Śukra
Studien-PDF herunterladenशुक्र 6. Graha · Herr von Vṛṣabha und Tulā · Ucca Mīna 27° · Viṃśottarī 20 Jahre
Śukra ist der zweite Minister am Hof der Grahas, der Graha der Anmut, der Begierde und des Genusses. Wo Guru das Wissen berät, schmückt Śukra das Leben aus: Liebe, Kunst, Gewand und Hausstand sind sein Bereich. Am Himmel ist er der hellste Stern nach Sonne und Mond, ein Planet, der nie weit von der Sonne steht. Dieses Portrait stellt zusammen, was die klassischen Werke über ihn sagen, und hält auseinander, wo sie verschieden reden — und bei Śukra reden sie über Farbe, Mūlatrikoṇa und die Rolle im Zeitmenschen auffallend verschieden.
Namen
Śukra heisst „hell, klar, leuchtend", und dasselbe Wort bedeutet auch den Samen — beide Bedeutungen sind im Zusammenhang der Texte gegenwärtig. Der Kurs liest den Namen auch als su + kra, „sehr gut machen": Śukra sei jener, der Gutes vollbringt. Das ist eine Lehrdeutung im Stil des Nirukta, keine grammatische Herleitung, und als solche hier genannt.
Die Synonymlisten sind lang. Bṛhajjātaka 2.3 nennt Bhṛgu, Bhṛgusuta, Sita und Āsphujit; die Sārāvalī (4.11) Āsphujit, Sita und Bhṛgu; das Jātaka-Pārijāta (2.3) fügt Kāvya und Dānavejya hinzu; die Bṛhat Saṃhitā spricht von Uśanas, Bhṛgutanaya, Daityapūjya, „dem von den Daityas Verehrten", und Sitāhvaya. Bhṛgusuta und Bhṛgoḥ sutaḥ (BPHS 3.28) sagen, dass er der Sohn Bhṛgus ist; Kāvya und kāvyakartā (BPHS 3.28), dass er Dichtung macht; Sita ist „der Helle"; Bṛhajjātaka 2.1 nennt ihn dānavapūjita, den von den Dānavas Verehrten.
Āsphujit ist kein Sanskritwort. Es ist das griechische Aphrodítē, nach Monier-Williams und Weber ohne Zweifel, und gehört zu der Handvoll Planetennamen, die mit der hellenistischen Astrologie nach Indien kamen (Heli für Sūrya aus Hḗlios, Hemna für Budha aus Hermēs, Āra für Maṅgala aus Árēs). Der Lautwechsel d → j begegnet auch im Zeichennamen jituma. Der Name steckt noch in einer zweiten Gestalt: Pingree erklärt den Namen Sphujidhvaja im Yavanajātaka als Śukradhvaja, und Mak (2023) liest darin ein zweisprachiges Gebilde, „Fahne der Aphrodite oder Venus" — damit wäre āsphujit der älteste griechische Planetenname, den das Werk selbst verrät (moderne Fachliteratur). Im Gebrauch haben sich die Lehnnamen nicht gehalten; Varāhamihira führt sie als gelehrte Nebenformen.
Der Steckbrief
Die Zuschreibungen stammen aus verschiedenen Schichten. Die Leitfassung ist die des Kurses, der das Bṛhat-Parāśara-Horāśāstra (BPHS) in einer eigenen Fassung lehrt; wo die anderen Werke etwas hinzufügen, steht es mit ihrer Stelle. Spätere Überlieferung (Pūjā, Purāṇa) folgt in einem eigenen Abschnitt.
| Kālapuruṣa | vīrya, die Zeugungskraft des Zeitmenschen (Kurs); nach anderen Werken Begierde (madana, mada, kāma) BPHS 3.13; Bṛhajjātaka 2.1; Sārāvalī 4.1; Jātaka-Pārijāta 2.1; Yavanajātaka 1.112 |
|---|---|
| Hofstaat | Minister (saciva), mit Guru; im Kurs Candras Minister BPHS 3.14; Bṛhajjātaka 2.1; Sārāvalī 4.7; Yavanajātaka 1.116; Kurs |
| Natur | saumya, wohltätig Sārāvalī 4.9; Yavanajātaka 1.109; Jātaka-Pārijāta 2.8–9; Kurs |
| Geschlecht | weiblich (yuvatī), die junge Frau BPHS 3.19; Bṛhajjātaka 2.6; Sārāvalī 4.14; Phaladīpikā 2.27 |
| Tattva | Wasser (toya) BPHS 3.20; Bṛhajjātaka 2.6; Yavanajātaka 1.111 |
| Varṇa | Brāhmaṇa (vipra) — mit Guru BPHS 3.21 und alle übrigen Werke |
| Guṇa | rajas BPHS 3.22; Bṛhajjātaka 2.7; Phaladīpikā 2.24; Yavanajātaka 1.114 |
| Doṣa | kapha mit vāta (Kurs: kapha vor vāta) BPHS 3.28; Bṛhajjātaka 2.10; Sārāvalī 4.26; Phaladīpikā 2.13 |
| Körperfarbe | dunkel, bräunlich (śyāva) — andere Werke śyāma, śyāmala, dūrvāṅkura BPHS 3.17; Bṛhajjātaka 2.4; Sārāvalī 4.26; Phaladīpikā 2.13 |
| Farbe | bunt (citra) Bṛhajjātaka 2.5; Sārāvalī 4.12 |
| Devatā | Śacī, die Gemahlin Indras BPHS 3.18; Bṛhajjātaka 2.5; Sārāvalī 4.12 |
| Dhātu | Samen (vīrya, śukra) BPHS 3.31; Bṛhajjātaka 2.11; Jātaka-Pārijāta 2.28 |
| Ort | Schlafgemach (śayyā) BPHS 3.32; Bṛhajjātaka 2.12; Jātaka-Pārijāta 2.24 |
| Kleidung | kṣauma (Seide oder Leinen), ohne Farbangabe; nach anderer Überlieferung bunt; im Zustand fest (dṛḍha) BPHS 3.43; Sārāvalī 4.16, 4.26; Phaladīpikā 2.13 |
| Metall | Perle (muktā) an seiner Stelle der Reihe von Bṛhajjātaka 2.12; Silber (raupya) nach Phaladīpikā 2.30 — keine einheitliche Reihe Bṛhajjātaka 2.12; Sārāvalī 4.16; Phaladīpikā 2.30 |
| Edelstein | Diamant (vajra) Phaladīpikā 2.29; Jātaka-Pārijāta 2.21; Kurs |
| Getreide | Hyazinthbohne (niṣpāva) Phaladīpikā 2.28 |
| Jahreszeit | Vasanta, der Frühling BPHS 3.45; Bṛhajjātaka 2.12; Sārāvalī 4.17 |
| Rasa | sauer (amla) BPHS 3.34; Bṛhajjātaka 2.14; Sārāvalī 4.15 |
| Zeitmass | Halbmonat (pakṣa) BPHS 3.33; Bṛhajjātaka 2.14; Sārāvalī 4.17 |
| Lebensalter | 7 Jahre nach der Phaladīpikā, 16 nach dem Jātaka-Pārijāta; im Kurs die junge Frau Phaladīpikā 2.32; Jātaka-Pārijāta 2.14; Kurs |
| Verwandtschaft | die Gattin, die Frau Yavanajātaka 1.121; Jātaka-Pārijāta 2.49 |
| Sinn | Geschmack (rasa) Phaladīpikā 2.26 |
| Veda | Yajurveda Sārāvalī 4.19; Jātaka-Pārijāta 2.15 |
| Welt | die der Menschen (mit Candra) Sārāvalī 4.20 |
| Pflanzen | blühende Bäume (puṣpavṛkṣa) BPHS 3.40; Phaladīpikā 2.37 |
| Tageszeit | stark am Tag; nach der Tabelle um Mitternacht BPHS 3.36; Bṛhajjātaka 2.21; Sārāvalī 4.36, 4.39 = Yavanajātaka 1.86 |
| Ayana | stark im Uttarāyaṇa, dem nördlichen Halbjahr BPHS 3.37; Sārāvalī 4.37 = Yavanajātaka 1.84 |
| Naisargika-Bala | der fünfte der Reihe, von Śani aus gezählt BPHS 3.38; Bṛhajjātaka 2.21; Sārāvalī 4.40 |
| Dig-Bala | im 4. Haus, im Norden BPHS 3.35; Bṛhajjātaka 2.19; Sārāvalī 4.34 |
| Richtungsherr | Südosten Bṛhajjātaka 2.5; Sārāvalī 4.8; Jātaka-Pārijāta 2.23; Phaladīpikā 2.16 |
| Dṛṣṭi | nur das 7. Haus voll Bṛhajjātaka 2.13; Sārāvalī 4.32; Kurs (BPHS 9) |
| Cakra | Maṇipūra Kurs |
| Wochentag | Śukravāra, der Freitag Sūrya-Siddhānta 12.78; Rechnung |
| Viṃśottarī | 20 Jahre, die längste Periode; Herr von Bharaṇī, Pūrva-Phalgunī und Pūrvāṣāḍhā Viṃśottarī-Reihe; Rechnung |
| Bewegung | kuṭila, gewunden; etwa 7 Prozent der Zeit rückläufig Kurs; Rechnung |
Wo die Quellen auseinandergehen
Die Rolle im Zeitmenschen. Die Kursfassung des BPHS (3.13) gibt Śukra im Körper des Zeitmenschen die Zeugungskraft, vīrya. Varāhamihira (Bṛhajjātaka 2.1) nennt an derselben Stelle madana, Begierde; Kalyāṇavarman (Sārāvalī 4.1, im Wortlaut an dieser Stelle verderbt) mada, Rausch; das Jātaka-Pārijāta (2.1) kāma, Liebesverlangen; das Yavanajātaka (1.112) nennt „Liebe". Es ist der Unterschied zwischen dem, was Śukra in der Zeugung leistet, und dem, was er im Menschen weckt; der Kurs verbindet beides (Potenz, Nachwuchs, Familienleben). Der Wortlaut des Bṛhajjātaka zeigt die Stelle im Zusammenhang aller Grahas:
कालात्मा दिनकृन् मनस् तुहिनगुः सत्वं कुजो ज्ञो वचो जीवो ज्ञानसुखे सितश् च मदनो दुःखं दिनेशात्मजः । राजानौ रविशीतगू क्षितिसुतो नेता कुमारो बुधः सूरिर् दानवपूजितश् च सचिवौ प्रेष्यः सहस्रांशुजः ॥
kālātmā dinakṛn manas tuhinaguḥ satvaṃ kujo jño vaco jīvo jñānasukhe sitaś ca madano duḥkhaṃ dineśātmajaḥ । rājānau raviśītagū kṣitisuto netā kumāro budhaḥ sūrir dānavapūjitaś ca sacivau preṣyaḥ sahasrāṃśujaḥ ॥
Der Zeitmensch hat als Seele den Tagesmacher (Sūrya), als Geist den Kühlstrahler (Candra), als Kraft (sattva) den Kuja, als Rede den Jña (Budha), als Wissen und Glück den Jīva (Guru), als Begierde (madana) den Sita (Śukra), als Leid den Sohn des Sonnengottes (Śani). Könige sind Ravi und der Kühlstrahler, Anführer der Sohn der Erde (Maṅgala), Prinz Budha; Minister sind der Weise (Guru) und der von den Dānavas Verehrte (Śukra), Diener ist der Sohn des Tausendstrahligen (Śani).
Kālātmā: der Zeitmensch, das Wesen der Zeit; wörtl. kāla (Zeit) + ātman (Selbst, Wesen) (m. 1/1). Dinakṛn: der Tagesmacher: Sūrya (hier die Seele) (m. 1/1). Manas: Geist, Denken (n. 1/1). Tuhinaguḥ: der Kühlstrahler: Candra (m. 1/1). Satvaṃ: Kraft, Wesenskraft (Schreibung satva im Text) (n. 1/1). Kujo: der Erdgeborene: Maṅgala (m. 1/1). Jño: der Wissende: Budha (m. 1/1). Vaco: Rede, Wort (n. 1/1). Jīvo: der Lebende: Guru (m. 1/1). Jñānasukhe: Wissen und Glück; wörtl. jñāna (Wissen) + sukha (Glück) (n. 1/2). Sitaś: der Helle: Śukra (m. 1/1). Ca: und (avy.). Madano: Begierde, Liebesverlangen (m. 1/1). Duḥkhaṃ: Leid (n. 1/1). Dineśātmajaḥ: der Sohn des Tagesherrn: Śani; wörtl. dineśa (Herr des Tages, Sūrya) + ātmaja (Sohn) (m. 1/1). Rājānau: Könige (m. 1/2). Raviśītagū: Ravi und der Kühlstrahler: Sūrya und Candra; wörtl. śīta (kalt) + gu (Strahl) (m. 1/2). Kṣitisuto: der Sohn der Erde: Maṅgala (m. 1/1). Netā: Anführer, Feldherr (m. 1/1). Kumāro: Prinz, Knabe (m. 1/1). Budhaḥ: Budha (m. 1/1). Sūrir: der Weise: Guru (m. 1/1). Dānavapūjitaś: von den Dānavas verehrt: Śukra; wörtl. dānava (Dämon) + pūjita (verehrt) (m. 1/1). Ca: und (avy.). Sacivau: Minister (m. 1/2). Preṣyaḥ: Diener (m. 1/1). Sahasrāṃśujaḥ: der Sohn des Tausendstrahligen: Śani; wörtl. sahasra (tausend) + aṃśu (Strahl) + ja (geboren) (m. 1/1).
GRETIL sa_varAhamihira-bRhajjAtaka; Übersetzung Yogi Narasimha
Die Farbe der Gestalt. Für den Körper Śukras stehen vier Wörter in vier Quellen, und kein fünftes Werk entscheidet zwischen ihnen. Die Kursfassung (BPHS 3.17) hat śyāva, „bräunlich-dunkel"; das Bṛhajjātaka (2.4) śyāma, „dunkel"; die Sārāvalī (4.26) dūrvādalaśyāmala, „dunkel wie ein Dūrvā-Blatt"; die Phaladīpikā (2.13) dūrvāṅkurābha, „hell wie ein junger Dūrvā-Spross" — nach dem Kommentar O sogar heller als Budha. Das Jātaka-Pārijāta geht gegen alle: sitatanu (2.7), „weisser Körper", und sagt dann doch (2.58) śyāmasaundarya, „dunkle Schönheit". Das Yavanajātaka (1.120) gibt ihm die Farbe Weiss, in den Körperbildern (1.123 ff.) silbern. Der Name Sita, „der Helle", passt zu diesem Weiss und nicht zu śyāma. Eine Lesart kann man nicht festlegen; die Seite führt die Kursfassung und nennt die anderen. Hinzu kommt die Farbe am Himmel: die Bṛhat Saṃhitā (9.45) beschreibt Śukra weiss wie Quark und Mond. Das ist die Farbe der Himmelserscheinung, nicht die der Gestalt.
Der Mūlatrikoṇa-Grad. Siehe den Abschnitt „Würden und Beziehungen": fünfzehn Grade nach BPHS, zwanzig nach dem Jātaka-Pārijāta, fünf nach der Phaladīpikā.
Tag oder Nacht. Die Kursfassung des BPHS (3.36), das Bṛhajjātaka (2.21) und die Sārāvalī (4.36) machen Śukra am Tag stark. Das Yavanajātaka (1.83) nennt ihn nachtstark, und derselbe Sārāvalī-Text hat in 4.39, wörtlich dem Yavanajātaka (1.86) folgend, Śukra „um Mitternacht". Beides steht in der Sārāvalī.
Die Gottheit. Śacī, die Gemahlin Indras, ist die Devatā Śukras bei Parāśara, Varāhamihira und Kalyāṇavarman. Die Phaladīpikā (2.27) nennt Kamalā, Lakṣmī. Die Navagraha-Pūjā kennt Indra selbst: im Matsya-Purāṇa ist Śacīpati die adhidevatā, Aindrī die pratyadhidevatā; der Kurs hat Śacī als „Adi-" und Hṛṣīkeśa als „Pratyādi-Devatā".
Die Richtung. Drei verschiedene Systeme ordnen den Grahas Himmelsrichtungen zu, und sie dürfen nicht vermischt werden. Nach dem Richtungs-Bala (dig-bala) ist Śukra im Norden stark, das heisst im 4. Haus, im Tiefpunkt (BPHS 3.35, Bṛhajjātaka 2.19). Als Herr einer Richtung regiert er den Südosten (Bṛhajjātaka 2.5, Sārāvalī 4.8); das Yavanajātaka (1.66–67) hat die Vorstufe, in der er mit Sūrya den Osten teilt. Im Maṇḍala der Navagraha-Verehrung steht er nach dem Matsya-Purāṇa (93.11) im Osten, nach dem Garuḍa-Purāṇa (1.17) im Südwesten, und die Kurs-Anordnung stellt ihn in den Westen.
Das Metall und die Kleidung. Die Metallreihe des Bṛhajjātaka (2.12) gibt Śukra an sechster Stelle die Perle; die Phaladīpikā (2.30) und die Yājñavalkya-Smṛti (1.297) geben ihm Silber, die geläufige Zuordnung. Das Jātaka-Pārijāta widerspricht sich in beiden Fällen selbst: es nennt Śukra Perle in der Stoffreihe (2.20), aber Diamant in den Edelsteinen (2.21). Bei der Kleidung hat die Kursfassung (3.43) kṣauma, Seide oder Leinen, ohne Farbe; Sārāvalī (4.26) und Phaladīpikā (2.13) sagen: bunt.
Das Mantra. Zwei Linien der Überlieferung weisen Śukra verschiedene Ṛcs zu; siehe den Abschnitt „Vedische und spätere Überlieferung".
Das Doṣa. Die indischen Texte nennen Śukra kapha mit vāta; das Yavanajātaka (1.113) gibt ihm nur kapha.
Die Gestalt
Drei Texte beschreiben Śukra, als stünde er vor einem. Sie stimmen im Kern überein: ein schöner Körper, schöne Augen, schwarzes, gelocktes Haar und eine Konstitution aus Kapha und Vāta. Die Kursfassung des BPHS fügt hinzu, dass er Dichter ist (3.28):
सुखि कान्तवपु श्रेष्ठः सुलोचनो भृगोः सुतः । काव्यकर्ता कफाधिक्योऽनिलात्मा वक्रमूर्धजः ॥ 3.28॥
sukhi kāntavapu śreṣṭhaḥ sulocano bhṛgoḥ sutaḥ । kāvyakartā kaphādhikyo'nilātmā vakramūrdhajaḥ ॥ 3.28॥
Bhṛgus Sohn (Śukra) ist glücklich, von schönem Körper, vortrefflich, mit schönen Augen, ein Dichter; Kapha herrscht vor, dazu Vāta; sein Haar ist gelockt.
Sukhi: wohlbehagen empfindend, froh, glücklich (m. 1/1). Kāntavapu: mit lieblichem Körper; wörtl. kānta (lieblich) + vapus (Körper) (m. 1/1). Śreṣṭhaḥ: der vorzüglichste, glänzendste (m. 1/1). Sulocano: schönäugig (m. 1/1). Bhṛgoḥ: Bhṛgus (m. 6/1). Sutaḥ: Sohn; bhṛgoḥ sutaḥ = Śukra, der Sohn Bhṛgus (m. 1/1). Kāvyakartā: Dichter, Verfasser von Versen; wörtl. kāvya (Dichtung) + kartṛ (Macher) (m. 1/1). Kaphādhikyo: bei dem Kapha vorherrscht; wörtl. kapha (das schleimige Doṣa) + ādhikya (Überschuss) (m. 1/1). 'nilātmā: von Vāta-Natur; wörtl. anila (Wind = Vāta) + ātman (Wesen) (m. 1/1). Vakramūrdhajaḥ: mit gekrümmtem, lockigem Haar; wörtl. vakra (gekrümmt) + mūrdhaja (Haupthaar) (m. 1/1).
Kursfassung (latexusepackage/Jyotish/bphs.sty), Übersetzung nach der shloka-Datenbank; Glossar neu 2026-10-21
Varāhamihira fasst Guru und Śukra in einem Vers zusammen (Bṛhajjātaka 2.10). Hier ist die Zeile über Śukra die zweite:
बृहत्तनुः पिङ्गलमूर्धजेक्षणो बृहस्पतिः श्रेष्ठमतिः कफात्मकः । भृगुः सुखी कान्तवपुः सुलोचनः कफानिलात्मासितवक्रमूर्धजः ॥
bṛhattanuḥ piṅgalamūrdhajekṣaṇo bṛhaspatiḥ śreṣṭhamatiḥ kaphātmakaḥ । bhṛguḥ sukhī kāntavapuḥ sulocanaḥ kaphānilātmāsitavakramūrdhajaḥ ॥
Bṛhaspati hat einen grossen Körper, gelbbraunes Haar und gelbbraune Augen, beste Einsicht und Kapha-Natur. Bhṛgu ist glücklich, von schönem Körper und schönen Augen, von Kapha- und Vāta-Natur, mit schwarzem, lockigem Haar.
Bṛhattanuḥ: mit grossem Körper; wörtl. bṛhat (gross) + tanu (Körper) (m. 1/1). Piṅgalamūrdhajekṣaṇo: mit gelbbraunem Haar und gelbbraunen Augen; wörtl. piṅgala (gelbbraun) + mūrdhaja (Haupthaar) + īkṣaṇa (Auge) (m. 1/1). Bṛhaspatiḥ: Bṛhaspati: Guru, der Planet Jupiter (wörtl. „Herr des Gebets") (m. 1/1). Śreṣṭhamatiḥ: von bester Einsicht; wörtl. śreṣṭha (bester) + mati (Verstand) (m. 1/1). Kaphātmakaḥ: von Kapha-Natur; wörtl. kapha (das schleimige Doṣa) + ātman (Wesen) + -ka (m. 1/1). Bhṛguḥ: Bhṛgu: hier Śukra, der Planet Venus (m. 1/1). Sukhī: glücklich, wohlgemut (m. 1/1). Kāntavapuḥ: mit schönem Körper; wörtl. kānta (lieblich) + vapus (Körper) (m. 1/1). Sulocanaḥ: schönäugig (m. 1/1). Kaphānilātmāsitavakramūrdhajaḥ: von Kapha- und Vāta-Natur, mit schwarzem, lockigem Haar; wörtl. kapha + anila (Wind = Vāta) + ātman (Wesen), asita (schwarz) + vakra (gekrümmt) + mūrdhaja (Haupthaar) (m. 1/1).
GRETIL sa_varAhamihira-bRhajjAtaka; Übersetzung Yogi Narasimha
Am ausführlichsten ist wieder Kalyāṇavarmans Sārāvalī (4.26). Sie kennt die langen Arme, die breiten Schenkel und das breite Gesicht, den Glanz, die Haarfarbe, die Sinnlichkeit und das bunte Gewand:
चारुर् दीर्घभुजः पृथूरुवदनः शुक्राधिकः कान्तिमान् कृष्णाकुञ्चितसूक्ष्मलम्बिचिकुरो दूर्वादलश्यामलः । कामी वातकफात्मको ऽतिसुभगश् चित्राम्बरो राजसो लीलावान् मतिमान् विशालनयनः स्थूलांसदेशः सितः ॥
cārur dīrghabhujaḥ pṛthūruvadanaḥ śukrādhikaḥ kāntimān kṛṣṇākuñcitasūkṣmalambicikuro dūrvādalaśyāmalaḥ । kāmī vātakaphātmako 'tisubhagaś citrāmbaro rājaso līlāvān matimān viśālanayanaḥ sthūlāṃsadeśaḥ sitaḥ ॥
Sita ist anmutig, hat lange Arme, breite Schenkel und ein breites Gesicht, viel Samen und Glanz; sein Haar ist schwarz, gelockt, fein und lang, seine Farbe dunkel wie ein Dūrvā-Blatt. Er ist sinnlich, von Vāta- und Kapha-Natur, überaus anziehend, trägt ein buntes Gewand, ist rajasisch, verspielt, einsichtig, grossäugig und hat kräftige Schultern.
Cārur: anmutig, schön (m. 1/1). Dīrghabhujaḥ: langarmig; wörtl. dīrgha (lang) + bhuja (Arm) (m. 1/1). Pṛthūruvadanaḥ: mit breiten Schenkeln und breitem Gesicht; wörtl. pṛthu (breit) + ūru (Schenkel) + vadana (Gesicht) (m. 1/1). Śukrādhikaḥ: reich an Samen; wörtl. śukra (Same) + adhika (reichlich) (m. 1/1). Kāntimān: glänzend, strahlend (m. 1/1). Kṛṣṇākuñcitasūkṣmalambicikuro: mit schwarzem, gelocktem, feinem, langem Haar; wörtl. kṛṣṇa (schwarz) + ākuñcita (gekräuselt) + sūkṣma (fein) + lambin (hängend) + cikura (Haar) (m. 1/1). Dūrvādalaśyāmalaḥ: dunkel wie ein Dūrvā-Blatt; wörtl. dūrvā (Hirsegras) + dala (Blatt) + śyāmala (dunkel) (m. 1/1). Kāmī: sinnlich, liebesverlangend (m. 1/1). Vātakaphātmako: von Vāta- und Kapha-Natur; wörtl. vāta + kapha + ātmaka (-artig) (m. 1/1). 'tisubhagaś: überaus anziehend; wörtl. ati (sehr) + subhaga (schön, glücklich) (m. 1/1). Citrāmbaro: mit buntem Gewand; wörtl. citra (bunt) + ambara (Gewand) (m. 1/1). Rājaso: rajasisch, vom Rajas bestimmt (m. 1/1). Līlāvān: verspielt, voll Anmut (m. 1/1). Matimān: einsichtig, verständig (m. 1/1). Viśālanayanaḥ: grossäugig; wörtl. viśāla (gross) + nayana (Auge) (m. 1/1). Sthūlāṃsadeśaḥ: mit kräftiger Schulterpartie; wörtl. sthūla (dick) + aṃsa (Schulter) + deśa (Gegend) (m. 1/1). Sitaḥ: Sita: Śukra (wörtl. „der Helle") (m. 1/1).
Wortlaut nach der Ausgabe 1907 (sa.wikisource ist eine Abschrift davon), nicht am Seitenbild geprüft; Übersetzung Yogi Narasimha
Die Phaladīpikā (2.13) fügt grosse, dicke Glieder und weite Augen hinzu und sagt, er bewahre seine Zeugungskraft; das Jātaka-Pārijāta (2.53–59) nennt ihn rajasisch, vāta-kaphisch und von dunkler Schönheit.
Würden und Beziehungen
| Würde | Zeichen | Grad | Quelle |
|---|---|---|---|
| Svakṣetra | Vṛṣabha | 0°–30° | Bṛhajjātaka 1.6; Phaladīpikā 1.6 |
| Svakṣetra | Tulā | 15°–30° | BPHS 3.54 |
| Mūlatrikoṇa | Tulā | 0°–15° | BPHS 3.54; Bṛhajjātaka 1.14 (nur das Zeichen) |
| Ucca | Mīna | höchste Erhöhung bei 27° | BPHS 3.49–50; Bṛhajjātaka 1.13; Sārāvalī 3.35–36; Yavanajātaka 1.58–60 |
| Nīca | Kanyā | tiefster Fall bei 27° | ebenda (das 7. Zeichen vom Ucca) |
Die Kursfassung des BPHS hat genau die Verse über Erhöhung, Mūlatrikoṇa und Freundschaft nicht (3.48–60 fehlen). Sie sind hier nach einer anderen Fassung angeführt; ihre Werte bestätigen die Übersetzung Santhanams, die Bombayer Ausgabe von 1923 und das Bṛhajjātaka. Das Zahlwort für Śukras Ucca-Grad in BPHS 3.50 ist bha, die 27 Mondhäuser: es steht für 27°. Der Vers für Śukras Mūlatrikoṇa gilt in derselben Zeile auch für Śani:
तुले शुक्रस्य तिथ्यंशास् त्रिकोणम् अपरे स्वभम् । शनेः कुम्भे नखांशाश् च त्रिकोणम् अपरे स्वभम् ॥
tule śukrasya tithyaṃśās trikoṇam apare svabham । śaneḥ kumbhe nakhāṃśāś ca trikoṇam apare svabham ॥
In Tulā sind für Śukra die ersten fünfzehn Grade Mūlatrikoṇa, die übrigen eigenes Zeichen. In Kumbha sind für Śani die ersten zwanzig Grade Mūlatrikoṇa, die übrigen eigenes Zeichen.
Tule: in Tulā (f. 7/1). Śukrasya: Śukras (m. 6/1). Tithyaṃśās: die fünfzehn Grade; wörtl. tithi (Mondtag, Zahlwort für 15) + aṃśa (Grad) (m. 1/3). Trikoṇam: Mūlatrikoṇa (n. 1/1). Apare: die übrigen (m. 1/3). Svabham: eigenes Zeichen; wörtl. sva (eigen) + bha (Zeichen) (n. 1/1). Śaneḥ: Śanis (m. 6/1). Kumbhe: in Kumbha (m. 7/1). Nakhāṃśāś: die zwanzig Grade; wörtl. nakha (Nagel, Zahlwort für 20) + aṃśa (Grad) (m. 1/3). Ca: und (avy.). Trikoṇam: Mūlatrikoṇa (n. 1/1). Apare: die übrigen (m. 1/3). Svabham: eigenes Zeichen; wörtl. sva (eigen) + bha (Zeichen) (n. 1/1).
Wortlaut nach enjoylearningsanskrit.com (Kapitel 3, ohne Angabe der Druckausgabe); Übersetzung Yogi Narasimha
Beim Mūlatrikoṇa gehen die Zeugen auseinander. Das BPHS (3.54) gibt Śukra fünfzehn Grade in Tulā (tithi, das Zahlwort für 15); das Jātaka-Pārijāta (1.26–28) zwanzig, und der Kommentar Sudhāśālinī bestätigt das ausdrücklich; die Phaladīpikā (1.7) nur fünf (das Zahlwort bhūta; Sastri: „die ersten fünf Grade in Tulā"). Die Leitfassung bleibt fünfzehn, mit der auch Engine und Rao rechnen. Die Zeichen selbst sind unstreitig (Bṛhajjātaka 1.14, Yavanajātaka 1.61–62).
Freunde sind Budha und Śani; neutral sind Maṅgala und Guru; Feinde sind Sūrya und Candra (Bṛhajjātaka 2.16–17, Sārāvalī 4.28, Phaladīpikā 2.21–22). Die Regel dahinter ist die Satyas, die Varāhamihira überliefert (Bṛhajjātaka 2.15, BPHS 3.55); die Reihe des Yavanajātaka (1.107–108) ist eine andere und hier nicht ausgewertet. Śukra sieht nur das 7. Haus voll.
Was Śukra anzeigt
Die Kursfassung des BPHS hat keine Liste der Dinge, für die ein Graha steht; sie nennt seine Rollen (Minister, Dichter) und die Zuordnungen oben. Die Listen stehen in den späteren Lehrbüchern.
Die Phaladīpikā (2.6) zählt für Śukra auf: Besitz, Fahrzeug, Kleidung, Schmuck, Schätze, den Dreiklang der Musik, die Gattin, Wohlgerüche, Blumen, Liebe, Lager, Haus, Glanz, Dichtkunst, viele Frauen, Spiel, Ministerschaft, süsse Rede und Hochzeit. Das Jātaka-Pārijāta (2.49) kürzt auf Gattin, Fahrzeug, Schmuck und Liebesgenuss. Als Bhāva-Kāraka steht er nach diesem Werk (2.51–52) für das 7. Haus; zugleich lehrt es, dass ein Kāraka dem Haus schadet, dem er vorsteht (kāraka bhāva nāśāya) — Śukra im 7. Haus also nicht ungemischt gut ist. An Berufen nennt die Phaladīpikā (2.17–20) Sänger, Reiche, Wüstlinge, Kaufleute, Tänzer, Weber und Dirnen, an Tieren Pfau, Büffel, Papagei und Rind. Das Land Kīkaṭa gehört ihm (2.28).
Die Bṛhat Saṃhitā weist jedem Graha Länder, Menschen und Waren zu (16.25–30). Śukra gehören Takṣaśilā, Gāndhāra, Mālava, Kaikaya und die Ufer von Vitastā, Irāvatī und Candrabhāgā; Gartenliebhaber, Liebende, Schöne, Gelehrte, Kaufleute und Töpfer; an Waren Duftblumen, Salben, Edelsteine, Diamantschmuck, Süsses und Seidenstoffe. Dem Planeten selbst widmet sie ein ganzes Kapitel (9): die neun Bahnen (vīthī) durch die Nakṣatras, ihre Wirkung auf Völker, und bei der Zahl der Bahnen bekennt Varāhamihira (9.7), dass er unter den Schulen nicht entscheiden kann, und gibt die Mehrheitsmeinung.
Der Kurs sieht in Śukra den, der Begierden gibt und die Werkzeuge, sie zu befriedigen; er ist für Kleidung und alles zuständig, was schützt und bedeckt, und die Seele wird durch das Karma bedeckt. Das Mittel, dieses Karma zu verbrennen, ist auch Śukra: Bhakti, die bedingungslose Hingabe. Er sei der „weltliche Guru", er stehe für Potenz, Nachwuchs und Familienleben, habe die Macht zur Heilung und beherrsche das Mahāmṛtyuñjaya-Mantra. Sein Yantra ist der Sechsstern.
Vedische und spätere Überlieferung
Bei der Verehrung der neun Grahas wird für jeden ein Vers aus dem Veda gesprochen, und für Śukra gehen die beiden Linien der Überlieferung auseinander. Die Yājñavalkya-Smṛti (1.301), die älteste Stelle, an der die neun Verse zusammenstehen, gibt ihm annāt parisrutaḥ (Vājasaneyi-Saṃhitā 19.75), das Garuḍa-Purāṇa ebenso; das Matsya-Purāṇa (93) dagegen śukraṃ te anyad (Ṛgveda 6.58.1). Die gängige Pūjā-Liste folgt der ersten. Hier steht sie als Leitfassung.
अन्नात् परिस्रुतो रसं ब्रह्मणा व्य् अपिबत् क्षत्रं पयः सोमं प्रजापतिः । ऋतेन सत्यम् इन्द्रियं विपानं शुक्रम् अन्धस इन्द्रस्येन्द्रियम् इदं पयो ऽमृतं मधु ॥
ánnāt parisrúto rásaṃ bráhmaṇā vy àpibat kṣatráṃ páyaḥ sómaṃ prajā́patiḥ । ṛténa satyám indriyáṃ vipā́naṃ śukrám ándhasa índrasyendriyám idáṃ páyo 'mṛ́taṃ mádhu ॥
Vom Filtrat der Speise trank Prajāpati mit dem Brahman den Saft, trank die Kriegerkraft, die Milch, den Soma. Durch das Ṛta (kamen) Wahrheit und Indrakraft, das Getränk des Trinkens, der helle (śukra) Saft der Speise: Indras Kraft ist diese Milch, der unsterbliche Honig.
Annāt: von der Speise (n. 5/1). Parisruto: vom Filtrat, vom Durchgeseihten (f. 5/1). Rasaṃ: Saft (m. 2/1). Brahmaṇā: mit dem Brahman, der heiligen Formel (n. 3/1). Vy: auseinander, hinweg (avy.). Apibat: trank (laṅ III/1). Kṣatraṃ: Kriegerkraft, Herrschaft (n. 2/1). Payaḥ: Milch (n. 2/1). Somaṃ: Soma (m. 2/1). Prajāpatiḥ: Prajāpati, der Herr der Geschöpfe (m. 1/1). Ṛtena: durch das Ṛta, die Ordnung (n. 3/1). Satyam: Wahrheit (n. 1/1). Indriyaṃ: Indrakraft, Sinneskraft (n. 1/1). Vipānaṃ: Trank, das Trinken (n. 1/1). Śukram: hell, klar, lauter (n. 1/1). Andhasa: der Speise (Pflanzensaft) (n. 6/1). Indrasya: Indras (m. 6/1). Indriyam: Kraft (n. 1/1). Idaṃ: diese (n. 1/1). Payo: Milch (n. 1/1). 'mṛtaṃ: unsterblich (n. 1/1). Madhu: Honig (n. 1/1).
Akzentuierter Text nach TITUS; Zuordnung zu Śukra nach Yājñavalkya-Smṛti 1.301; Übersetzung Yogi Narasimha
Der Vers gehört zum Sautrāmaṇī-Ritual, bei dem ein gefilterter Trank getrunken wird; sein Handelnder ist Prajāpati. Mit Śukra verbindet ihn nichts als der Wortklang: das Kehrwort śukram, „hell, klar". Der Vers der zweiten Linie ist ein Lob Pūṣans — „hell ist die eine Gestalt von dir, ehrwürdig die andere" — und klingt ebenfalls nur in śukra an. Dass der Kurs Bhaga als Ṛgveda-Gottheit Śukras führt (nach Ṛgveda 1.14.3) und Pūṣan dem Śani gibt, ist eine andere Ebene: dort geht es um die Gottheit, hier um den Spruch bei der Pūjā. Beide dürfen nicht verrechnet werden.
Zur selben Pūjā gehören weitere Zuordnungen. Sie sind jünger als die Lehrbücher und nur in dieser Schicht belegt:
| Attribut | Angabe | Quelle |
|---|---|---|
| Bild | aus Silber | Yājñavalkya-Smṛti 1.297 |
| Farbe der Gaben | weiss | Matsya-Purāṇa 93.17; Garuḍa-Purāṇa 1.101.4 |
| Opferholz | Udumbara (Ficus racemosa) | Yājñavalkya-Smṛti 1.302 und alle Parallelen |
| Opferspeise | Reis mit Ghee (havis) | Yājñavalkya-Smṛti 1.304; Matsya-Purāṇa 93 |
| Gabe an den Priester | ein Pferd, im Matsya-Purāṇa ein weisses | Yājñavalkya-Smṛti 1.306; Matsya-Purāṇa 93.60 |
| Adhi-/Pratyadhidevatā | Śacīpati (Indra) / Aindrī | Matsya-Purāṇa 93.13–16 |
| Wagen | Wagen mit zehn Rossen (Viṣṇudharmottara); erdgeborene Rosse (Viṣṇu-Purāṇa 2.12.17) | Viṣṇudharmottara; Viṣṇu-Purāṇa 2.12.17 |
| Ort im Maṇḍala | Osten (Matsya-Purāṇa); Südwesten (Garuḍa-Purāṇa); Westen (Kurs) | Matsya-Purāṇa 93.11; Garuḍa-Purāṇa 1.17; Kurs |
Das Matsya-Purāṇa gibt Śukra kein Reittier. Der Diamant als Stein Śukras ist in dieser Pūjā-Literatur nicht belegt; die früheste hier gefundene Edelsteinreihe ist die der Phaladīpikā (2.29), eines Werks des späten Mittelalters. Der Kurs lehrt dieselbe Reihe (Diamant oder weisse Koralle).
Am Himmel
Die nächste Rückläufigkeit Śukras nach dem Herbst 2026: sein Weg vor den Sternen, siderische Länge gegen ekliptikale Breite, mit den beiden Stationen. Die Punkte stehen im Abstand einer Woche.
Gerechnet mit der eigenen Berechnungsbibliothek (Swiss Ephemeris, Lahiri); Skript quellen/graha/rechnung/schleifen_tikz.py.
Venus ist der hellste Planet: ihre Helligkeit liegt zwischen −4,9 und −3,1 Magnituden (NASA: −4,8), heller sind nur Sonne und Mond. Ihr Durchmesser beträgt 12 104 Kilometer, ihre Entfernung von der Erde schwankt zwischen 38 und 261 Millionen Kilometern, und entsprechend wechselt ihr scheinbarer Durchmesser von 9,7 bis 66,1 Bogensekunden. Sie läuft in 224,70 Tagen um die Sonne; von der Erde aus gesehen vergehen 583,92 Tage, bis sie wieder dieselbe Stellung zur Sonne hat.
Sie läuft nur um die untere Konjunktion rückläufig: im Mittel 62,6 Mal in hundert Jahren, jedes Mal 42 Tage (41 bis 43), das sind 7,2 Prozent der Zeit, alle anderthalb Jahre für rund anderthalb Monate. Der Kurs nennt ihre Bewegung kuṭila, „gewunden"; das ist eine Lehrkategorie, keine Rechnung.
Der Sūrya-Siddhānta (1.32) rechnet 7 022 376 Umläufe der śīghra Śukras in einem Mahāyuga; daraus folgen 224,699 Tage, einen Tausendstel Prozent unter dem heutigen Wert. Die śīghra ist die heliozentrische Phase, ihre mittlere Länge ist die der Sonne; der Epizykel-Umfang (262 von 360) entspricht dem Bahnverhältnis Venus–Erde (0,725 gegen 0,723 heute). Die grösste Breite (vikṣepa) setzt er mit zwei Grad an, die Bahn hat 3,39°.
Bei der Rückläufigkeit (2.53–55) ist der Text des Sūrya-Siddhānta an einer Stelle unsicher: die Wortzahl guṇāṣṭabhiḥ ergibt dem Buchstaben nach 83°, Burgess übersetzt im Text „sixty-three" und nennt in der Anmerkung 163°–197°. 83° ist unmöglich, weil Venus nur um die untere Konjunktion rückläufig wird; 163° ist die vernünftige Lesart, mit einem Fenster von 34°. Es entspricht 9,4 Prozent der synodischen Periode und etwa 55 Tagen; gerechnet sind es 7,2 Prozent und 42 Tage. Der Wortlaut ist an einer zweiten Ausgabe noch nicht geprüft; hier bleibt er unverändert stehen. Die Bahnreihe des Sūrya-Siddhānta (12.30–31) setzt Śukra zwischen Sūrya und Budha; die Wochentage folgen aus ihr: der Freitag ist sein Tag.
Die Verse
Alle Verse dieser Seite stehen oben im Zusammenhang: BPHS 3.28 und 3.54, Bṛhajjātaka 2.1 und 2.10, Sārāvalī 4.26 und Vājasaneyi-Saṃhitā 19.75. Jeder trägt sein Wort-für-Wort-Glossar; sie stehen in der Datenbank, aus der auch die Studien-PDFs gesetzt werden.
Zur Quellenlage dieses Portraits
Die Leitfassung ist die des Kurses: das BPHS in der Fassung, die der Unterricht verwendet. Wo diese Fassung schweigt — bei den Würden und den Freundschaften fehlen ihr dreizehn Verse —, steht die Angabe nach einer anderen Fassung, deren Werte drei Druckzeugen bestätigen. Daneben sind gelesen: das Bṛhajjātaka und die Bṛhat Saṃhitā Varāhamihiras (GRETIL), die Sārāvalī (Ausgabe 1907), die Phaladīpikā (Ausgaben Ojha und Sastri), das Jātaka-Pārijāta (Ausgabe Sastri 1932), das Yavanajātaka (in Pingrees Übersetzung), die Yājñavalkya-Smṛti, das Matsya- und das Garuḍa-Purāṇa (GRETIL) sowie der Sūrya-Siddhānta (Burgess). Die astronomischen Werte stammen aus den Datenblättern der NASA und sind mit der eigenen Rechenbibliothek nachgerechnet. Offen sind die Lesart von Sūrya-Siddhānta 2.53–55 und der Wortlaut von Sārāvalī 4.1; offen ist ausserdem die Position Sanjay Raths zu den Abweichungen oben (Farbe, Mūlatrikoṇa-Grad, Kālapuruṣa); sie wird nachgetragen.