Abhicāraghātograbhedāḥ: Schadenzauber, Totschlag, Grausames und Entzweiung; wörtl. abhicāra (Schadenzauber) + ghāta (Totschlag) + ugra (Grausames) + bheda (Entzweiung) (m. 1/3). Paśudamādikam: Tierbändigung und dergleichen; wörtl. paśu (Vieh) + dama (Zähmung) + ādika (und so fort) (n. 1/1).

Kollationiert aus drei Ausgaben. Der Kommentar Pīyūṣadhārā präzisiert: bheda meint nicht Spaltung schlechthin, sondern das Entzweien zweier Menschen, paśudama das Zureiten und Fesseln von Elefanten und Pferden.

Das klingt düster, und es soll es auch. Die Wahllehre ist kein Charakterbild, sondern eine Tauglichkeitsprüfung: sie sagt, wofür ein Zeitabschnitt taugt. Ein tīkṣṇa-Gestirn taugt für alles Schneidende und Trennende — und, wie die Kommentare hinzufügen, auch für das Bändigen von Tieren und für die Chirurgie im weitesten Sinne.

Ein anderes Kapitel der Bṛhat Saṃhitā ordnet den Nakṣatras Menschen- und Berufsgruppen zu; es geht dort um Vorzeichendeutung im grossen Massstab, nicht um Geburtsdeutung:

Bṛhat Saṃhitā 15.16

पौरन्दरे ऽतिशूराः कुलवित्तयशो ऽन्विताः परस्वहृतः विजिगीषवो नरेन्द्राः सेनानां चापि नेतारः

paurandare 'tiśūrāḥ kulavittayaśo 'nvitāḥ parasvahṛtaḥ vijigīṣavo narendrāḥ senānāṃ cāpi netāraḥ

Beim Purandara-Gestirn [Jyeṣṭhā]: überaus Tapfere, mit Herkunft, Vermögen und Ruhm Versehene, Räuber fremden Guts; Siegbegierige, Menschenherrscher — und auch Führer von Heeren.

Paurandare: beim Purandara-Gestirn, d. h. unter Jyeṣṭhā, deren Gottheit Indra Purandara ist (n. 7/1). 'tiśūrāḥ: überaus Tapfere; wörtl. ati (über) + śūra (Held) (m. 1/3). Kulavittayaśo'nvitāḥ: mit Herkunft, Vermögen und Ruhm Versehene; wörtl. kula (Geschlecht) + vitta (Vermögen) + yaśas (Ruhm) + anvita (versehen mit) (m. 1/3). Parasvahṛtaḥ: Räuber fremden Guts; wörtl. para (fremd) + sva (Eigentum) + hṛt (nehmend) (m. 1/3). Vijigīṣavo: Siegbegierige, die zu siegen wünschen (m. 1/3). Narendrāḥ: Menschenherrscher, Könige; wörtl. nara (Mensch) + indra (Herr) (m. 1/3). Senānāṃ: der Heere (f. 6/3). Ca: und (avy.). Api: auch (avy.). Netāraḥ: Führer, Anführer (m. 1/3).

Ausgabe H. Kern, Kalkutta 1865. Das Kapitel zählt von Kṛttikā an, Jyeṣṭhā steht deshalb als sechzehntes. Kapitel 15 trägt in allen geprüften Ausgaben dieselbe Nummer — die Zähldifferenz zu Kern beginnt erst weiter hinten.

Die Reihe ist in sich stimmig: lauter Gestalten aus Indras Umkreis — Kriegsherren, Könige, Heerführer, und dazwischen, ohne Übergang, die Räuber fremden Guts. Varāhamihira legt die Ambivalenz des Gottes in den Vers hinein, statt sie aufzulösen.

Wie es einem Kind unter Jyeṣṭhā ergeht

Die ältere der beiden Geburtsdeutungen steht bei Varāhamihira selbst; das Kapitel ist als Bṛhat Saṃhitā 100 und, wortgleich, als Bṛhajjātaka 16 überliefert:

Bṛhat Saṃhitā 100.10 (auch Bṛhajjātaka 16; in Kerns Zählung 101.10)

ज्येष्ठासु न बहुमित्रः सन्तुष्टो धर्मकृत् प्रचुरकोपः मूले मानी धनवान् सुखी न हिंस्रः स्थिरो भोगी

jyeṣṭhāsu na bahumitraḥ santuṣṭo dharmakṛt pracurakopaḥ mūle mānī dhanavān sukhī na hiṃsraḥ sthiro bhogī

Unter Jyeṣṭhā: ohne viele Freunde, zufrieden, pflichttreu, sehr zornig. Unter Mūla: stolz, vermögend, glücklich, nicht grausam, beständig, geniessend.

Jyeṣṭhāsu: unter Jyeṣṭhā (Plural, wie der Name im Veda) (f. 7/3). Na: nicht (avy.). Bahumitraḥ: mit vielen Freunden; wörtl. bahu (viel) + mitra (Freund) (m. 1/1). Santuṣṭo: zufrieden, genügsam (m. 1/1). Dharmakṛt: pflichttreu, das Rechte tuend; wörtl. dharma (Pflicht) + kṛt (tuend) (m. 1/1). Pracurakopaḥ: sehr zornig; wörtl. pracura (reichlich) + kopa (Zorn) (m. 1/1). Mūle: unter Mūla (n. 7/1). Mānī: stolz, auf Ehre bedacht (m. 1/1). Dhanavān: vermögend, reich (m. 1/1). Sukhī: glücklich, wohlbehalten (m. 1/1). Na: nicht (avy.). Hiṃsraḥ: grausam, verletzend (m. 1/1). Sthiro: beständig, fest (m. 1/1). Bhogī: geniessend, Genüsse habend (m. 1/1).

Der Vers deckt zwei Nakṣatras ab, Jyeṣṭhā in der ersten, Mūla in der zweiten Hälfte. Ausgabe Tripāṭhī; Kern zählt das Kapitel als 101.

Rund tausend Jahre später sagt der Jātaka-Pārijāta zur selben Sache etwas teils Gleiches, teils anderes:

Jātaka-Pārijāta 9.88 (Kashi-Ausgabe 9.89)

मैत्रे सुप्रियवाक् धनी सुखरतः पूज्यो यशस्वी विभुः ज्येष्ठायाम् अतिकोपवान् परवधूसक्तो विभुर् धार्मिकः मूलर्क्षे पटुवाग्विधूतकुशलो धूर्तः कृतघ्नो धनी पूर्वाषाढभवो ऽविकारचरितो मानी सुखी शान्तधीः

maitre supriyavāk dhanī sukharataḥ pūjyo yaśasvī vibhuḥ jyeṣṭhāyām atikopavān paravadhūsakto vibhur dhārmikaḥ mūlarkṣe paṭuvāgvidhūtakuśalo dhūrtaḥ kṛtaghno dhanī pūrvāṣāḍhabhavo 'vikāracarito mānī sukhī śāntadhīḥ

Unter dem Mitra-Gestirn [Anurādhā]: von sehr freundlicher Rede, vermögend, dem Behagen ergeben, ehrwürdig, ruhmvoll, mächtig. Unter Jyeṣṭhā: überaus jähzornig, an fremden Frauen hängend, mächtig, rechtschaffen. Unter dem Mūla-Gestirn: redegewandt, aber um sein Wohlergehen gebracht, betrügerisch, undankbar, vermögend. Unter Pūrvāṣāḍhā geboren: von unwandelbarem Wandel, auf Ehre bedacht, glücklich, ruhigen Sinnes.

Maitre: beim Mitra-Gestirn, d. h. unter Anurādhā (n. 7/1). Supriyavāk: von sehr freundlicher Rede; wörtl. su (gut) + priya (lieb) + vāc (Rede) (m. 1/1). Dhanī: vermögend (m. 1/1). Sukharataḥ: dem Behagen ergeben; wörtl. sukha (Behagen) + rata (ergeben) (m. 1/1). Pūjyo: ehrwürdig, zu verehren (m. 1/1). Yaśasvī: ruhmvoll (m. 1/1). Vibhuḥ: mächtig, weit reichend (m. 1/1). Jyeṣṭhāyām: unter Jyeṣṭhā (f. 7/1). Atikopavān: überaus jähzornig; wörtl. ati (über) + kopa (Zorn) + -vat (versehen mit) (m. 1/1). Paravadhūsakto: an fremden Frauen hängend; wörtl. para (fremd) + vadhū (Frau) + sakta (anhängend) (m. 1/1). Vibhur: mächtig (m. 1/1). Dhārmikaḥ: rechtschaffen, pflichttreu (m. 1/1). Mūlarkṣe: im Mūla-Gestirn; wörtl. mūla (Mūla) + ṛkṣa (Gestirn) (n. 7/1). Paṭuvāgvidhūtakuśalo: redegewandt, aber um sein Wohlergehen gebracht; wörtl. paṭu (gewandt) + vāc (Rede) + vidhūta (abgeschüttelt) + kuśala (Wohlergehen) (m. 1/1). Dhūrtaḥ: betrügerisch, verschlagen (m. 1/1). Kṛtaghno: undankbar; wörtl. kṛta (Getanes) + ghna (vernichtend) (m. 1/1). Dhanī: vermögend (m. 1/1). Pūrvāṣāḍhabhavo: unter Pūrvāṣāḍhā geboren; wörtl. pūrvāṣāḍhā (Pūrvāṣāḍhā) + bhava (entstanden) (m. 1/1). 'vikāracarito: von unwandelbarem Wandel; wörtl. a- (un-) + vikāra (Veränderung) + carita (Wandel) (m. 1/1). Mānī: auf Ehre bedacht, stolz (m. 1/1). Sukhī: glücklich (m. 1/1). Śāntadhīḥ: ruhigen Sinnes; wörtl. śānta (beruhigt) + dhī (Sinn) (m. 1/1).

Ausgabe V. Subrahmanya Sastri, 1932, Bd. I, S. 628; die Kashi-Ausgabe zählt durchgehend um eins höher. Ein Vers deckt vier Nakṣatras ab, je eines im Pāda.

Die beiden Fassungen stimmen im Zorn überein und gehen sonst auseinander: Varāhamihira nennt Jyeṣṭhā-Geborene freundarm und zufrieden, Vaidyanātha mächtig und den Frauen anderer zugetan. Die moderne Nakṣatra-Literatur nennt fast durchweg nur eine der beiden Fassungen — meistens ohne zu sagen, welche. Hier stehen beide; die ältere zuerst.

Die Sterne des Asterismus

Die drei Sterne des Skorpionkopfes und -herzens im Abschnitt der Jyeṣṭhā. Massstab in Länge und Breite gleich. Der offene Kreis ist die Sollposition der Yogatārā nach dem Sūrya-Siddhānta, in denselben siderischen Rahmen gestellt. Siderische Länge zum Stichjahr 2025,0 mit dem Ayanāṃśa nach Lahiri; ekliptikale Breite für 2025,0. Punktgrösse nach scheinbarer Helligkeit. Die drei Sterne des Skorpionkopfes und -herzens im Abschnitt der Jyeṣṭhā. Massstab in Länge und Breite gleich. Der offene Kreis ist die Sollposition der Yogatārā nach dem Sūrya-Siddhānta, in denselben siderischen Rahmen gestellt. Siderische Länge zum Stichjahr 2025,0 mit dem Ayanāṃśa nach Lahiri; ekliptikale Breite für 2025,0. Punktgrösse nach scheinbarer Helligkeit.

Die drei Sterne des Skorpionkopfes und -herzens im Abschnitt der Jyeṣṭhā. Massstab in Länge und Breite gleich. Der offene Kreis ist die Sollposition der Yogatārā nach dem Sūrya-Siddhānta, in denselben siderischen Rahmen gestellt. Siderische Länge zum Stichjahr 2025,0 mit dem Ayanāṃśa nach Lahiri; ekliptikale Breite für 2025,0. Punktgrösse nach scheinbarer Helligkeit.

Koordinaten aus SIMBAD (Abruf 15. September 2026), eigene Präzessionsrechnung; Sollposition aus Sūrya-Siddhānta 8.2 und 8.6 nach Burgess 1860.

Hier ist die Identifikation ungewöhnlich klar. Drei Sterne nennen alle Autoritäten — σ, α und τ Scorpii —, und der Sūrya-Siddhānta sagt ausdrücklich, welcher davon die yogatārā ist, der Verbindungsstern, nach dem der Abschnitt vermessen wird: die mittlere. Das ist α Scorpii, Antares. Ein Dissens findet sich in keiner der eingesehenen Quellen. Auch die Sternzahl stimmt: Varāhamihira gibt für Jyeṣṭhā drei Sterne an, und drei sind es.

Der vedische Name des Abschnitts, rohiṇī, „die Rötliche", ist damit zugleich eine Beschreibung: Antares ist ein roter Überriese, und seine Farbe ist mit blossem Auge unübersehbar. Dass derselbe Name auch dem vierten Nakṣatra gegeben wurde, dessen Hauptstern Aldebaran ebenfalls rot leuchtet, spricht dafür, dass er als Farbbezeichnung gemeint war und nicht als Eigenname.

Die Sterne im Katalog

σ Scoα Scoτ Sco
EigennameAlniyatAntaresPaikauhale
RolleGruppensternYogatārāGruppenstern
HR608461346165
HD147165148478149438
HIP801128076381266
Helligkeit V2,890,912,81
SpektraltypB1III + B1:VM1.5Iab + B2VnB0V
Rektaszension16ʰ 21ᵐ 11,32ˢ16ʰ 29ᵐ 24,46ˢ16ʰ 35ᵐ 52,95ˢ
Deklination−25° 35′ 34,1″−26° 25′ 55,2″−28° 12′ 57,7″
Ekl. Länge J2000247° 48′249° 46′251° 27′
Ekl. Breite J2000−4° 02′−4° 34′−6° 07′

Rektaszension und Deklination gelten für Äquinoktium und Epoche J2000,0. Antares ist ein roter Überriese und zugleich ein Doppelstern: sein blauer Begleiter, ein B-Stern fünfter Grösse, steht rund zweieinhalb Bogensekunden daneben und geht im Licht des Hauptsterns unter. Auch σ Scorpii ist ein Mehrfachsystem. Für das blosse Auge ist jeder der drei ein einzelner Punkt.

Wo die Sterne heute stehen

Um zu prüfen, ob die Sterne im Abschnitt Jyeṣṭhā liegen, müssen ihre Positionen von J2000,0 auf ein Stichjahr fortgeschrieben und dann um den Ayanāṃśa vermindert werden. Für 2025,0 ergibt sich:

Ayanāṃśa (2025,0)Wertσ Scoα Scoτ Sco
Lahiri / Citrāpakṣa24° 12′ 23″13° 57′15° 54′17° 36′
True Citrā24° 11′ 21″13° 58′15° 55′17° 37′
Krishnamurti24° 06′ 34″14° 02′16° 00′17° 42′
Raman22° 45′ 36″15° 23′17° 21′19° 03′
Fagan / Bradley25° 05′ 23″13° 04′15° 01′16° 43′

Alle Werte sind siderische Längen in Vṛścika; Jyeṣṭhā beginnt bei 16° 40′.

Das Ergebnis ist unbequem: Antares liegt bei vier von fünf gebräuchlichen Ayanāṃśas gar nicht in Jyeṣṭhā, sondern noch in Anurādhā. Nach Lahiri steht der Stern auf 15° 54′ Vṛścika, also 46 Bogenminuten vor der Abschnittsgrenze. Nur der Raman-Ayanāṃśa bringt ihn knapp herein. Dasselbe gilt für σ Scorpii; einzig τ Scorpii liegt bei jedem Ayanāṃśa sicher in Jyeṣṭhā.

Der Grund ist aber nicht eine falsche Identifikation. Rechnet man die Sollposition der Yogatārā aus dem Sūrya-Siddhānta in denselben Rahmen um, so landet auch sie bei 16° 18′ Vṛścika — ebenfalls knapp vor der Grenze. Der Sūrya-Siddhānta zählt siderische Länge von einem Nullpunkt, den Whitney mit dem Frühlingspunkt des Jahres 560 gleichsetzt; der Lahiri-Nullpunkt liegt rund 270 Jahre und damit knapp vier Grad früher. Diese Rahmenverschiebung, nicht ein Überlieferungsfehler, schiebt Antares über die Grenze. Ein Ayanāṃśa ab 23° 27′ brächte ihn zurück — die Lahiri-Zählung stand 1975 dort.

Das ist übrigens kein Einzelfall: von den 28 Yogatārās liegen sieben heute im vorhergehenden Abschnitt, und keine im folgenden.

Sichtbarkeit

Von mitteleuropäischer Breite (rund 47° Nord) kulminiert Antares 16,5 Grad über dem Horizont, σ Scorpii 17,3 und τ Scorpii 14,7 — das ist sehr wenig. Der Skorpion bleibt von der Schweiz aus ein Gast am Südhorizont: man braucht freie Sicht nach Süden und eine klare Sommernacht, und selbst dann steht Antares immer in der horizontnahen Dunstschicht, die ihn zusätzlich rötet und flackern lässt. Um Mitternacht kulminiert die Gruppe Ende Mai; in Sonnennähe steht sie Anfang Dezember und ist dann rund vier Wochen davor und danach unsichtbar.

Gefunden ist Antares trotzdem leicht: mit 0,9 Grössenklassen ist er der hellste Stern weit und breit, und die drei Sterne des Skorpionkopfes darüber weisen auf ihn.

Namen und Namensvarianten

Der älteste Name ist nicht jyeṣṭhā, sondern rohiṇī, „die Rötliche" — so steht er in der Taittirīya-Saṃhitā und im Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1. Die Form jyeṣṭhā erscheint bereits im Nakṣatra-Sūkta desselben Brāhmaṇa (3.1.2) und setzt sich dann durch: bei Varāhamihira, im Sūrya-Siddhānta und in der gesamten späteren Literatur heisst der Abschnitt Jyeṣṭhā.

Daneben laufen die Umschreibungen über die Gottheit, die in der klassischen Literatur üblicher sind als der Eigenname: paurandara („das dem Purandara gehörende", Bṛhat Saṃhitā 15.16), śakra („das Indra-Gestirn", Bṛhat Saṃhitā 97.7) und indra-bha (Muhūrta-Cintāmaṇi 2.8). Wer eine Nakṣatra-Liste liest, muss diese Formen kennen — der Eigenname steht dort oft gar nicht.

Die Verse

Die älteste Stelle, die diesen Abschnitt nennt, steht in der Taittirīya-Saṃhitā. Sie gehört zum Agnicayana, zur Schichtung des Feueraltars: es sind die Sprüche für die Nakṣatra-Ziegel, jeweils Nakṣatra und zugehörige Gottheit. Es ist kein astrologischer, sondern ein ritueller Text.

Taittirīya-Saṃhitā 4.4.10.2

रोहिणी नक्षत्रम् इन्द्रो देवता

rohiṇī́ nákṣatram índro devátā

Rohiṇī [die zweite, d. h. Jyeṣṭhā] ist das Nakṣatra, Indra die Gottheit.

Rohiṇī: Rohiṇī, „die Rötliche" — hier der vedische Name der Jyeṣṭhā, in derselben Liste ein zweites Mal vergeben (f. 1/1). Nakṣatram: Nakṣatra, Gestirn, Mondhaus (n. 1/1). Indro: Indra (m. 1/1). Devatā: Gottheit (f. 1/1).

Akzentuierte Umschrift nach TITUS (Grundlage: Ausgabe A. Weber, Leipzig 1871/72), Devanāgarī nach sanskritdocuments.org. Die Liste beginnt bei Kṛttikā; dieser Eintrag ist der sechzehnte. Keith vermerkt zu der Stelle, der Kommentar glossiere das zweite Rohiṇī mit Jyeṣṭhā.

Das Taittirīya-Brāhmaṇa führt dieselbe Reihe, stellt aber die Gottheit in den Genitiv voran und fügt jedem Nakṣatra ein Begriffspaar bei — eines „oberhalb", eines „unterhalb":

Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1.4

इन्द्रस्य रोहिणी शृणत् परस्तात् प्रतिशृणद् अवस्तात्

índrasya rohiṇī́ śr̥ṇát parástāt pratiśr̥ṇád avástāt

Des Indra [ist] Rohiṇī. Das Zermalmende [ist] oberhalb, das Gegen-Zermalmende unterhalb.

Indrasya: des Indra (m. 6/1). Rohiṇī: Rohiṇī — im Brāhmaṇa der Name der Jyeṣṭhā (f. 1/1). Śṛṇat: das Zermalmende, Zerbrechende (Partizip Präsens zu śṝ „zerbrechen") (n. 1/1). Parastāt: oberhalb, darüber, jenseits (avy.). Pratiśṛṇad: das Entgegen-Zermalmende (Partizip Präsens zu prati-śṝ) (n. 1/1). Avastāt: unterhalb, darunter, diesseits (avy.).

Umschrift nach TITUS, Devanāgarī nach sanskritdocuments.org. Übersetzung hier erstellt; eine publizierte Übersetzung von TB 1.5.1 wurde nicht herangezogen.

Dieses Begriffspaar ist die Grundlage der Śakti-Angabe weiter oben: parastāt und avastāt sind das „oberhalb" und „unterhalb" der Formel. Was das Brāhmaṇa hier nüchtern nebeneinanderstellt — das Zermalmende und das Gegen-Zermalmende —, deutet Bhaṭṭabhāskara als die eigene und die feindliche Kriegsmacht und trägt das mittlere Glied, die Śakti selbst, erst ein.

An ganz anderer Stelle, im Nakṣatra-Sūkta des dritten Aṣṭaka, steht der Opferspruch für Jyeṣṭhā. Er ist die stärkste Primärstelle, die dieses Portrait hat:

Taittirīya-Brāhmaṇa 3.1.2, Mantra 2 der Nakṣatreṣṭi

इन्द्रो ज्येष्ठाम् अनु नक्षत्रम् एति यस्मिन् वृत्रं वृत्रतूर्ये ततार तस्मिन् वयम् अमृतं दुहानाः क्षुधं तरेम दुरितिं दुरिष्टिम् पुरन्दराय वृषभाय धृष्णवे अषाढाय सहमानाय मीढुषे इन्द्राय ज्येष्ठा मधुमद् दुहाना उरुं कृणोतु यजमानाय लोकम्

índro jyeṣṭhā́m ánu nákṣatram eti yásmin vr̥tráṃ vr̥tratū́rye tatā́ra tásmin vayám amŕ̥taṃ dúhānāḥ kṣúdhaṃ tarema dúritiṃ dúriṣṭim purandarā́ya vr̥ṣabhā́ya dhr̥ṣṇáve áṣāḍhāya sáhamānāya mīḍhúṣe índrāya jyeṣṭhā́ mádhumad dúhānā urúṃ kr̥ṇotu yájamānāya lokám

Indra geht dem Nakṣatra Jyeṣṭhā nach, in dem er Vṛtra im Vṛtra-Kampf überwand. In ihm wollen wir, den Unsterblichkeitstrank melkend, Hunger, Not und Fehlopfer überwinden. Dem Burgenbrecher, dem Stier, dem Kühnen, dem Unbezwungenen, dem Überwältigenden, dem Spender — dem Indra möge Jyeṣṭhā, Honigreiches melkend, dem Opferherrn weiten Raum schaffen.

Indro: Indra (m. 1/1). Jyeṣṭhām: Jyeṣṭhā, „die Älteste, Vorderste" (f. 2/1). Anu: nach, entlang (mit Akkusativ) (avy.). Nakṣatram: Nakṣatra, Gestirn (n. 2/1). Eti: geht (laṭ III/1). Yasmin: in welchem (7/1). Vṛtraṃ: Vṛtra, den Widersacher, der die Wasser einschliesst (m. 2/1). Vṛtratūrye: im Vṛtra-Kampf, beim Überwinden des Vṛtra; wörtl. vṛtra (Vṛtra) + tūrya (Überwinden) (n. 7/1). Tatāra: überwand, kam hinüber (liṭ III/1). Tasmin: in ihm (7/1). Vayam: wir (1/3). Amṛtaṃ: den Unsterblichkeitstrank, das Unsterbliche (n. 2/1). Duhānāḥ: melkend, als die Melkenden (Partizip Präsens Medium) (m. 1/3). Kṣudhaṃ: Hunger (f. 2/1). Tarema: wir möchten überwinden, hinübergelangen (vidhiliṅ I/3). Duritiṃ: Not, schlechtes Fortkommen; wörtl. dur- (übel) + iti (Gang) (f. 2/1). Duriṣṭim: Fehlopfer, missratenes Opfer; wörtl. dur- (übel) + iṣṭi (Opfer) (f. 2/1). Purandarāya: dem Burgenbrecher; wörtl. pur (Burg) + dara (spaltend) — Beiname Indras (m. 4/1). Vṛṣabhāya: dem Stier (m. 4/1). Dhṛṣṇave: dem Kühnen, Verwegenen (m. 4/1). Aṣāḍhāya: dem Unbezwungenen — dasselbe Wort, das die beiden Aṣāḍhā-Nakṣatras benennt (m. 4/1). Sahamānāya: dem Überwältigenden (Partizip Präsens Medium) (m. 4/1). Mīḍhuṣe: dem Spender, dem Freigebigen (m. 4/1). Indrāya: dem Indra (m. 4/1). Jyeṣṭhā: Jyeṣṭhā (f. 1/1). Madhumad: Honigreiches, Süsses (n. 2/1). Duhānā: melkend (Partizip Präsens Medium, feminin) (f. 1/1). Uruṃ: weiten (m. 2/1). Kṛṇotu: sie mache, sie schaffe (loṭ III/1). Yajamānāya: dem Opferherrn (m. 4/1). Lokam: Raum, Welt, freien Platz (m. 2/1).

Akzentuierte Umschrift nach TITUS; die Devanāgarī-Fassung von sanskritdocuments.org hat an zwei Stellen erkennbare Druckfehler (vṛtra tūryo für vṛtratūrye, kṣudhantarema für kṣudhaṃ tarema), hier nach der Umschrift stillschweigend berichtigt und diese Berichtigung hier ausgewiesen. Die Reihe von TB 3.1 zählt 28 Nakṣatras, die von TB 1.5.1 nur 27.

Aus der neueren Lehrüberlieferung stammt der Merkvers, mit dem die Reihe der Nakṣatra-Namen gelernt wird; Jyeṣṭhā steht dort an zweiter Stelle des dritten Verses:

Ārambha-Kursverse, Nakṣatra-Abschnitt 3

अनुराधा ततो ज्येष्ठा ततो मूलं निगद्यते पूर्वाषाढोत्तराषाढस् त्व् अभिजिच् छ्रवणस् तथा

anurādhā tato jyeṣṭhā tato mūlaṃ nigadyate pūrvāṣāḍhottarāṣāḍhas tv abhijic chravaṇas tathā

Anurādhā, darauf Jyeṣṭhā, darauf wird Mūla genannt; Pūrvāṣāḍhā und Uttarāṣāḍhā, dann Abhijit und ebenso Śravaṇa.

Anurādhā: Anurādhā, 17. Nakṣatra (f. 1/1). Tato: darauf (avy.). Jyeṣṭhā: Jyeṣṭhā, 18. Nakṣatra (f. 1/1). Tato: darauf (avy.). Mūlaṃ: Mūla, 19. Nakṣatra (n. 1/1). Nigadyate: wird genannt (Passiv von ni-√gad) (laṭ karmaṇi III/1). Pūrvāṣāḍhottarāṣāḍhas: Pūrvāṣāḍhā und Uttarāṣāḍhā, 20. und 21. Nakṣatra (Dvandva) (m. 1/1). Tv: aber, dann (avy.). Abhijic: Abhijit, das eingeschobene 28. Nakṣatra (m. 1/1). Chravaṇas: Śravaṇa, 22. Nakṣatra (m. 1/1). Tathā: ebenso (avy.).

Quelle ungeklärt (Ārambha-Kursmaterial, Pt. Sanjay Rath)

Grammatikangaben im Glossar sind unter Grammatik-Abkürzungen erklärt.

Zur Quellenlage dieses Portraits

Die Angaben oben ruhen auf ungleichem Grund, und das soll sichtbar bleiben.

Sicher ist alles Rechnerische: die Gradgrenzen, die vier Pādas, ihre Navāṃśa-Zeichen und die Zuordnung des Herrschers Budha aus der Viṃśottarī-Reihe. Sicher ist auch die Lage ganz im Rāśi Vṛścika, die der zitierte Vers ausspricht.

Am Originalvers belegt sind: die Devatā Indra und die ältere Namensform rohiṇī (Taittirīya-Saṃhitā 4.4.10, Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1), der Opferspruch samt der Vṛtra-Begründung (Taittirīya-Brāhmaṇa 3.1.2), die Śakti samt ihren drei Gliedern (Bhaṭṭabhāskara zum Brāhmaṇa), die Wesensart tīkṣṇa und die zugehörigen Tätigkeiten (Bṛhat Saṃhitā 97.7, Muhūrta-Cintāmaṇi 2.8), die Sternzahl drei (Bṛhat Saṃhitā 97.1), die Berufsgruppen (Bṛhat Saṃhitā 15.16), Gaṇa, Yoni-Tier, Nāḍī und Mukha (Muhūrta-Cintāmaṇi 6.29, 6.26, 6.34, 2.9) sowie die Geburtsdeutung in zwei Fassungen (Bṛhat Saṃhitā 100.10, Jātaka-Pārijāta 9.88). Die Sternidentifikation ist belegt und unstrittig: der Sūrya-Siddhānta nennt in 8.18 ausdrücklich die mittlere der drei als Yogatārā.

Nicht belegt und deshalb markiert oder ganz weggelassen: das Geschlecht der Yoni, für das die klassische Lehre gar keinen Platz hat; die Himmelsrichtung; die Namenssilben; das Symbol — Schirm und Ohrgehänge stehen nur im Kursmaterial, ein klassischer Vers dazu liess sich nicht finden. Ebenfalls unbelegt bleibt in diesem Quellenbestand die verbreitete Rede vom gaṇḍānta am Ende der Jyeṣṭhā: die einzige einschlägige klassische Stelle, Phaladīpikā 13.8, nennt Mūla und Āśleṣā, nicht Jyeṣṭhā.

Berichtigt wurden drei Angaben, die durch die moderne Literatur laufen: der Varṇa (im Heiratsvergleich brāhmaṇa nach dem Rāśi, nicht „Diener" nach Bṛhat Saṃhitā 15.30), die Herkunft der Śakti-Formel (Bhaṭṭabhāskara, nicht Sāyaṇa) und das in der Formel durchweg fehlende kālātmā, „zeitgestaltig".

Nicht verwendet wurde die ausführliche Indra-Mythologie, die moderne Nakṣatra-Bücher um diesen Abschnitt legen. Was das Brāhmaṇa selbst über Indra und Jyeṣṭhā sagt, steht oben im Wortlaut; die Purāṇa-Erzählungen sagen über den Himmelsabschnitt nichts.

Was noch offen ist: Sāyaṇas Wortlaut zu Taittirīya-Brāhmaṇa 1.5.1 wurde für dieses Nakṣatra nicht eingesehen — dass er kein mittleres Glied kennt, ist bisher nur für Aśvinī geprüft und für die übrigen eine Vermutung. Der Sanskrit-Wortlaut der Cākalya-Saṃhitā und des Khaṇḍa-Kaṭaka, auf die Burgess sich für die Sternzahlen beruft, wurde nicht beschafft. Und für das śakra-Gestirn in Bṛhat Saṃhitā 97.12 (Schur) bleibt offen, ob Jyeṣṭhā oder Viśākhā gemeint ist.